"Unsere Freiheit im Hindukusch" - Was ein neufeudales D-land ...

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Pan meets Lilith
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"Unsere Freiheit im Hindukusch" - Was ein neufeudales D-land ...

Beitrag von Pan meets Lilith » 28 März 2010 22:12

... in Afghanistan treibt:

Jüngst weilt der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere in Afghanistan, um zu begutachten, wie und mit welchem Ergebnis abgestellte deutsche Polizisten künftige afghanische Polizisten ausbilden.

(De facto dürfte sein Besuch in Kabul wohl eher der Ausgleich dafür sein, dass die egozentrische FDP-Außenministerin Guido Westerwelle sich innenpolitische Äußerungen (sehr zweifelhafter Natur) angemaßt hat).


Okay. Was passiert genau in Afghanistan? Mit Hilfe der amtierenden konservativen deutschen Regierung aus Korruptions-FDP und einigen Christenschafen?

Früher sind (tatsächliche) Terror-Attentäter der "Taliban" in Camps der Al Quaida ausgebildet worden. Das ist nicht mehr nötig. Denn nun werden mit deutschen Steuergeldern finanziert "Polizisten" in Afghanistan ausgebildet, die direkt anschließend zu den "Taliban" gehen (mit dem aus Deutschland finanzierten Equipment (Waffen, Ortungsgeräte, Kommunikationstechnik). Die Taliban zahlen besser. Und welcher Afghane würde sich ernsthaft mit "westlichen Werten" identifzieren, wo "der Westen" doch selbst nicht weiß, was denn seine Werte seien!)

Sofern die deutsche Ausbildung der "Soll-Amts-Afghanen" etwas getaugt hat, haben die Taliban also doppelte Ressourcen-Einsparung.

Frage: Wessen "Freiheit im Hindukusch" wird da zu wessen Gunsten befördert? Ist da nur ein deutsches Truppenkontingent, auf US-amerikanischen Wunsch hin?

Dann würden "wir Deutsche" dort den gleichen Scheiß bauen, den die Amis damals (nicht nur) in Afghanistan bauten. Der seit "9/11" als Schreckgespenst aufgebaute "Osama bin Laden" wurde in den USA ausgebildet und gehörte zu dem Personenkreis, der vor einigen Jahren als "Volksmudjahedin" von den Amerikanern mit Waffen beliefert wurde. (Stellvertreterkrieg im "Kalten Krieg").

Wer hatte naheliegender etwas in Afghanistan verloren gehabt? Die Sowjetunion, als Anrainer-Staat? Oder die USA, tausende von Meilen entfernt? OHNE Kenntnis von Bodenschätzen in "Afghanistan"!

Warum bezahlen nicht US-Amerikaner für die Fehler ihrer Außenpolitik? Warum sollen das Deutsche tun, indem sie die gleichen Fehler begehen, die die Amis (ohne Unterlass) in Vergangenheit UND heute begehen? Aus IDEOLOGISCHER VERSTOCKTHEIT!

Als das "Deutsche Kaiserreich" in einem Militärbündnis mit "Östereich-Ungarn", als der Habsburger Monarchie, war, mündete das in den I. Weltkrieg.

Wenn ich mir überlege ... wäre ein Flugzeug (egal, von wem gesteuert und von wem beauftragt) nicht in ein Symbol "neoliberaler" Globalisierung in den USA geflogen wäre, sondern in ein Symbol "neoliberaler" Globalisierung in Deutschland, also etwa in einen Frankfurter Bankenturm der "Deutschen Bank" - wie viele Deutsche wären heute unglücklich darüber? Und wie viele Deutsche hätten gedacht: WENIGSTENS EINMAL trifft es die richtigen!

http://de.wikipedia.org/wiki/Afghanisch ... e_Invasion

Ich erwarte den ersten Beitrag von Tim. :D 8)

chris-nrw
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Beitrag von chris-nrw » 03 April 2010 20:51

Und schon wieder erschießen Bundeswehrsoldaten 5 Afghaner aus Versehen.

Hätte es vor 25 Jahren, als ich ich diesem Verein war, diese "Auslandseinsätze" schon gegeben, ich hätte fristlos gekündigt!!!

Chris

Christian30

Beitrag von Christian30 » 04 April 2010 22:26

Pan meets Lilith hat geschrieben:Du hast diesen Benutzer zu deiner Ignorierungs-Liste hinzugefügt. Klicke HIER um den Beitrag zu lesen.


Zum Glück muss ich seine Meinung dazu nicht lesen...

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 05 April 2010 04:55

Christian30 hat geschrieben:
Pan meets Lilith hat geschrieben:Du hast diesen Benutzer zu deiner Ignorierungs-Liste hinzugefügt. Klicke HIER um den Beitrag zu lesen.


Zum Glück muss ich seine Meinung dazu nicht lesen...


Nu, Koblenz ...

Berufssoldat?

Praktische Ebene? (bei gutem Sold verfeuert werden)
Oder administrativ? (bei hervorragendem Sold ins Feuer schicken)

Sollte man sich gut überlegen, für welche Sorte Entscheidungen treffender Politiker man sich in die Luft jagen lässt ... Kenne im allgemeinen eigentlich eher vernunftgeleitete Haltungen in BW-Kreisen (im Gegensatz zu den Haltungen der bestimmenden Politiker, die immer schnell dabei sind, wenn's ums Säbelrasseln geht. Inklusive des kriegstypischen Orwellschen Neusprechs ...)

@chris-nrw:


Und schon wieder erschießen Bundeswehrsoldaten 5 Afghaner aus Versehen.

Hm. Ehrlich gesagt: Ich wüsste nicht, wäre ich in kritisch einzuschätzender Spezialsituation vor Ort, ob ich die Nerven behalten würde - oder, um der eigenen Überlebenswahrscheinlichkeit willen, den Finger nicht lieber locker am Abzug hätte.

Hätte es vor 25 Jahren, als ich ich diesem Verein war, diese "Auslandseinsätze" schon gegeben, ich hätte fristlos gekündigt!!!

Kann man das denn so ohne weiteres, wenn man sich als Berufssoldat verpflichtet hat?
Nu, das war der bekannte Sündenfall von Spezialdemokraten-Grün (Sie wollten halt den Konservativen mal zeigen, dass sie noch VIEL konservativer zu sein vermögen als die Konservativen selbst). :roll:

Bleibt die Frage, wie es sich entwickelt hätte, hätten westliche Truppenkontingente damals NICHT im Balkan eingegriffen. Immerhin war das damals eine hervorragende Einladung an diverse muslimische Terror-Regime, Iran an erster Stelle. (so die Marke "Den muslimischen Brüdern zu Hilfe eilen", mit dem netten "Nebeneffekt", eine militär-strategische Stellung an der Adria zu gewinnen.

chris-nrw
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Beitrag von chris-nrw » 06 April 2010 16:59

Kann man das denn so ohne weiteres, wenn man sich als Berufssoldat verpflichtet hat?


Keine Ahnung, war ich nicht.

Bleibt die Frage, wie es sich entwickelt hätte, hätten westliche Truppenkontingente damals NICHT im Balkan eingegriffen.


Balkan ist nicht Afghanistan. :wink:

Chris

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Pan meets Lilith
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Ich bin ja sehr beruhigt, ...

Beitrag von Pan meets Lilith » 14 Juni 2010 23:55

... dass es mit Bodenschätzen nunmehr um was Handfestes und Vernünftiges geht und nicht um so albern-niedliches Pippifax wie "Frauenrechte" und "Kindergärten".

Bislang dachte ich ja allen Ernstes, die Amis und die paar deutschen Hanseln dächten allen Ernstes, für "Frauenrechte" und "Kindergärten" irgendwelche Menschen mit Turban zig Tausende Kilometer von daheim mal so auf Gutdünken abzuknallen...

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 03,00.html

US-Militärs schwärmen schon vom Aufschwung in dem zerrütteten Land - sie brauchen dringend gute Nachrichten von der Front.


Ja, Güte! Warum haben sie denn nicht gleich gesagt "Ja, wir sind Arschlöcher. Ob eure Trullas unter abstrusen Betttüchern durch die Landschaft laufen (müssen), ist uns scheißegal, solange wir eure Kupfervorkommen ausbeuten können ..."?!

Warum erinnert mich das an die CIA-Aktion der "Operation Ajax", damals im Iran?

http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Ajax

PR-Stichwort "Greenwashing": Wichtiger Sponsor und Impulsgeber war damals übrigens der Mineralölkonzern BP, British Petrol, "Beyond Petrol" der mit dem grünen Mäntelchen in den letzten Jahren, das plötzlich ganz ölig schwarz wurde, als ihnen (und vor allem ANDEREN!) Deepwater Horizon um die Ohren flog ...
Damals hieß der Konzern zwar noch "Anglo-Iranian Oil Company" - und veranstaltete DAS in Persien, was die "United Fruit Company" ("Chiquita") u.a. auf Cuba so veranstaltete und bis heute, ganz gemäß US-Selbstverständnis, in etlichen Staaten Lateinamerikas veranstaltet...

Hatte der liebe beleidigte CDU-Onkel Bundes-Köhler also versehentlich DOCH nicht ganz unrecht, als er von einem aus nationaler Sicht "notwendigen" Wirtschaftskrieg sprach ...

Dass Afghanistan Bodenschätze hat, ist übrigens seit langem bekannt. Welches Land hätte KEINE Bodenschätze!

Momme

@Pan meet lilith

Beitrag von Momme » 15 Juni 2010 06:17

Früher sind (tatsächliche) Terror-Attentäter der "Taliban" in Camps der Al Quaida ausgebildet worden. Das ist nicht mehr nötig. Denn nun werden mit deutschen Steuergeldern finanziert "Polizisten" in Afghanistan ausgebildet, die direkt anschließend zu den "Taliban" gehen (mit dem aus Deutschland finanzierten Equipment (Waffen, Ortungsgeräte, Kommunikationstechnik). Die Taliban zahlen besser. Und welcher Afghane würde sich ernsthaft mit "westlichen Werten" identifzieren, wo "der Westen" doch selbst nicht weiß, was denn seine Werte seien!)


Wie lange lebtest du in Afganistan, um eine solch kategorische Aussage treffen zu können?

Manuela, inkonsequent

Re: Ich bin ja sehr beruhigt, ...

Beitrag von Manuela, inkonsequent » 15 Juni 2010 07:06

Pan meets Lilith hat geschrieben:Dass Afghanistan Bodenschätze hat, ist übrigens seit langem bekannt. Welches Land hätte KEINE Bodenschätze!


Hast du auch die geschätzten Billionen dazu "verinnerlicht"?
So was habe ich lange nicht von irgendwo gehört, besser gesagt: nie!

Ralf-abc

Re: Ich bin ja sehr beruhigt, ...

Beitrag von Ralf-abc » 15 Juni 2010 18:15

Manuela, inkonsequent hat geschrieben:Hast du auch die geschätzten Billionen dazu "verinnerlicht"?So was habe ich lange nicht von irgendwo gehört, besser gesagt: nie!


Die geologischen Untersuchungen, auf denen diese Schätzungen basieren, sind aber schon älter. Teilweise wohl sogar noch von der Russen, bei deren kleinem Afghanistan-Abenteuerurlaub.
Viel interessanter, wie den Inhalt der Meldung, finder ich daher die Frage, warum das ausgerechnet jetzt so medienwirksam veröffentlicht wird.

Ralf-abc

Re: Ich bin ja sehr beruhigt, ...

Beitrag von Ralf-abc » 15 Juni 2010 20:02

Ralf-abc hat geschrieben:Viel interessanter, wie den Inhalt der Meldung, finder ich daher die Frage, warum das ausgerechnet jetzt so medienwirksam veröffentlicht wird.


Mist, schon wieder. Ich korrigiere: Viel interessanter, als den Inhalt ...

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Beitrag von Pan meets Lilith » 15 Juni 2010 23:49

@ralf_abc:
Mist, schon wieder. Ich korrigiere: Viel interessanter, als den Inhalt ...

Auf das Komma würde ich, rein persönlich, AUCH noch verzichten. ;-)

@ralf_abc:
Die geologischen Untersuchungen, auf denen diese Schätzungen basieren, sind aber schon älter. Teilweise wohl sogar noch von der Russen, bei deren kleinem Afghanistan-Abenteuerurlaub.

Wobei allerdings nicht unerwähnt bleiben darf, dass die Russen einem Militärhilfe-Ersuchen des damalig amtierenden Machthabers nachkamen - und zwar mit großen Bedenken!

http://de.wikipedia.org/wiki/Afghanisch ... e_Invasion

Dass ein solches Militärhilfe-Ersuchen JEMALS von IRGENDEINER afghanischen Seite an die USA vorlag, ist mir nicht bekannt.

Sehr wohl ist mir aber bekannt, dass die USA (und rechtskonservative Kreise aus Deutschland, darunter auch der rechtsjüdische Propagandist Gerhard Löwenthal) die damaligen Volksmudjaheddin so stark bewaffneten oder über Spenden indirekt zu ihrer Bewaffnung beitrugen, dass dies die Grundlage für das spätere Terror-Regime der sog. Taliban legte (gemeinsam mit saudischen Geldern und Waffen). Aber DAS - war ja auch schon in den Irak-Kriegen so ...

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 16 Juni 2010 00:19

Momme hat geschrieben:
Früher sind (tatsächliche) Terror-Attentäter der "Taliban" in Camps der Al Quaida ausgebildet worden. Das ist nicht mehr nötig. Denn nun werden mit deutschen Steuergeldern finanziert "Polizisten" in Afghanistan ausgebildet, die direkt anschließend zu den "Taliban" gehen (mit dem aus Deutschland finanzierten Equipment (Waffen, Ortungsgeräte, Kommunikationstechnik). Die Taliban zahlen besser. Und welcher Afghane würde sich ernsthaft mit "westlichen Werten" identifzieren, wo "der Westen" doch selbst nicht weiß, was denn seine Werte seien!)


Wie lange lebtest du in Afganistan, um eine solch kategorische Aussage treffen zu können?


Du findest das witzig, mich in der Aussage (bzgl. Israel-Palästina-Konflikt) zu spiegeln?
Bitte, Momme, erkundige dich im Bedarfsfalle bei den Redaktionen von Auslandsjournal (ZDF) und Weltspiegel (ARD). Dies sind meine Quellen.

M.E. ist das US-amerikanische "Engagement" in Afghanistan WEDER auf "Frauenrechte" (DIE existierten während der kommunistischen Zeit Afghanistans!) NOCH auf Bodenschätze zurückzuführen (DEREN Existenz ist lange lange bekannt, ohne dass es thematisiert wurde - weil deren Abbau alles andere als unkompliziert wäre). Nein, das "Engagement" der USA in Afghanistan ist ein abstruser Mix aus US-amerikanischer Überheblichkeit und US-amerikanischem Minderwertigkeitskomplex (siehe Vietnam).

Ich bin nicht der Meinung, dass deutsche Truppen und deutsches Geld dafür bereitstehen sollten, amerikanische Minderwertigkeitskomplexe und Gottesebenbildlichkeits-Anmaßungen zu unterstützen. Ich BIN der Meinung, dass die US-Amerikaner diesen Krieg ALLEIN weiterzuführen haben - und zwar mit ganz erheblichen Rechenschaftspflichten gegenüber einer internationalen Gemeinschaft. Die USA sind EH Schnee von gestern. Ob die Aufwände in deren Afghanistan-Einsatz dies beschleunigen, ist für andere ohne Belang.

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