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Streiflichter Nr..244 vom 14.07.2014
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regenmacher



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Streiflichter Nr..244 vom 14.07.2014

(1) Die Venus von … Dolni Vestonice

Mit einem Alter von fast 30000 Jahren ist die Venus von Dolni Vestonice „schon etwas älter“ und gehört mithin zu den ältesten keramischen Erzeugnissen :


http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b8/Vestonicka_venuse_edit.jpg/220px-Vestonicka_venuse_edit.jpg

Details hierzu unter :
http://de.wikipedia.org/wiki/Venus_von_Doln%C3%AD_V%C4%9Bstonice

Nach ihr ist eines der bekannteren Naturistentreffen in der Tschechei genannt, das in diesem Jahr bereits zum 4. Mal dort organisiert wurde. Ivo Zurek, Präsident des neuen Verbandes der tschechischen Naturisten und einer der treibenden Kräfte dort, hat dazu einen Bericht verfasst :

http://naturista.cz/drupal/ctvrta_naturisticka_venuse_v_atc_merkur_pasohlavky_2014

den man auch mit „Sport- und Spielwochenende am Wasser“ betiteln kann. Mit internationaler Beteiligung, denn u.a. hat auch eine Abordnung aus Slowenien daran teilgenommen.

Maja Penko, die Präsidentin des dortigen Verbandes „Zveza Drustev Naturistov Slovenije (ZDNS)“, war mit einigen weiteren Aktivisten bereits am Freitag, den 13.06.14, an den Ort des Geschehens (ca. 100 km südlich von Wien) gereist.

Nachdem sie sich etwas gestärkt hatten, tauchte auch Ivo auf, der mit Maja und den Anderen die weiteren Planungen für das anstehende, sonnige Wochenende durchging.

Auf dem Programm : „Volleyball spielen“


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e2.jpg

Und die neue Kombinations-Sportart „Dose festhalten“ und „Zugucken“ - beides gleichzeitig :

http://naturista.cz/drupal/files/images11/dsc_0282.jpg

Wer wollte, der konnte sich bei „yogistischen Übungen“ entspannen.

„Regenmacher, 'yogistische' Übungen - was soll das sein ?? Du meinst vermutlich 'Nackt-Yoga' “

Ja, genau :


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e3.jpg

Ganz rechts im Bild ... das ist übrigens Maja,

Und gepaddelt wurde auch :


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e4.jpg

Einer der Höhepunkte war dann aber der Nacktlauf, der über den inneren Bereich hinaus ins benachbarte „Textilgebiet“ führte, wo – wie Ivo uns berichtet – die nackten Läufer und Läuferinnen freundlich begrüßt wurden.


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e1.jpg

Natürlich waren auch Wurfspiele, wie z.B. Dart, im Programm.

Geworfen wurde aber nicht nur mit Pfeilen, sondern auch mit …
… Baumstämmen !

Jedenfalls wurde das so vom zeichnenden Roman so dokumentiert.

Auf einem seiner unter

http://naturista.cz/drupal/ctvrta_naturisticka_venuse_v_atc_merkur_pasohlavky_2014

veröffentlichten Zeichnungen sehen wir, wie eine zierliche, junge Frau mit leichter Hand gewaltige Mengen an Holz wirft. (!! ???)

Na gut – da hat Roman, der Scherzkeks, wohl wieder einmal etwas übertrieben.

Jedenfalls gab es hinterher auch die obligatorische Siegerehrung :


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e5.jpg

Links - das ist Roman, der Zeichner. In der Mitte und etwas weiter vorne, das ist einer der treibenden Kräfte am Ort, vermutlich der Gastwirt. Und rechts das ist Ivo.

"Regenmacher, das kennen wir. Du schreibst, dass das Ivo ist und hinerher stellt sich heraus, dass Ivo gar nicht dabei war."

In diesem Falle ist jeder Irrtum vollkommen ausgeschlossen, denn ich habe - der Sicherheit halber - mit meiner Brille nachgesehen. Außerdem hat er es mir selbst geschrieben. Ich schwöre.

Pedro, der die katalanischen Naturisten vertrat und mit rund 2500 km die weiteste Anreise hatte, bekam eine extra Urkunde.

Das Beste aber kommt zum Schluss :

Auch im nächsten Jahr wird es eine „Venuse“ geben.


(2) Achtfacher Freispruch in den Niederlanden

Wie hinlänglich bekannt sein dürfte, existiert in den Niederlanden eine eigene Gesetzesvorschrift, die das Nacktsein im öffentlichen Raum regelt. Der § 430a WvS erklärt das Nacktsein in denjenigen öffentlichen Bereichen für zulässig, für die die örtlichen Gemeinden eine explizite Genehmigung geben, ODER die dafür „geeignet“ sind. Diese etwas umständliche Regelung geht auf einen seinerzeit zwischen dem zuständigen Parlamentsausschuss und dem Ministerium gefunden Kompromiss zurück. Sie ermöglicht es Gemeinden, FKK-Bereiche auf ihrem Gebiet zu schaffen, aber eben nicht FKK-Verbote auszusprechen. Zudem lässt der seinerzeitige Kompromiss die wichtige Frage „Was denn nun einen für FKK geeigneten von einem für FKK ungeeigneten Bereich unterschiedet“ offen.

In der Vergangenheit hat dies zu etlichen „Knöllchen“ und – wenn Widerspruch eingelegt wurde – auch zu nachfolgenden Gerichtsverfahren geführt.

Mit tatkräftiger Unterstützung aus den Reihen des Verbandes der niederländischen Naturisten, der NFN, soll nun die Frage nach dem „geeignet“ bzw. „ungeeignet“ einer generellen richterlichen Klärung zugeführt werden. Dies geschieht am Beispiel der Gemeinde Delft, die vor einem Jahr einen über Jahrzehnte der naturistischen Erholung gewidmeten Bereich für ungeeignet erklärte und folgerichtig im Sommer des letzten Jahres zahlreiche Knöllchen an die dortigen, nackten Erholungssuchenden verteilte. In einer Art „konzertierten Aktion“ der so abgemahnten Nackten kam es zu vielen dutzend Widerspruchsverfahren.

Der zuständige Richter stellte in einem, am 28.01.2014 ergangenen Urteil fest, dass die Gemeinde tatsächlich nicht befugt war, FKK an dem in Frage stehenden Ort zu verbieten und nachfolgend „Bußgelder“ von den Nackten einzufordern. Zugleich stellte er die Regel auf, dass an denjenigen öffentlichen Orten FKK zulässig ist, an denen sich nicht mehr als 150 bekleidete Personen befinden.
( siehe auch Streiflicht Nr. 226.4 vom 28.01.2014 )

Wenngleich durch diese Regelung nun z.B. Nacktwanderungen in den niederländischen Wäldern und im landwirtschaftlichen Bereich richterlich als zulässige FKK klassifiziert werden, ist sie unbefriedigend, was sich allein schon daran zeigt, dass der Richter nur diejenigen Knöllchen für unwirksam erklärte, die zu Zeitpunkten ausgestellt wurden, als es im fraglichen Bereich zufällig relativ menschenleer war.

In kurz : Der Gang zur nächsthöheren Instanz war nötig. Das sah übrigens – wenngleich auch aus gänzlich anderen Gründen – auch die Gegenseite so.

Die Nackten wurden in dieser Sache von Rechtsanwalt Gerhard Spong vertreten – bezahlt wurde er aus Mitteln des Verbandes der niederländischen Naturisten. (Er hat übrigens vor langer Zeit in Almere auch schon einmal ein Knöllchen wg. Nacktseins bekommen)


http://static3.volkskrant.nl/static/photo/2014/15/0/10/20140626210922/media_xl_2334355.jpg
Rechtsanwalt Gerhard Spong

Am 27.06.14 stand die mündliche Verhandlung beim „Gerechtshof Den Haag“ (ganz grob den hiesigen Oberlandesgerichten vergleichbar) an. Wie ihr folgendem, kurzem Video entnehmen könnt, mussten sich mehrere Richter damit befassen :


http://www.omroepwest.nl/nieuws/27-06-2014/om-naaktlopen-blijft-taboe-delftse-hout
(nach unten scrollen)

Vordergründig war der Widerspruch zu den noch offenen 8 „Knöllchen“ Gegenstand des Verfahrens, tatsächlich aber waren sich alle Beteiligten darüber im Klaren, dass hier auch eine Entscheidung in der Frage der FKK-Eignung getroffen werden musste.

Im Grunde war niederländische Rechtsgeschichte zu schreiben.

Das erforderte richterliche Sorgfalt.

Noch am Verhandlungstag verkündete das Gericht, dass daher erst in 14 Tagen mit einem Urteil zu rechnen sei, was der niederländischen Presse Gelegenheit gab, im Vorhinein reichlich über die für den vergangenen Freitag, den 11.07.14, angekündigte Urteilsverkündung zu spekulieren.

Ich mache jetzt einen Sprung, übergehe derartige, zwischenzeitlich eingebrachte Spekulation und will auch keine Bemerkungen fallen lassen zu einem von der Gegenseite noch am vergangenen Donnerstag angeregten Treffen mit den Polizeibehörden, sondern gleich die wichtigste Information aus dem inzwischen vorliegenden Urteil weitergeben :

In den acht verbliebenen Fällen, der von der Vorinstanz noch nicht zurückgewiesenen Knöllchen, hat das Gericht auf Freispruch erkannt :


http://www.omroepwest.nl/nieuws/11-07-2014/blijdschap-en-opluchting-na-uitspraak-hof-over-naaktrecreatie-delftse-hout
(nach unten scrollen)

Im vorstehenden Video freuen sich Aktivist Herman van der Helm : "Das ist wirklich die beste Entscheidung, die wir in den letzten dreißig Jahren der Gesetzgebung im Bereich des „Clothing optional' hatten.“

Mit ihm freuen sich auch die Vertreter der NFN, drunter übrigens ein dort bekannter Nacktwanderer, der mit Sicherheit hier noch vorkommen wird.

In Summe : Nun sind alle Knöllchen vom Tisch.

Zugleich ist nun auch nicht mehr von der durch die Vorinstanz eingeführten „150-Personen-Regel“ die Rede, sondern statt dessen wird von dem Gericht gefordert, dass im Sinne des §430a ein Gebiet dann zur naturistischen Erholung geeignet ist, wenn die Mehrheit der bekleidet Anwesenden nichts dagegen einwendet. Um ein für FKK geeigneter Bereich zu sein wird zusätzlich gefordert, dass die Mehrheit der dort Anwesenden nackt ist, der in Frage stehende Bereich abseits öffentlicher Straßen liegt und die Temperatur und die Zeit dem Zwecke angemessen sind.

Das würde gemeinschaftliche Nacktwanderungen in dünn besiedelten landwirtschaftlichen Bereichen, wo es gelegentlich zu kurzzeitigen Begegnungen mit Bekleideten kommen kann, unter den Schutz des § 430 a WvS stellen.

Das Urteil ist bereits veröffentlicht und unter

http://uitspraken.rechtspraak.nl/inziendocument?id=ECLI:NL:GHDHA:2014:2272

einsehbar.

Wie geht es weiter ??

Von Seiten der betroffenen Nackten – und damit auch von Seiten der NFN – wird es keinen Grund geben, in Revision zu gehen.

Ob die Sache an die höchstmögliche Instanz, den Obersten Gerichtshof (ganz, ganz grob mit einem Bundesgericht zu vergleichen) geht, hängt also von der Gegenseite ab, die – so wird immer wieder in informellen Gesprächen klar – eigentlich gar nichts gegen die Nackten hat, sondern mit dem Verbot gegen unstrittig schwergewichtige Straftaten aus dem Sexualbereich vorgehen, bzw. selbige erschweren wollte.

Aus Sicht des Anwalts der einfachen Nackten, ist das ein Missbrauch des § 430a WvS. Vielmehr stehen im Sexualstrafrecht ganz andere, auch vom Strafmaß deutlich schwergewichtigere Paragraphen bereit, deren Anwendung zu empfehlen ist.

Genug.

Jetzt geht es zum Wandern.
Selbstredend : Nacktwandern.

Nach Ungarn.


(3) Nacktwandern – im heißen Ungarn

Schon seit langer Zeit gehört das Nacktwandern bei vielen Vereinen und Verbänden zum Standardprogramm.

Natürlich auch in Ungarn, wo nun schon seit weit über einem Jahrzehnt der auch im Verband der ungarischen Naturisten organisierte FKK-Verein „NaVKE“ immer wieder längere Nacktausflüge (die bei ihnen „NaTura“ heißen) organisiert.

Kürzlich war es wieder soweit.

Am Sonntag, den 29.06.14, trafen sich unweit von Sandorfalva (ca. 150 km süd-süd-westlich von Budapest, nahe der Grenze zu Serbien) 17 Aktivisten um gemeinsam einen nackigen Tag zu erleben.

Wie schon im Vorjahr hatte Istvan Rohoska auch dieses Mal einiges vorbereitet, so dass sich gegen 10:00 Uhr (oder etwas später) die Teilnehmenden am ausgewählten Startpunkt trafen, wo schon die Scharfe warten :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/natura_03.jpg

Von dort ging es über breite Feld- und Wirtschaftswege,


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/29-06-2014-04nt.jpg

Wiesen


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4846nt.jpg

und schmale Trampelpfade,


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4777nt.jpg

die auch schon einmal im Dickicht enden ...


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4825nt.jpg

… oder aber auf die nächste Wiese führten, wo Gelegenheit zur Rast gegeben war.
Manch Kraut wechselte den Besitzer :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4844nt.jpg

Mit rund 30 Grad im Schatten war es ziemlich warm. So warm, dass die armen Schafe, die sich ja nicht von ihrem Fell befreien konnten, den seltenen Schatten suchten :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/natura_02.jpg

Aber auch die Nacktwandernden nutzten Möglichkeiten, sich im Wasser abzukühlen :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4848nt.jpg


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4864nt.jpg

So etwas macht hungrig.

Da traf es sich gut, dass über einem Feuer


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4871nt.jpg

Kartoffelgerichte


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4869nt.jpg

bereitet und zusammen mit fantasievoll gestalteten Saucen


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4893nt.jpg

verzehrt werden konnten. Wie unschwer zu erkennen ist, muss es geschmeckt haben, denn hier


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4895nt.jpg

holt sich ein auch inzwischen nicht mehr ganz so junger Mann einen weiteren „Nachschlag“.

„Regenmacher, das musst du gerade sagen, wo du doch an keiner – wie auch immer zubereiteten – Speise vorbeigehen kannst.“

Mach mich jetzt nicht nervös.

Denn ich muss mich gut konzentrieren, damit ich nicht einen neuen Trend in der Gemeinschaft der Nackten verpasse. Man muss da schon genau hinschauen.

Noch vom gleichen Tag stammen diese Aufnahmen :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4875nt.jpg


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4882nt.jpg

Fällt euch etwas auf ??

Ja genau.
Es wird wieder Mode, Blumen (oder Blümchen) zu überreichen.

Das sagt auch meine Frau.

Ich habe verstanden.
Vermutlich wäre es nicht unklug, am morgen den hiesigen Gärtner aufzusuchen.

Jetzt aber wird es wieder einmal Ernst.

Es geht nach Spanien.
Ins Vera, wo vor wenigen Tagen die „Notbremse“ gezogen werden musste :


(4) Vera – das war knapp

Um die folgende Notiz zu verstehen, bedarf es einiger Vorbemerkungen zum spanischen Vera.

Man lebt dort vom Tourismus.
Natürlich auch vom nackten Tourismus.

Und dies schon über eine längere Zeit – wenngleich nicht immer unumstritten, wie uns z.B. dieses Foto von einer Strand-Demonstration gegen ein im Jahre 2003 in Almeria diskutiertes Nacktverbot in Erinnerung ruft :


http://ep01.epimg.net/ccaa/imagenes/2014/07/11/andalucia/1405099186_991914_1405099945_noticia_normal.jpg

Die Nackten von Vera waren im letzten Jahr Thema der Weltpresse, als sie (mit Unterstützung der lokalen Behörden) einen neuen Weltrekord im Nacktbaden aufgestellten – es stand auch in den Streiflichtern.

Folgende Aufnahme berichtet davon :


http://www.veraplayafriends.com/images/skinnydip/skinnydiprecord_18.jpg

und hier die zugehörige Urkunde :


http://www.veraplayafriends.com/images/skinnydip/skinnydip_cert.jpg

Unvergessen auch der am Vortag zum erfolgreich Weltrekordversuch dort erstmals durchgeführte Nacktlauf „Carrera Nudista Vera Playa“ – auch davon wurde hier in den Streiflichtern berichtet :


http://1.bp.blogspot.com/-WnGSBHm3nY8/UerwRPo1b0I/AAAAAAAAAuk/DNXkM8Jja-o/s1600/FOTOS+DE+LA+I+CARRERA+NUDISTA+2013+(1).jpg


http://2.bp.blogspot.com/-zIiojrs6d1U/UerwhjdF-6I/AAAAAAAAAvE/PKbdCsxCBpU/s1600/FOTOS+DE+LA+I+CARRERA+NUDISTA+2013+(15).jpg

Ich notiere dies hier etwas ausführlicher, denn es steht im krassen Widerspruch zu dem, was dort im vergangenen Juni geschah :

Am 26. Juni wurde mit Enthaltung der PSOE und gegen die Stimmen der PA eine neue Verordnung zur Prävention von „Actos Incívicos“ („Asozialen Handlungen“) angenommen, die – ihr werdet es erahnen – tief versteckt im § 32.4 u.a. auch ein Verbot der Nacktheit vorsieht und im Falle der Zuwiderhandlung eine Art „Bußgeld“ von 100-300 Euro angedroht. Es war bereits die zweite, das Verfahren abschließende Abstimmung.

Wie konnte das passieren ?
Was haben sie sich dabei gedacht ??

Offensichtlich nichts. Oder nicht viel.

Denn – kaum war die Verordnung beschlossen, fiel ihnen der Fehler auf.

„Nacktsein“ als „asoziale Handlung“ : Das geht gar nicht.

Francisco Vázquez (PA), beklagt, dass – neben allerlei anderer Fragen – durch das Nacktheitsverbot erst die Konflikte geschaffen werden, die man vorgebe, damit lösen zu wollen. Und Isabel de Haro (PSOE) stellt fest, dass ja gerade Vera für das friedliche Miteinander von Nackten und Bekleideten steht und stellt sich in diesem Zusammenhang die rhetorische Frage „cuando no hay problemas ¿por qué crearlos?“ (Wenn es [mit der Nacktheit im öffentlichen Raum] keine Probleme gibt, warum schaffen wir sie uns dann?)

Selbst der stellvertretende Bürgermeister, Juan de la Cruz Belmonte, räumt ein, dass da ein Fehler passiert ist und beeilt sich zu betonen, dass der Stadtrat schon immer die naturistische Praxis unterstützt habe („que desde el Ayuntamiento se ha apoyado siempre la práctica naturista“)

Bei so viel Einsicht, darf man sich natürlich fragen, warum sie nicht eher darüber nachgedacht haben.

Ich kann euch sagen – da war was los im spanischen Vera.

Selten habe ich eine so große Einigkeit unter den Nackten erlebt, die nun den Erhalt der dort gewachsenen Tradition einforderten.

Der Druck wurde immer größer.

So groß, dass am vergangenen Mittwoch, den 29.07.14, die PA einen förmlichen Antrag stellte, umgehend den Fehler durch Streichung der umstrittenen Passagen zu korrigieren. Somit war die Veröffentlichung im Amtsblatt „Boletín Oficial de la Provincia (BOP)“ gestoppt, so dass die - an und für sich ja bereits abschließend beschlossene – Verordnung nicht in Kraft treten konnte.

Zwei Tage später – also am vergangenen Freitag, den 31.07.14 – rief dann der Bürgermeister José Carmelo Jorge Blanco (PP) bei Ismael Rodrigo, dem Präsident der Föderation der Spanischen Naturisten FEN, an und bestätigte, dass in der strittigen Verordnung alle Bezugnahmen zur Nacktheit gestrichen sind.

Es ist immer schön, wenn jemand seinen Fehler einsieht und ihn umgehend berichtigt, denn das spart Ärger und Kosten. Auf beiden Seiten.

Darum will ich hier jetzt ein Bild des einsichtigen Bürgermeisters José Carmelo Jorge Blanco einschieben :


https://scontent-a.xx.fbcdn.net/hphotos-xpa1/t1.0-9/10392272_10152297884573635_413727019502577358_n.jpg

Das war knapp.

Denn ich sage euch : Schon am nächsten Sonntag, den 20.07.14 wird es dort … ihr werdet es erahnen … einen neuen Weltrekordversuch im Nacktbaden geben. Und für den vorhergehenden Samstag, den 19.07.14, ist auch wieder ein Nacktlauf („2. Carrera Nudista Vera Playa“) geplant.

Ich wünsche allen Beteiligten gutes Wetter.

Auf zum Schlusslicht :


(5) Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Beginnend mit dem Erfolg der „Reality“-Show „Naked and Afraid“, in der Nackte auf einer „einsamen“ Insel ausgesetzt werden und sich dann – begleitet von Kameras – irgendwie durchschlagen müssen, ist inzwischen in den USA eine Welle von nackten „Reality-Shows“ entstanden. Sie alle führen das Wörtchen „Naked“ im Titel, was dort wohl viele Zuschauer anlockt. Im Streiflicht Nr. 220.5 vom 22.11.2013 notierte ich z.B. über die von der TLC produzierte „Buying Naked“, in der Nackte von einer Immobilien-Maklerin in verschiedene Häuser/Wohnungen geführt werden.


http://img.washingtonpost.com/blogs/style-blog/files/2014/06/32711_ep102_024_image_982w.jpg

Die Sendung war so erfolgreich, dass vor wenigen Tagen eine neue Staffel ihren Sendestart hatte. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass dort am kommenden Donnerstag, den 17.07.14, die Reihe „Naked Dating“ starten wird, dann kann man insgesamt tatsächlich schon von einer Welle reden.

Das ist für die „American Association of Nude Recreation (AANR)“ Grund genug, dazu Stellung zu nehmen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Zunächst das lachende von den beiden Augen :

Susan Weaver, scheidende Präsidentin besagter AANR, freut sich über die Aufmerksamkeit, die damit der nackten Sache widerfährt. Und auch darüber, dass Nackte in den bisherigen Sendungen durchgehend positiv dargestellt werden. Vermutlich ist es sogar das erste Mal, dass – nach langen Jahrzehnten – im sexualisierten USA-Raum „einfache Alltags-Nacktheit“ zu einem Thema gemacht wird.

Nun das weinende der beiden Augen :

Wenngleich z.B. viele „Bying Naked“-Folgen auf einem FKK-Resort im sonnigen Florida gedreht wurden, so wird in ihnen fast nur die junge Nacktheit von semiprofessionellen Darstellern gezeigt, die fast durchgängig sehr gut verdienende Nackte spielen. Damit vermittelt die „Reality-Show“ ein nicht reales Bild der Nackten, die sich – abgesehen vom Nacktsein – kaum vom Durchschnitts-Amerikaner unterscheiden.

Bill Schroer, Manager der AANR, fasst es zusammen :
“I think it’s kind of a mixed blessing”

Mit „gemischten Gefühlen“ sieht übrigens auch die erst vor wenigen Tagen zur neuen Präsidentin der AANR gewählte Beverly B. Price den „Naked-Reality“-Sendungen entgegen. Die kommende Vizepräsidentin der AANR, Sharon McLeod, teilt diese Einstellung.


http://www.aanr.com/blog/wp-content/uploads/2014/04/Price.jpg
Beverly B. Price, kommende Präsidentin der AANR


http://www.aanr.com/blog/wp-content/uploads/2014/04/McLeod.jpg
Sharon McLeod, kommende Vizepräsidentin der AANR

Ich könnte noch viel dazu schreiben, muss jetzt aber Schluss machen, denn meine Zeit - inzwischen sind es sogar 15 Minuten geworden – ist hier schon wieder um.

Bis die Tage.


Alle Grüße
michael regenmacher / strothjohann

Hier geht es zum letzten Streiflicht:
http://www.fkk-freun.de/viewtopic.php?t=30963

Und wer jetzt immer noch nicht genug hat:
Hier geht es zu den anderen Streiflichtern - „gesammelt und gebunden“:
http://www.fkk-freun.de/viewtopic.php?t=19187

Und hier:
http://www.sauna-jugendforum.de/viewtopic.php?f=69&t=126&start=200

Und hier auch:
http://www.fsg-lev.de/aktuelles.html
.

Beitrag 14 Juli 2014 19:50 
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Bernd
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Hallo Regenmacher,

nur eine kleine, mir aber sehr wichtige Anmerkung: bitte nicht "Tschechei", sondern Tschechien.
Die Begründung findet man, wenn man bei Wikipedia "Tschechei" eingibt...

Gruß, Bernd

Beitrag 14 Juli 2014 20:07 
 
 
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regenmacher



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Zitat:
nur eine kleine, mir aber sehr wichtige Anmerkung: bitte nicht "Tschechei", sondern Tschechien.

Du hast vollkommen Recht.

„Tschechei“ - das kann ganz böse missverstanden werden.

Kürzlich hatte mich jemand ( warst du das ? ) in einer mail schon einmal darauf hingewiesen.
Ich kann mir auch nicht erklären, wieso das so in meinem Kopf sitzt, schließlich bin ich erst ab 1960 beschult worden. Ob das damals so in den Atlanten stand ?? Keine Ahnung. Ich werde aber die nächste Gelegenheit wahrnehmen nachzusehen.

Jedenfalls will ich das – damit Missverständnisse wirklich ausgeschlossen sind – sogleich berichtigen :

.

Beitrag 14 Juli 2014 20:38 
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regenmacher



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Streiflichter Nr.244 Berichtigung

(1) Die Venus von … Dolni Vestonice

Mit einem Alter von fast 30000 Jahren ist die Venus von Dolni Vestonice „schon etwas älter“ und gehört mithin zu den ältesten keramischen Erzeugnissen :


http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b8/Vestonicka_venuse_edit.jpg/220px-Vestonicka_venuse_edit.jpg

Details hierzu unter :
http://de.wikipedia.org/wiki/Venus_von_Doln%C3%AD_V%C4%9Bstonice

Nach ihr ist eines der bekannteren Naturistentreffen in Tschechien benannt, das in diesem Jahr bereits zum 4. Mal dort organisiert wurde. Ivo Zurek, Präsident des neuen Verbandes der tschechischen Naturisten und einer der treibenden Kräfte dort, hat dazu einen Bericht verfasst :

http://naturista.cz/drupal/ctvrta_naturisticka_venuse_v_atc_merkur_pasohlavky_2014

den man auch mit „Sport- und Spielwochenende am Wasser“ betiteln kann. Mit internationaler Beteiligung, denn u.a. hat auch eine Abordnung aus Slowenien daran teilgenommen.

Maja Penko, die Präsidentin des dortigen Verbandes „Zveza Drustev Naturistov Slovenije (ZDNS)“, war mit einigen weiteren Aktivisten bereits am Freitag, den 13.06.14, an den Ort des Geschehens (ca. 100 km südlich von Wien) gereist.

Nachdem sie sich etwas gestärkt hatten, tauchte auch Ivo auf, der mit Maja und den Anderen die weiteren Planungen für das anstehende, sonnige Wochenende durchging.

Auf dem Programm : „Volleyball spielen“


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e2.jpg

Und die neue Kombinations-Sportart „Dose festhalten“ und „Zugucken“ - beides gleichzeitig :

http://naturista.cz/drupal/files/images11/dsc_0282.jpg

Wer wollte, der konnte sich bei „yogistischen Übungen“ entspannen.

„Regenmacher, 'yogistische' Übungen - was soll das sein ?? Du meinst vermutlich 'Nackt-Yoga' “

Ja, genau :


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e3.jpg

Ganz rechts im Bild ... das ist übrigens Maja,

Und gepaddelt wurde auch :


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e4.jpg

Einer der Höhepunkte war dann aber der Nacktlauf, der über den inneren Bereich hinaus ins benachbarte „Textilgebiet“ führte, wo – wie Ivo uns berichtet – die nackten Läufer und Läuferinnen freundlich begrüßt wurden.


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e1.jpg

Natürlich waren auch Wurfspiele, wie z.B. Dart, im Programm.

Geworfen wurde aber nicht nur mit Pfeilen, sondern auch mit …
… Baumstämmen !

Jedenfalls wurde das so vom zeichnenden Roman so dokumentiert.

Auf einem seiner unter

http://naturista.cz/drupal/ctvrta_naturisticka_venuse_v_atc_merkur_pasohlavky_2014

veröffentlichten Zeichnungen sehen wir, wie eine zierliche, junge Frau mit leichter Hand gewaltige Mengen an Holz wirft. (!! ???)

Na gut – da hat Roman, der Scherzkeks, wohl wieder einmal etwas übertrieben.

Jedenfalls gab es hinterher auch die obligatorische Siegerehrung :


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e5.jpg

Links - das ist Roman, der Zeichner. In der Mitte und etwas weiter vorne, das ist einer der treibenden Kräfte am Ort, vermutlich der Gastwirt. Und rechts das ist Ivo.

"Regenmacher, das kennen wir. Du schreibst, dass das Ivo ist und hinerher stellt sich heraus, dass Ivo gar nicht dabei war."

In diesem Falle ist jeder Irrtum vollkommen ausgeschlossen, denn ich habe - der Sicherheit halber - mit meiner Brille nachgesehen. Außerdem hat er es mir selbst geschrieben. Ich schwöre.

Pedro, der die katalanischen Naturisten vertrat und mit rund 2500 km die weiteste Anreise hatte, bekam eine extra Urkunde.

Das Beste aber kommt zum Schluss :

Auch im nächsten Jahr wird es eine „Venuse“ geben.


(2) Achtfacher Freispruch in den Niederlanden

Wie hinlänglich bekannt sein dürfte, existiert in den Niederlanden eine eigene Gesetzesvorschrift, die das Nacktsein im öffentlichen Raum regelt. Der § 430a WvS erklärt das Nacktsein in denjenigen öffentlichen Bereichen für zulässig, für die die örtlichen Gemeinden eine explizite Genehmigung geben, ODER die dafür „geeignet“ sind. Diese etwas umständliche Regelung geht auf einen seinerzeit zwischen dem zuständigen Parlamentsausschuss und dem Ministerium gefunden Kompromiss zurück. Sie ermöglicht es Gemeinden, FKK-Bereiche auf ihrem Gebiet zu schaffen, aber eben nicht FKK-Verbote auszusprechen. Zudem lässt der seinerzeitige Kompromiss die wichtige Frage „Was denn nun einen für FKK geeigneten von einem für FKK ungeeigneten Bereich unterschiedet“ offen.

In der Vergangenheit hat dies zu etlichen „Knöllchen“ und – wenn Widerspruch eingelegt wurde – auch zu nachfolgenden Gerichtsverfahren geführt.

Mit tatkräftiger Unterstützung aus den Reihen des Verbandes der niederländischen Naturisten, der NFN, soll nun die Frage nach dem „geeignet“ bzw. „ungeeignet“ einer generellen richterlichen Klärung zugeführt werden. Dies geschieht am Beispiel der Gemeinde Delft, die vor einem Jahr einen über Jahrzehnte der naturistischen Erholung gewidmeten Bereich für ungeeignet erklärte und folgerichtig im Sommer des letzten Jahres zahlreiche Knöllchen an die dortigen, nackten Erholungssuchenden verteilte. In einer Art „konzertierten Aktion“ der so abgemahnten Nackten kam es zu vielen dutzend Widerspruchsverfahren.

Der zuständige Richter stellte in einem, am 28.01.2014 ergangenen Urteil fest, dass die Gemeinde tatsächlich nicht befugt war, FKK an dem in Frage stehenden Ort zu verbieten und nachfolgend „Bußgelder“ von den Nackten einzufordern. Zugleich stellte er die Regel auf, dass an denjenigen öffentlichen Orten FKK zulässig ist, an denen sich nicht mehr als 150 bekleidete Personen befinden.
( siehe auch Streiflicht Nr. 226.4 vom 28.01.2014 )

Wenngleich durch diese Regelung nun z.B. Nacktwanderungen in den niederländischen Wäldern und im landwirtschaftlichen Bereich richterlich als zulässige FKK klassifiziert werden, ist sie unbefriedigend, was sich allein schon daran zeigt, dass der Richter nur diejenigen Knöllchen für unwirksam erklärte, die zu Zeitpunkten ausgestellt wurden, als es im fraglichen Bereich zufällig relativ menschenleer war.

In kurz : Der Gang zur nächsthöheren Instanz war nötig. Das sah übrigens – wenngleich auch aus gänzlich anderen Gründen – auch die Gegenseite so.

Die Nackten wurden in dieser Sache von Rechtsanwalt Gerhard Spong vertreten – bezahlt wurde er aus Mitteln des Verbandes der niederländischen Naturisten. (Er hat übrigens vor langer Zeit in Almere auch schon einmal ein Knöllchen wg. Nacktseins bekommen)


http://static3.volkskrant.nl/static/photo/2014/15/0/10/20140626210922/media_xl_2334355.jpg
Rechtsanwalt Gerhard Spong

Am 27.06.14 stand die mündliche Verhandlung beim „Gerechtshof Den Haag“ (ganz grob den hiesigen Oberlandesgerichten vergleichbar) an. Wie ihr folgendem, kurzem Video entnehmen könnt, mussten sich mehrere Richter damit befassen :


http://www.omroepwest.nl/nieuws/27-06-2014/om-naaktlopen-blijft-taboe-delftse-hout
(nach unten scrollen)

Vordergründig war der Widerspruch zu den noch offenen 8 „Knöllchen“ Gegenstand des Verfahrens, tatsächlich aber waren sich alle Beteiligten darüber im Klaren, dass hier auch eine Entscheidung in der Frage der FKK-Eignung getroffen werden musste.

Im Grunde war niederländische Rechtsgeschichte zu schreiben.

Das erforderte richterliche Sorgfalt.

Noch am Verhandlungstag verkündete das Gericht, dass daher erst in 14 Tagen mit einem Urteil zu rechnen sei, was der niederländischen Presse Gelegenheit gab, im Vorhinein reichlich über die für den vergangenen Freitag, den 11.07.14, angekündigte Urteilsverkündung zu spekulieren.

Ich mache jetzt einen Sprung, übergehe derartige, zwischenzeitlich eingebrachte Spekulation und will auch keine Bemerkungen fallen lassen zu einem von der Gegenseite noch am vergangenen Donnerstag angeregten Treffen mit den Polizeibehörden, sondern gleich die wichtigste Information aus dem inzwischen vorliegenden Urteil weitergeben :

In den acht verbliebenen Fällen, der von der Vorinstanz noch nicht zurückgewiesenen Knöllchen, hat das Gericht auf Freispruch erkannt :


http://www.omroepwest.nl/nieuws/11-07-2014/blijdschap-en-opluchting-na-uitspraak-hof-over-naaktrecreatie-delftse-hout
(nach unten scrollen)

Im vorstehenden Video freuen sich Aktivist Herman van der Helm : "Das ist wirklich die beste Entscheidung, die wir in den letzten dreißig Jahren der Gesetzgebung im Bereich des „Clothing optional' hatten.“

Mit ihm freuen sich auch die Vertreter der NFN, drunter übrigens ein dort bekannter Nacktwanderer, der mit Sicherheit hier noch vorkommen wird.

In Summe : Nun sind alle Knöllchen vom Tisch.

Zugleich ist nun auch nicht mehr von der durch die Vorinstanz eingeführten „150-Personen-Regel“ die Rede, sondern statt dessen wird von dem Gericht gefordert, dass im Sinne des §430a ein Gebiet dann zur naturistischen Erholung geeignet ist, wenn die Mehrheit der bekleidet Anwesenden nichts dagegen einwendet. Um ein für FKK geeigneter Bereich zu sein wird zusätzlich gefordert, dass die Mehrheit der dort Anwesenden nackt ist, der in Frage stehende Bereich abseits öffentlicher Straßen liegt und die Temperatur und die Zeit dem Zwecke angemessen sind.

Das würde gemeinschaftliche Nacktwanderungen in dünn besiedelten landwirtschaftlichen Bereichen, wo es gelegentlich zu kurzzeitigen Begegnungen mit Bekleideten kommen kann, unter den Schutz des § 430 a WvS stellen.

Das Urteil ist bereits veröffentlicht und unter

http://uitspraken.rechtspraak.nl/inziendocument?id=ECLI:NL:GHDHA:2014:2272

einsehbar.

Wie geht es weiter ??

Von Seiten der betroffenen Nackten – und damit auch von Seiten der NFN – wird es keinen Grund geben, in Revision zu gehen.

Ob die Sache an die höchstmögliche Instanz, den Obersten Gerichtshof (ganz, ganz grob mit einem Bundesgericht zu vergleichen) geht, hängt also von der Gegenseite ab, die – so wird immer wieder in informellen Gesprächen klar – eigentlich gar nichts gegen die Nackten hat, sondern mit dem Verbot gegen unstrittig schwergewichtige Straftaten aus dem Sexualbereich vorgehen, bzw. selbige erschweren wollte.

Aus Sicht des Anwalts der einfachen Nackten, ist das ein Missbrauch des § 430a WvS. Vielmehr stehen im Sexualstrafrecht ganz andere, auch vom Strafmaß deutlich schwergewichtigere Paragraphen bereit, deren Anwendung zu empfehlen ist.

Genug.

Jetzt geht es zum Wandern.
Selbstredend : Nacktwandern.

Nach Ungarn.


(3) Nacktwandern – im heißen Ungarn

Schon seit langer Zeit gehört das Nacktwandern bei vielen Vereinen und Verbänden zum Standardprogramm.

Natürlich auch in Ungarn, wo nun schon seit weit über einem Jahrzehnt der auch im Verband der ungarischen Naturisten organisierte FKK-Verein „NaVKE“ immer wieder längere Nacktausflüge (die bei ihnen „NaTura“ heißen) organisiert.

Kürzlich war es wieder soweit.

Am Sonntag, den 29.06.14, trafen sich unweit von Sandorfalva (ca. 150 km süd-süd-westlich von Budapest, nahe der Grenze zu Serbien) 17 Aktivisten um gemeinsam einen nackigen Tag zu erleben.

Wie schon im Vorjahr hatte Istvan Rohoska auch dieses Mal einiges vorbereitet, so dass sich gegen 10:00 Uhr (oder etwas später) die Teilnehmenden am ausgewählten Startpunkt trafen, wo schon die Scharfe warten :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/natura_03.jpg

Von dort ging es über breite Feld- und Wirtschaftswege,


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/29-06-2014-04nt.jpg

Wiesen


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4846nt.jpg

und schmale Trampelpfade,


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4777nt.jpg

die auch schon einmal im Dickicht enden ...


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4825nt.jpg

… oder aber auf die nächste Wiese führten, wo Gelegenheit zur Rast gegeben war.
Manch Kraut wechselte den Besitzer :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4844nt.jpg

Mit rund 30 Grad im Schatten war es ziemlich warm. So warm, dass die armen Schafe, die sich ja nicht von ihrem Fell befreien konnten, den seltenen Schatten suchten :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/natura_02.jpg

Aber auch die Nacktwandernden nutzten Möglichkeiten, sich im Wasser abzukühlen :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4848nt.jpg


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4864nt.jpg

So etwas macht hungrig.

Da traf es sich gut, dass über einem Feuer


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4871nt.jpg

Kartoffelgerichte


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4869nt.jpg

bereitet und zusammen mit fantasievoll gestalteten Saucen


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4893nt.jpg

verzehrt werden konnten. Wie unschwer zu erkennen ist, muss es geschmeckt haben, denn hier


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4895nt.jpg

holt sich ein auch inzwischen nicht mehr ganz so junger Mann einen weiteren „Nachschlag“.

„Regenmacher, das musst du gerade sagen, wo du doch an keiner – wie auch immer zubereiteten – Speise vorbeigehen kannst.“

Mach mich jetzt nicht nervös.

Denn ich muss mich gut konzentrieren, damit ich nicht einen neuen Trend in der Gemeinschaft der Nackten verpasse. Man muss da schon genau hinschauen.

Noch vom gleichen Tag stammen diese Aufnahmen :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4875nt.jpg


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4882nt.jpg

Fällt euch etwas auf ??

Ja genau.
Es wird wieder Mode, Blumen (oder Blümchen) zu überreichen.

Das sagt auch meine Frau.

Ich habe verstanden.
Vermutlich wäre es nicht unklug, am morgen den hiesigen Gärtner aufzusuchen.

Jetzt aber wird es wieder einmal Ernst.

Es geht nach Spanien.
Ins Vera, wo vor wenigen Tagen die „Notbremse“ gezogen werden musste :


(4) Vera – das war knapp

Um die folgende Notiz zu verstehen, bedarf es einiger Vorbemerkungen zum spanischen Vera.

Man lebt dort vom Tourismus.
Natürlich auch vom nackten Tourismus.

Und dies schon über eine längere Zeit – wenngleich nicht immer unumstritten, wie uns z.B. dieses Foto von einer Strand-Demonstration gegen ein im Jahre 2003 in Almeria diskutiertes Nacktverbot in Erinnerung ruft :


http://ep01.epimg.net/ccaa/imagenes/2014/07/11/andalucia/1405099186_991914_1405099945_noticia_normal.jpg

Die Nackten von Vera waren im letzten Jahr Thema der Weltpresse, als sie (mit Unterstützung der lokalen Behörden) einen neuen Weltrekord im Nacktbaden aufgestellten – es stand auch in den Streiflichtern.

Folgende Aufnahme berichtet davon :


http://www.veraplayafriends.com/images/skinnydip/skinnydiprecord_18.jpg

und hier die zugehörige Urkunde :


http://www.veraplayafriends.com/images/skinnydip/skinnydip_cert.jpg

Unvergessen auch der am Vortag zum erfolgreich Weltrekordversuch dort erstmals durchgeführte Nacktlauf „Carrera Nudista Vera Playa“ – auch davon wurde hier in den Streiflichtern berichtet :


http://1.bp.blogspot.com/-WnGSBHm3nY8/UerwRPo1b0I/AAAAAAAAAuk/DNXkM8Jja-o/s1600/FOTOS+DE+LA+I+CARRERA+NUDISTA+2013+(1).jpg


http://2.bp.blogspot.com/-zIiojrs6d1U/UerwhjdF-6I/AAAAAAAAAvE/PKbdCsxCBpU/s1600/FOTOS+DE+LA+I+CARRERA+NUDISTA+2013+(15).jpg

Ich notiere dies hier etwas ausführlicher, denn es steht im krassen Widerspruch zu dem, was dort im vergangenen Juni geschah :

Am 26. Juni wurde mit Enthaltung der PSOE und gegen die Stimmen der PA eine neue Verordnung zur Prävention von „Actos Incívicos“ („Asozialen Handlungen“) angenommen, die – ihr werdet es erahnen – tief versteckt im § 32.4 u.a. auch ein Verbot der Nacktheit vorsieht und im Falle der Zuwiderhandlung eine Art „Bußgeld“ von 100-300 Euro angedroht. Es war bereits die zweite, das Verfahren abschließende Abstimmung.

Wie konnte das passieren ?
Was haben sie sich dabei gedacht ??

Offensichtlich nichts. Oder nicht viel.

Denn – kaum war die Verordnung beschlossen, fiel ihnen der Fehler auf.

„Nacktsein“ als „asoziale Handlung“ : Das geht gar nicht.

Francisco Vázquez (PA), beklagt, dass – neben allerlei anderer Fragen – durch das Nacktheitsverbot erst die Konflikte geschaffen werden, die man vorgebe, damit lösen zu wollen. Und Isabel de Haro (PSOE) stellt fest, dass ja gerade Vera für das friedliche Miteinander von Nackten und Bekleideten steht und stellt sich in diesem Zusammenhang die rhetorische Frage „cuando no hay problemas ¿por qué crearlos?“ (Wenn es [mit der Nacktheit im öffentlichen Raum] keine Probleme gibt, warum schaffen wir sie uns dann?)

Selbst der stellvertretende Bürgermeister, Juan de la Cruz Belmonte, räumt ein, dass da ein Fehler passiert ist und beeilt sich zu betonen, dass der Stadtrat schon immer die naturistische Praxis unterstützt habe („que desde el Ayuntamiento se ha apoyado siempre la práctica naturista“)

Bei so viel Einsicht, darf man sich natürlich fragen, warum sie nicht eher darüber nachgedacht haben.

Ich kann euch sagen – da war was los im spanischen Vera.

Selten habe ich eine so große Einigkeit unter den Nackten erlebt, die nun den Erhalt der dort gewachsenen Tradition einforderten.

Der Druck wurde immer größer.

So groß, dass am vergangenen Mittwoch, den 29.07.14, die PA einen förmlichen Antrag stellte, umgehend den Fehler durch Streichung der umstrittenen Passagen zu korrigieren. Somit war die Veröffentlichung im Amtsblatt „Boletín Oficial de la Provincia (BOP)“ gestoppt, so dass die - an und für sich ja bereits abschließend beschlossene – Verordnung nicht in Kraft treten konnte.

Zwei Tage später – also am vergangenen Freitag, den 31.07.14 – rief dann der Bürgermeister José Carmelo Jorge Blanco (PP) bei Ismael Rodrigo, dem Präsident der Föderation der Spanischen Naturisten FEN, an und bestätigte, dass in der strittigen Verordnung alle Bezugnahmen zur Nacktheit gestrichen sind.

Es ist immer schön, wenn jemand seinen Fehler einsieht und ihn umgehend berichtigt, denn das spart Ärger und Kosten. Auf beiden Seiten.

Darum will ich hier jetzt ein Bild des einsichtigen Bürgermeisters José Carmelo Jorge Blanco einschieben :


https://scontent-a.xx.fbcdn.net/hphotos-xpa1/t1.0-9/10392272_10152297884573635_413727019502577358_n.jpg

Das war knapp.

Denn ich sage euch : Schon am nächsten Sonntag, den 20.07.14 wird es dort … ihr werdet es erahnen … einen neuen Weltrekordversuch im Nacktbaden geben. Und für den vorhergehenden Samstag, den 19.07.14, ist auch wieder ein Nacktlauf („2. Carrera Nudista Vera Playa“) geplant.

Ich wünsche allen Beteiligten gutes Wetter.

Auf zum Schlusslicht :


(5) Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Beginnend mit dem Erfolg der „Reality“-Show „Naked and Afraid“, in der Nackte auf einer „einsamen“ Insel ausgesetzt werden und sich dann – begleitet von Kameras – irgendwie durchschlagen müssen, ist inzwischen in den USA eine Welle von nackten „Reality-Shows“ entstanden. Sie alle führen das Wörtchen „Naked“ im Titel, was dort wohl viele Zuschauer anlockt. Im Streiflicht Nr. 220.5 vom 22.11.2013 notierte ich z.B. über die von der TLC produzierte „Buying Naked“, in der Nackte von einer Immobilien-Maklerin in verschiedene Häuser/Wohnungen geführt werden.


http://img.washingtonpost.com/blogs/style-blog/files/2014/06/32711_ep102_024_image_982w.jpg

Die Sendung war so erfolgreich, dass vor wenigen Tagen eine neue Staffel ihren Sendestart hatte. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass dort am kommenden Donnerstag, den 17.07.14, die Reihe „Naked Dating“ starten wird, dann kann man insgesamt tatsächlich schon von einer Welle reden.

Das ist für die „American Association of Nude Recreation (AANR)“ Grund genug, dazu Stellung zu nehmen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Zunächst das lachende von den beiden Augen :

Susan Weaver, scheidende Präsidentin besagter AANR, freut sich über die Aufmerksamkeit, die damit der nackten Sache widerfährt. Und auch darüber, dass Nackte in den bisherigen Sendungen durchgehend positiv dargestellt werden. Vermutlich ist es sogar das erste Mal, dass – nach langen Jahrzehnten – im sexualisierten USA-Raum „einfache Alltags-Nacktheit“ zu einem Thema gemacht wird.

Nun das weinende der beiden Augen :

Wenngleich z.B. viele „Bying Naked“-Folgen auf einem FKK-Resort im sonnigen Florida gedreht wurden, so wird in ihnen fast nur die junge Nacktheit von semiprofessionellen Darstellern gezeigt, die fast durchgängig sehr gut verdienende Nackte spielen. Damit vermittelt die „Reality-Show“ ein nicht reales Bild der Nackten, die sich – abgesehen vom Nacktsein – kaum vom Durchschnitts-Amerikaner unterscheiden.

Bill Schroer, Manager der AANR, fasst es zusammen :
“I think it’s kind of a mixed blessing”

Mit „gemischten Gefühlen“ sieht übrigens auch die erst vor wenigen Tagen zur neuen Präsidentin der AANR gewählte Beverly B. Price den „Naked-Reality“-Sendungen entgegen. Die kommende Vizepräsidentin der AANR, Sharon McLeod, teilt diese Einstellung.


http://www.aanr.com/blog/wp-content/uploads/2014/04/Price.jpg
Beverly B. Price, kommende Präsidentin der AANR


http://www.aanr.com/blog/wp-content/uploads/2014/04/McLeod.jpg
Sharon McLeod, kommende Vizepräsidentin der AANR

Ich könnte noch viel dazu schreiben, muss jetzt aber Schluss machen, denn meine Zeit - inzwischen sind es sogar 15 Minuten geworden – ist hier schon wieder um.

Bis die Tage.


Alle Grüße
michael regenmacher / strothjohann

Hier geht es zum letzten Streiflicht:
http://www.fkk-freun.de/viewtopic.php?t=30963

Und wer jetzt immer noch nicht genug hat:
Hier geht es zu den anderen Streiflichtern - „gesammelt und gebunden“:
http://www.fkk-freun.de/viewtopic.php?t=19187

Und hier:
http://www.sauna-jugendforum.de/viewtopic.php?f=69&t=126&start=200

Und hier auch:
http://www.fsg-lev.de/aktuelles.html
.

Beitrag 14 Juli 2014 20:44 
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regenmacher



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germany.gif
Noch ne berichtigung

Datumsangaben müssen stimmen - das gilt selbst für die geworfenen Streiflichter-Notizen.

Darum schnell noch ne Berichtigung.
.

Beitrag 15 Juli 2014 10:00 
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regenmacher



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germany.gif
Es nimmt kein Ende - noch ne Berichtigung

(1) Die Venus von … Dolni Vestonice

Mit einem Alter von fast 30000 Jahren ist die Venus von Dolni Vestonice „schon etwas älter“ und gehört mithin zu den ältesten keramischen Erzeugnissen :


http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b8/Vestonicka_venuse_edit.jpg/220px-Vestonicka_venuse_edit.jpg

Details hierzu unter :
http://de.wikipedia.org/wiki/Venus_von_Doln%C3%AD_V%C4%9Bstonice

Nach ihr ist eines der bekannteren Naturistentreffen in Tschechien benannt, das in diesem Jahr bereits zum 4. Mal dort organisiert wurde. Ivo Zurek, Präsident des neuen Verbandes der tschechischen Naturisten und einer der treibenden Kräfte dort, hat dazu einen Bericht verfasst :

http://naturista.cz/drupal/ctvrta_naturisticka_venuse_v_atc_merkur_pasohlavky_2014

den man auch mit „Sport- und Spielwochenende am Wasser“ betiteln kann. Mit internationaler Beteiligung, denn u.a. hat auch eine Abordnung aus Slowenien daran teilgenommen.

Maja Penko, die Präsidentin des dortigen Verbandes „Zveza Drustev Naturistov Slovenije (ZDNS)“, war mit einigen weiteren Aktivisten bereits am Freitag, den 13.06.14, an den Ort des Geschehens (ca. 100 km südlich von Wien) gereist.

Nachdem sie sich etwas gestärkt hatten, tauchte auch Ivo auf, der mit Maja und den Anderen die weiteren Planungen für das anstehende, sonnige Wochenende durchging.

Auf dem Programm : „Volleyball spielen“


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e2.jpg

Und die neue Kombinations-Sportart „Dose festhalten“ und „Zugucken“ - beides gleichzeitig :

http://naturista.cz/drupal/files/images11/dsc_0282.jpg

Wer wollte, der konnte sich bei „yogistischen Übungen“ entspannen.

„Regenmacher, 'yogistische' Übungen - was soll das sein ?? Du meinst vermutlich 'Nackt-Yoga' “

Ja, genau :


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e3.jpg

Ganz rechts im Bild ... das ist übrigens Maja,

Und gepaddelt wurde auch :


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e4.jpg

Einer der Höhepunkte war dann aber der Nacktlauf, der über den inneren Bereich hinaus ins benachbarte „Textilgebiet“ führte, wo – wie Ivo uns berichtet – die nackten Läufer und Läuferinnen freundlich begrüßt wurden.


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e1.jpg

Natürlich waren auch Wurfspiele, wie z.B. Dart, im Programm.

Geworfen wurde aber nicht nur mit Pfeilen, sondern auch mit …
… Baumstämmen !

Jedenfalls wurde das so vom zeichnenden Roman so dokumentiert.

Auf einem seiner unter

http://naturista.cz/drupal/ctvrta_naturisticka_venuse_v_atc_merkur_pasohlavky_2014

veröffentlichten Zeichnungen sehen wir, wie eine zierliche, junge Frau mit leichter Hand gewaltige Mengen an Holz wirft. (!! ???)

Na gut – da hat Roman, der Scherzkeks, wohl wieder einmal etwas übertrieben.

Jedenfalls gab es hinterher auch die obligatorische Siegerehrung :


http://www.naturist.si/images/stories/drustva/ZDNS/Venu%C5%A1e2014/venu%C5%A1e5.jpg

Links - das ist Roman, der Zeichner. In der Mitte und etwas weiter vorne, das ist einer der treibenden Kräfte am Ort, vermutlich der Gastwirt. Und rechts das ist Ivo.

"Regenmacher, das kennen wir. Du schreibst, dass das Ivo ist und hinerher stellt sich heraus, dass Ivo gar nicht dabei war."

In diesem Falle ist jeder Irrtum vollkommen ausgeschlossen, denn ich habe - der Sicherheit halber - mit meiner Brille nachgesehen. Außerdem hat er es mir selbst geschrieben. Ich schwöre.

Pedro, der die katalanischen Naturisten vertrat und mit rund 2500 km die weiteste Anreise hatte, bekam eine extra Urkunde.

Das Beste aber kommt zum Schluss :

Auch im nächsten Jahr wird es eine „Venuse“ geben.


(2) Achtfacher Freispruch in den Niederlanden

Wie hinlänglich bekannt sein dürfte, existiert in den Niederlanden eine eigene Gesetzesvorschrift, die das Nacktsein im öffentlichen Raum regelt. Der § 430a WvS erklärt das Nacktsein in denjenigen öffentlichen Bereichen für zulässig, für die die örtlichen Gemeinden eine explizite Genehmigung geben, ODER die dafür „geeignet“ sind. Diese etwas umständliche Regelung geht auf einen seinerzeit zwischen dem zuständigen Parlamentsausschuss und dem Ministerium gefunden Kompromiss zurück. Sie ermöglicht es Gemeinden, FKK-Bereiche auf ihrem Gebiet zu schaffen, aber eben nicht FKK-Verbote auszusprechen. Zudem lässt der seinerzeitige Kompromiss die wichtige Frage „Was denn nun einen für FKK geeigneten von einem für FKK ungeeigneten Bereich unterschiedet“ offen.

In der Vergangenheit hat dies zu etlichen „Knöllchen“ und – wenn Widerspruch eingelegt wurde – auch zu nachfolgenden Gerichtsverfahren geführt.

Mit tatkräftiger Unterstützung aus den Reihen des Verbandes der niederländischen Naturisten, der NFN, soll nun die Frage nach dem „geeignet“ bzw. „ungeeignet“ einer generellen richterlichen Klärung zugeführt werden. Dies geschieht am Beispiel der Gemeinde Delft, die vor einem Jahr einen über Jahrzehnte der naturistischen Erholung gewidmeten Bereich für ungeeignet erklärte und folgerichtig im Sommer des letzten Jahres zahlreiche Knöllchen an die dortigen, nackten Erholungssuchenden verteilte. In einer Art „konzertierten Aktion“ der so abgemahnten Nackten kam es zu vielen dutzend Widerspruchsverfahren.

Der zuständige Richter stellte in einem, am 28.01.2014 ergangenen Urteil fest, dass die Gemeinde tatsächlich nicht befugt war, FKK an dem in Frage stehenden Ort zu verbieten und nachfolgend „Bußgelder“ von den Nackten einzufordern. Zugleich stellte er die Regel auf, dass an denjenigen öffentlichen Orten FKK zulässig ist, an denen sich nicht mehr als 150 bekleidete Personen befinden.
( siehe auch Streiflicht Nr. 226.4 vom 28.01.2014 )

Wenngleich durch diese Regelung nun z.B. Nacktwanderungen in den niederländischen Wäldern und im landwirtschaftlichen Bereich richterlich als zulässige FKK klassifiziert werden, ist sie unbefriedigend, was sich allein schon daran zeigt, dass der Richter nur diejenigen Knöllchen für unwirksam erklärte, die zu Zeitpunkten ausgestellt wurden, als es im fraglichen Bereich zufällig relativ menschenleer war.

In kurz : Der Gang zur nächsthöheren Instanz war nötig. Das sah übrigens – wenngleich auch aus gänzlich anderen Gründen – auch die Gegenseite so.

Die Nackten wurden in dieser Sache von Rechtsanwalt Gerhard Spong vertreten – bezahlt wurde er aus Mitteln des Verbandes der niederländischen Naturisten. (Er hat übrigens vor langer Zeit in Almere auch schon einmal ein Knöllchen wg. Nacktseins bekommen)


http://static3.volkskrant.nl/static/photo/2014/15/0/10/20140626210922/media_xl_2334355.jpg
Rechtsanwalt Gerhard Spong

Am 27.06.14 stand die mündliche Verhandlung beim „Gerechtshof Den Haag“ (ganz grob den hiesigen Oberlandesgerichten vergleichbar) an. Wie ihr folgendem, kurzem Video entnehmen könnt, mussten sich mehrere Richter damit befassen :


http://www.omroepwest.nl/nieuws/27-06-2014/om-naaktlopen-blijft-taboe-delftse-hout
(nach unten scrollen)

Vordergründig war der Widerspruch zu den noch offenen 8 „Knöllchen“ Gegenstand des Verfahrens, tatsächlich aber waren sich alle Beteiligten darüber im Klaren, dass hier auch eine Entscheidung in der Frage der FKK-Eignung getroffen werden musste.

Im Grunde war niederländische Rechtsgeschichte zu schreiben.

Das erforderte richterliche Sorgfalt.

Noch am Verhandlungstag verkündete das Gericht, dass daher erst in 14 Tagen mit einem Urteil zu rechnen sei, was der niederländischen Presse Gelegenheit gab, im Vorhinein reichlich über die für den vergangenen Freitag, den 11.07.14, angekündigte Urteilsverkündung zu spekulieren.

Ich mache jetzt einen Sprung, übergehe derartige, zwischenzeitlich eingebrachte Spekulation und will auch keine Bemerkungen fallen lassen zu einem von der Gegenseite noch am vergangenen Donnerstag angeregten Treffen mit den Polizeibehörden, sondern gleich die wichtigste Information aus dem inzwischen vorliegenden Urteil weitergeben :

In den acht verbliebenen Fällen, der von der Vorinstanz noch nicht zurückgewiesenen Knöllchen, hat das Gericht auf Freispruch erkannt :


http://www.omroepwest.nl/nieuws/11-07-2014/blijdschap-en-opluchting-na-uitspraak-hof-over-naaktrecreatie-delftse-hout
(nach unten scrollen)

Im vorstehenden Video freuen sich Aktivist Herman van der Helm : "Das ist wirklich die beste Entscheidung, die wir in den letzten dreißig Jahren der Gesetzgebung im Bereich des „Clothing optional' hatten.“

Mit ihm freuen sich auch die Vertreter der NFN, drunter übrigens ein dort bekannter Nacktwanderer, der mit Sicherheit hier noch vorkommen wird.

In Summe : Nun sind alle Knöllchen vom Tisch.

Zugleich ist nun auch nicht mehr von der durch die Vorinstanz eingeführten „150-Personen-Regel“ die Rede, sondern statt dessen wird von dem Gericht gefordert, dass im Sinne des §430a ein Gebiet dann zur naturistischen Erholung geeignet ist, wenn die Mehrheit der bekleidet Anwesenden nichts dagegen einwendet. Um ein für FKK geeigneter Bereich zu sein wird zusätzlich gefordert, dass die Mehrheit der dort Anwesenden nackt ist, der in Frage stehende Bereich abseits öffentlicher Straßen liegt und die Temperatur und die Zeit dem Zwecke angemessen sind.

Das würde gemeinschaftliche Nacktwanderungen in dünn besiedelten landwirtschaftlichen Bereichen, wo es gelegentlich zu kurzzeitigen Begegnungen mit Bekleideten kommen kann, unter den Schutz des § 430 a WvS stellen.

Das Urteil ist bereits veröffentlicht und unter

http://uitspraken.rechtspraak.nl/inziendocument?id=ECLI:NL:GHDHA:2014:2272

einsehbar.

Wie geht es weiter ??

Von Seiten der betroffenen Nackten – und damit auch von Seiten der NFN – wird es keinen Grund geben, in Revision zu gehen.

Ob die Sache an die höchstmögliche Instanz, den Obersten Gerichtshof (ganz, ganz grob mit einem Bundesgericht zu vergleichen) geht, hängt also von der Gegenseite ab, die – so wird immer wieder in informellen Gesprächen klar – eigentlich gar nichts gegen die Nackten hat, sondern mit dem Verbot gegen unstrittig schwergewichtige Straftaten aus dem Sexualbereich vorgehen, bzw. selbige erschweren wollte.

Aus Sicht des Anwalts der einfachen Nackten, ist das ein Missbrauch des § 430a WvS. Vielmehr stehen im Sexualstrafrecht ganz andere, auch vom Strafmaß deutlich schwergewichtigere Paragraphen bereit, deren Anwendung zu empfehlen ist.

Genug.

Jetzt geht es zum Wandern.
Selbstredend : Nacktwandern.

Nach Ungarn.


(3) Nacktwandern – im heißen Ungarn

Schon seit langer Zeit gehört das Nacktwandern bei vielen Vereinen und Verbänden zum Standardprogramm.

Natürlich auch in Ungarn, wo nun schon seit weit über einem Jahrzehnt der auch im Verband der ungarischen Naturisten organisierte FKK-Verein „NaVKE“ immer wieder längere Nacktausflüge (die bei ihnen „NaTura“ heißen) organisiert.

Kürzlich war es wieder soweit.

Am Sonntag, den 29.06.14, trafen sich unweit von Sandorfalva (ca. 150 km süd-süd-westlich von Budapest, nahe der Grenze zu Serbien) 17 Aktivisten um gemeinsam einen nackigen Tag zu erleben.

Wie schon im Vorjahr hatte Istvan Rohoska auch dieses Mal einiges vorbereitet, so dass sich gegen 10:00 Uhr (oder etwas später) die Teilnehmenden am ausgewählten Startpunkt trafen, wo schon die Scharfe warten :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/natura_03.jpg

Von dort ging es über breite Feld- und Wirtschaftswege,


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/29-06-2014-04nt.jpg

Wiesen


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4846nt.jpg

und schmale Trampelpfade,


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4777nt.jpg

die auch schon einmal im Dickicht enden ...


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4825nt.jpg

… oder aber auf die nächste Wiese führten, wo Gelegenheit zur Rast gegeben war.
Manch Kraut wechselte den Besitzer :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4844nt.jpg

Mit rund 30 Grad im Schatten war es ziemlich warm. So warm, dass die armen Schafe, die sich ja nicht von ihrem Fell befreien konnten, den seltenen Schatten suchten :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/natura_02.jpg

Aber auch die Nacktwandernden nutzten Möglichkeiten, sich im Wasser abzukühlen :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4848nt.jpg


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4864nt.jpg

So etwas macht hungrig.

Da traf es sich gut, dass über einem Feuer


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4871nt.jpg

Kartoffelgerichte


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4869nt.jpg

bereitet und zusammen mit fantasievoll gestalteten Saucen


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4893nt.jpg

verzehrt werden konnten. Wie unschwer zu erkennen ist, muss es geschmeckt haben, denn hier


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4895nt.jpg

holt sich ein auch inzwischen nicht mehr ganz so junger Mann einen weiteren „Nachschlag“.

„Regenmacher, das musst du gerade sagen, wo du doch an keiner – wie auch immer zubereiteten – Speise vorbeigehen kannst.“

Mach mich jetzt nicht nervös.

Denn ich muss mich gut konzentrieren, damit ich nicht einen neuen Trend in der Gemeinschaft der Nackten verpasse. Man muss da schon genau hinschauen.

Noch vom gleichen Tag stammen diese Aufnahmen :


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4875nt.jpg


http://www.navke.hu/images/2014/natura/20140530/IMG_4882nt.jpg

Fällt euch etwas auf ??

Ja genau.
Es wird wieder Mode, Blumen (oder Blümchen) zu überreichen.

Das sagt auch meine Frau.

Ich habe verstanden.
Vermutlich wäre es nicht unklug, bei nächster Gelegenheit den hiesigen Gärtner aufzusuchen.

Jetzt aber wird es wieder einmal Ernst.

Es geht nach Spanien.
Ins Vera, wo vor wenigen Tagen die „Notbremse“ gezogen werden musste :


(4) Vera – das war knapp

Um die folgende Notiz zu verstehen, bedarf es einiger Vorbemerkungen zum spanischen Vera.

Man lebt dort vom Tourismus.
Natürlich auch vom nackten Tourismus.

Und dies schon über eine längere Zeit – wenngleich nicht immer unumstritten, wie uns z.B. dieses Foto von einer Strand-Demonstration gegen ein im Jahre 2003 in Almeria diskutiertes Nacktverbot in Erinnerung ruft :


http://ep01.epimg.net/ccaa/imagenes/2014/07/11/andalucia/1405099186_991914_1405099945_noticia_normal.jpg

Die Nackten von Vera waren im letzten Jahr Thema der Weltpresse, als sie (mit Unterstützung der lokalen Behörden) einen neuen Weltrekord im Nacktbaden aufgestellten – es stand auch in den Streiflichtern.

Folgende Aufnahme berichtet davon :


http://www.veraplayafriends.com/images/skinnydip/skinnydiprecord_18.jpg

und hier die zugehörige Urkunde :


http://www.veraplayafriends.com/images/skinnydip/skinnydip_cert.jpg

Unvergessen auch der am Vortag zum erfolgreich Weltrekordversuch dort erstmals durchgeführte Nacktlauf „Carrera Nudista Vera Playa“ – auch davon wurde hier in den Streiflichtern berichtet :


http://1.bp.blogspot.com/-WnGSBHm3nY8/UerwRPo1b0I/AAAAAAAAAuk/DNXkM8Jja-o/s1600/FOTOS+DE+LA+I+CARRERA+NUDISTA+2013+(1).jpg


http://2.bp.blogspot.com/-zIiojrs6d1U/UerwhjdF-6I/AAAAAAAAAvE/PKbdCsxCBpU/s1600/FOTOS+DE+LA+I+CARRERA+NUDISTA+2013+(15).jpg

Ich notiere dies hier etwas ausführlicher, denn es steht im krassen Widerspruch zu dem, was dort im vergangenen Juni geschah :

Am 26. Juni wurde mit Enthaltung der PSOE und gegen die Stimmen der PA eine neue Verordnung zur Prävention von „Actos Incívicos“ („Asozialen Handlungen“) angenommen, die – ihr werdet es erahnen – tief versteckt im § 32.4 u.a. auch ein Verbot der Nacktheit vorsieht und im Falle der Zuwiderhandlung eine Art „Bußgeld“ von 100-300 Euro angedroht. Es war bereits die zweite, das Verfahren abschließende Abstimmung.

Wie konnte das passieren ?
Was haben sie sich dabei gedacht ??

Offensichtlich nichts. Oder nicht viel.

Denn – kaum war die Verordnung beschlossen, fiel ihnen der Fehler auf.

„Nacktsein“ als „asoziale Handlung“ : Das geht gar nicht.

Francisco Vázquez (PA), beklagt, dass – neben allerlei anderer Fragen – durch das Nacktheitsverbot erst die Konflikte geschaffen werden, die man vorgebe, damit lösen zu wollen. Und Isabel de Haro (PSOE) stellt fest, dass ja gerade Vera für das friedliche Miteinander von Nackten und Bekleideten steht und stellt sich in diesem Zusammenhang die rhetorische Frage „cuando no hay problemas ¿por qué crearlos?“ (Wenn es [mit der Nacktheit im öffentlichen Raum] keine Probleme gibt, warum schaffen wir sie uns dann?)

Selbst der stellvertretende Bürgermeister, Juan de la Cruz Belmonte, räumt ein, dass da ein Fehler passiert ist und beeilt sich zu betonen, dass der Stadtrat schon immer die naturistische Praxis unterstützt habe („que desde el Ayuntamiento se ha apoyado siempre la práctica naturista“)

Bei so viel Einsicht, darf man sich natürlich fragen, warum sie nicht eher darüber nachgedacht haben.

Ich kann euch sagen – da war was los im spanischen Vera.

Selten habe ich eine so große Einigkeit unter den Nackten erlebt, die nun den Erhalt der dort gewachsenen Tradition einforderten.

Der Druck wurde immer größer.

So groß, dass am vergangenen Mittwoch, den 9.07.14, die PA einen förmlichen Antrag stellte, umgehend den Fehler durch Streichung der umstrittenen Passagen zu korrigieren. Somit war die Veröffentlichung im Amtsblatt „Boletín Oficial de la Provincia (BOP)“ gestoppt, so dass die - an und für sich ja bereits abschließend beschlossene – Verordnung nicht in Kraft treten konnte.

Zwei Tage später – also am vergangenen Freitag, den 11.07.14 – rief dann der Bürgermeister José Carmelo Jorge Blanco (PP) bei Ismael Rodrigo, dem Präsident der Föderation der Spanischen Naturisten FEN, an und bestätigte, dass in der strittigen Verordnung alle Bezugnahmen zur Nacktheit gestrichen sind.

Es ist immer schön, wenn jemand seinen Fehler einsieht und ihn umgehend berichtigt, denn das spart Ärger und Kosten. Auf beiden Seiten.

Darum will ich hier jetzt ein Bild des einsichtigen Bürgermeisters José Carmelo Jorge Blanco einschieben :


https://scontent-a.xx.fbcdn.net/hphotos-xpa1/t1.0-9/10392272_10152297884573635_413727019502577358_n.jpg

Das war knapp.

Denn ich sage euch : Schon am nächsten Sonntag, den 20.07.14 wird es dort … ihr werdet es erahnen … einen neuen Weltrekordversuch im Nacktbaden geben. Und für den vorhergehenden Samstag, den 19.07.14, ist auch wieder ein Nacktlauf („2. Carrera Nudista Vera Playa“) geplant.

Ich wünsche allen Beteiligten gutes Wetter.

Auf zum Schlusslicht :


(5) Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Beginnend mit dem Erfolg der „Reality“-Show „Naked and Afraid“, in der Nackte auf einer „einsamen“ Insel ausgesetzt werden und sich dann – begleitet von Kameras – irgendwie durchschlagen müssen, ist inzwischen in den USA eine Welle von nackten „Reality-Shows“ entstanden. Sie alle führen das Wörtchen „Naked“ im Titel, was dort wohl viele Zuschauer anlockt. Im Streiflicht Nr. 220.5 vom 22.11.2013 notierte ich z.B. über die von der TLC produzierte „Buying Naked“, in der Nackte von einer Immobilien-Maklerin in verschiedene Häuser/Wohnungen geführt werden.


http://img.washingtonpost.com/blogs/style-blog/files/2014/06/32711_ep102_024_image_982w.jpg

Die Sendung war so erfolgreich, dass vor wenigen Tagen eine neue Staffel ihren Sendestart hatte. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass dort am kommenden Donnerstag, den 17.07.14, die Reihe „Naked Dating“ starten wird, dann kann man insgesamt tatsächlich schon von einer Welle reden.

Das ist für die „American Association of Nude Recreation (AANR)“ Grund genug, dazu Stellung zu nehmen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Zunächst das lachende von den beiden Augen :

Susan Weaver, scheidende Präsidentin besagter AANR, freut sich über die Aufmerksamkeit, die damit der nackten Sache widerfährt. Und auch darüber, dass Nackte in den bisherigen Sendungen durchgehend positiv dargestellt werden. Vermutlich ist es sogar das erste Mal, dass – nach langen Jahrzehnten – im sexualisierten USA-Raum „einfache Alltags-Nacktheit“ zu einem Thema gemacht wird.

Nun das weinende der beiden Augen :

Wenngleich z.B. viele „Bying Naked“-Folgen auf einem FKK-Resort im sonnigen Florida gedreht wurden, so wird in ihnen fast nur die junge Nacktheit von semiprofessionellen Darstellern gezeigt, die fast durchgängig sehr gut verdienende Nackte spielen. Damit vermittelt die „Reality-Show“ ein nicht reales Bild der Nackten, die sich – abgesehen vom Nacktsein – kaum vom Durchschnitts-Amerikaner unterscheiden.

Bill Schroer, Manager der AANR, fasst es zusammen :
“I think it’s kind of a mixed blessing”

Mit „gemischten Gefühlen“ sieht übrigens auch die erst vor wenigen Tagen zur neuen Präsidentin der AANR gewählte Beverly B. Price den „Naked-Reality“-Sendungen entgegen. Die kommende Vizepräsidentin der AANR, Sharon McLeod, teilt diese Einstellung.


http://www.aanr.com/blog/wp-content/uploads/2014/04/Price.jpg
Beverly B. Price, kommende Präsidentin der AANR


http://www.aanr.com/blog/wp-content/uploads/2014/04/McLeod.jpg
Sharon McLeod, kommende Vizepräsidentin der AANR

Ich könnte noch viel dazu schreiben, muss jetzt aber Schluss machen, denn meine Zeit - inzwischen sind es sogar 15 Minuten geworden – ist hier schon wieder um.

Bis die Tage.


Alle Grüße
michael regenmacher / strothjohann

Hier geht es zum letzten Streiflicht:
http://www.fkk-freun.de/viewtopic.php?t=30963

Und wer jetzt immer noch nicht genug hat:
Hier geht es zu den anderen Streiflichtern - „gesammelt und gebunden“:
http://www.fkk-freun.de/viewtopic.php?t=19187

Und hier:
http://www.sauna-jugendforum.de/viewtopic.php?f=69&t=126&start=200

Und hier auch:
http://www.fsg-lev.de/aktuelles.html
.

Beitrag 15 Juli 2014 10:01 
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Horst
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germany.gif
Re: Noch ne berichtigung

regenmacher hat folgendes geschrieben::
Darum schnell noch ne Berichtigung.
.

Ich gehe davon aus, dass der Beitrag vom 15.07.2014 komplett ist und werde daher die ungültige Version der besseren Übersichtlichkeit wegen, rauslöschen.

Gruß
Horst

Beitrag 15 Juli 2014 18:20 
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Eule



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blank.gif

Ich habe ja schon einmal darüber berichtet, wie gut ich den "Gemischtwarenhandel" in der ehemaligen DDR empfunden habe. Da haben die Nackten und die Bekleideten sich gegenseitig toleriert und sind ganz natürlich miteinander umgegangen. Leider sind wir von einer solchen allgemeingültigen Toleranz noch weit entfernt.

Beitrag 16 Juli 2014 01:16 
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Zett



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Re: Streiflichter Nr..244 vom 14.07.2014

regenmacher hat folgendes geschrieben::

Im vorstehenden Video freuen sich Aktivist Herman van der Helm : "Das ist wirklich die beste Entscheidung, die wir in den letzten dreißig Jahren der Gesetzgebung im Bereich des „Clothing optional' hatten.“

Zugleich ist nun auch nicht mehr von der durch die Vorinstanz eingeführten „150-Personen-Regel“ die Rede, sondern statt dessen wird von dem Gericht gefordert, dass im Sinne des §430a ein Gebiet dann zur naturistischen Erholung geeignet ist, wenn die Mehrheit der bekleidet Anwesenden nichts dagegen einwendet. Um ein für FKK geeigneter Bereich zu sein wird zusätzlich gefordert, dass die Mehrheit der dort Anwesenden nackt ist, der in Frage stehende Bereich abseits öffentlicher Straßen liegt und die Temperatur und die Zeit dem Zwecke angemessen sind.


Über so ein Urteil sollte man sich nicht freuen. Es wäre in Deutschland quasi die Abschaffung fast aller FKK-Strände, da sich dort oft mehr Bekleidete als Nackte aufhalten. Es bräuchte nur noch einer zu Klagen und schon müssen die Nackten weg.

Einzig und allein die Konstellation hat gesiegt, wenn eine große Truppe Nackter in sehr menschenarmer Gegend unterwegs ist.

Welch Fortschritt wäre dementgegen die »150-Personen-Regel« gewesen!

Außerdem lässt die Forderung, dass "Temperatur und Zeit dem Zwecke angemessen" sein muss, reichlich Platz für juristische Willkür.

Beitrag 16 Juli 2014 15:16 
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PundV






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Rechtslage in NL

Ich habe die bisherige Lage in NL so verstanden: FKK ist erlaubt wo es darür geeignet ist, es sei denn, die Gemeinde hat besondere FKK-Gebiete ausgewiesen, dann nur dort. In der Praxis heißt dies: nur im FKK-Gebiet. Gibt es kein FKK-Gebiet, dann an geeigneten Stellen (See, Park, Strand) darf man nackt sein. Gibt es Proteste von den Bekleideten, hat die Gemeinde nur die Wahl, ein FKK-Gebiet zu schaffen, weil sonst die Nackten bleiben dürfen. Mit anderen Worten: Gebote sind möglich, Verbote nicht; Gebote sind nötig, wenn die Toleranz der Bekleideten nicht ausreicht, was fast immer der Fall ist.

Und nun: "wird von dem Gericht gefordert, dass im Sinne des §430a ein Gebiet dann zur naturistischen Erholung geeignet ist, wenn die Mehrheit der bekleidet Anwesenden nichts dagegen einwendet. Um ein für FKK geeigneter Bereich zu sein wird zusätzlich gefordert, dass die Mehrheit der dort Anwesenden nackt ist"

Dies ist ein Schritt zurück. Wie soll ich wissen, was die Mehrheit der Bekleideten denkt? Was ist, wenn ein Bekleideter dazu kommt, und die Nackten sind plötzlich in der Minderheit? Mit anderen Worten: vollkommen unbrauchbar in der Praxis.

Sieht für mich ein bißchen nach Barcelona aus: einige selbsternannte Aktivisten wollten ihre Meinung vor Gericht bestätigt bekommen, aber herausgekommen ist eine Regelung, die schlechter ist als die tatsächliche Lage vorher war.

Beitrag 18 Juli 2014 21:09 
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regenmacher



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Horst hat folgendes geschrieben::
und werde daher die ungültige Version der besseren Übersichtlichkeit wegen, rauslöschen.

ja, gute Idee.

alle Grüße
michael regenmacher
.

Beitrag 19 Juli 2014 13:33 
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regenmacher



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Zitat:
Ich habe die bisherige Lage in NL so verstanden: FKK ist erlaubt wo es darür geeignet ist, es sei denn, die Gemeinde hat besondere FKK-Gebiete ausgewiesen, dann nur dort. …

Das „dann nur dort“ stimmt eben nicht – auch nach bisheriger Rechtslage. Das ist übrigens schon seit Jahrzehnten so und wurde auch in diversen Gerichtsverfahren so anerkannt. (z.B. hatte eine Gemeinde vor gar nicht all zu langer Zeit einmal ein Knöllchen an einen Nackten gegeben, der sich knapp neben einem von der Gemeinde explizit als FKK-Gebiet ausgewiesenen Bereich befand. Dieses Knöllchen wurde vom Gericht für unwirksam erklärt. Das veröffentlichte Urteil ist - vermutlich von mir- auch in diesem verwegenen Forum verlinkt worden. Lies den damligen Urteilstext dazu ruhig noch einmal nach.)

Zitat:
Mit anderen Worten: vollkommen unbrauchbar in der Praxis.

Das mag sein. Eine Befragung aller Anwesenden ist genauso unpraktisch wie die bisherige, gesetzliche Regelung, die beim einfachen Leser (du bist ein Beispiel) ja offensichtlich tatsächlich immer noch den falschen Eindruck erweckt, dass niederländische Gemeinden etc. in dieser Sache Verbote aussprechen könnten.

Zitat:
einige selbsternannte Aktivisten wollten ihre Meinung vor Gericht bestätigt bekommen, aber herausgekommen ist eine Regelung, die schlechter ist als die tatsächliche Lage vorher war.

Das „einige“ soll wohl nach „wenig“, „unbedeutend“ klingen. Obacht : Hier waren auf der Seite der Nackten nicht nur die eigentlich Betroffenen, sondern gleich der ganze NFN - mit immerhin rund 40000 Einzelmitgliedschaften – involviert. Die Mitglieder, die der NFN „indirekt“ über die Vereine angehören, habe ich hier jetzt sogar nicht mitgezählt. Noch mehr : Auf der zweiten der in 244.2 verlinkten Video-Aufnahmen ist Bernd Huijser zu sehen, der - quasi als „Assessor Europe der INF“ - daran teilnahm, was gleich die ganze INF (mit ihren rund 208000 Mitgliedern) einbindet. Mann, da kann man nun wirklich nicht von „einigen selbsternannte Aktivisten“ reden. Aus meiner Sicht kommt das sogar einer Beleidigung gleich.

Zitat:
Sieht für mich ein bißchen nach Barcelona aus

Wo wir gerade bei Barcelona sind. Da hatten wir vor etlichen Wochen auch wieder eine WNBR. Bei sonnigstem Wetter ging es vom Ramblas am Columbus Denkmal, am Strand und an der Kirche „Sagrada Familia“ vorbei :


https://scontent-b-iad.xx.fbcdn.net/hphotos-xpf1/t31.0-8/p720x720/10371306_10203897460547661_7716847776685449340_o.jpg


http://youtu.be/ujKMRa0NhoM

Darüber wurde dann am Folgetag notiert :
http://www.lasexta.com/noticias/sociedad/marcha-naturista-barcelona-trafico-ciudad_2014060800095.html
Von Protesten dagegen - weder vorher noch nachher (inzwischen sind rund 7 Wochen vergangen) - ist nichts bekannt.

Damit keine Missverständnisse aufkommen, ich zähle längst nicht alle Nackten in Barcelona, Oxford, Hastings, Brüssel und an anderen Orten zu meinen Freunden (da gibt es immer wieder Trittbrettfahrer mit abweichenden Interessen), gegen etliche von ihnen bereite ich sogar Verfahren vor, aber es ist Verfälschung der Geschichte, wenn geschrieben wird, die damaligen Naturisten in Barcelona hätten sich gerichtliche Verfahren herbei gewünscht.

alle Grüße
michael regenmacher
.

Beitrag 19 Juli 2014 13:57 
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regenmacher hat folgendes geschrieben::
Zitat:
Ich habe die bisherige Lage in NL so verstanden: FKK ist erlaubt wo es darür geeignet ist, es sei denn, die Gemeinde hat besondere FKK-Gebiete ausgewiesen, dann nur dort. …

Das „dann nur dort“ stimmt eben nicht – auch nach bisheriger Rechtslage. Das ist übrigens schon seit Jahrzehnten so und wurde auch in diversen Gerichtsverfahren so anerkannt. (z.B. hatte eine Gemeinde vor gar nicht all zu langer Zeit einmal ein Knöllchen an einen Nackten gegeben, der sich knapp neben einem von der Gemeinde explizit als FKK-Gebiet ausgewiesenen Bereich befand. Dieses Knöllchen wurde vom Gericht für unwirksam erklärt. Das veröffentlichte Urteil ist - vermutlich von mir- auch in diesem verwegenen Forum verlinkt worden. Lies den damligen Urteilstext dazu ruhig noch einmal nach.)

Zitat:
Mit anderen Worten: vollkommen unbrauchbar in der Praxis.

Das mag sein. Eine Befragung aller Anwesenden ist genauso unpraktisch wie die bisherige, gesetzliche Regelung, die beim einfachen Leser (du bist ein Beispiel) ja offensichtlich tatsächlich immer noch den falschen Eindruck erweckt, dass niederländische Gemeinden etc. in dieser Sache Verbote aussprechen könnten.


Dann ist das Urteil ja ein noch stärkerer Rückschlag für das FKK außerhalb vom Vereinsgelände. Jetzt braucht ja gar keine Gemeinde mehr sich darum Gedanken zu machen, wenn sie FKK verbieten möchte. Da muss nur mal ein Trupp FKK-Gegner hin und einen Sheriff gleich mitnehmen - und schon ist das FKK an der Stelle illegal. Toller Erfolg!

Eine Einzelperson hat damit auch gleich automatisch den Status "verboten", da ein Einzelner logischerweise keine Mehrheit sein kann.

Beitrag 19 Juli 2014 16:42 
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regenmacher



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Zitat:
Da muss nur mal ein Trupp FKK-Gegner hin und einen Sheriff gleich mitnehmen - und schon ist das FKK an der Stelle illegal. Toller Erfolg!

Nun mal langsam auf den deutlich zu billigen Zuschauerplätzen.
Obwohl ich hier in diesem Nebenstrang nicht in die Detaildiskussion einsteigen will : Lese bitte den Urteilstext, der nicht umsonst hier verlinkt wurde (notfalls mit google auf englisch übersetzen), in dem es das Gericht deutlich ablehnt, allgemeine Regeln zu verfassen, sondern diese Aufgabe dem Gesetzgeber zuschreibt (dat is uitdrukkelijk een taak van de wetgever). Es betont sogar, dass es ihm hier [nur] um die Anwendung in diesem speziellen Fall geht. (verdere invulling van de wettelijke norm gaat in dit geval de rechtsvormende taak van de rechter te boven.)

Auch die Argumentation „Trupp FKK-Gegner“ kommt hier nicht zum Tragen, weil das Gericht nicht eine Befragung der tatsächlich anwesenden Personengruppen benutzt, die sicherlich ebenso unpraktisch wäre, wie die von der Vorinstanz vorgeschlagene 150-Personen-Regel, denn auch dabei können sich Prozentsätze sekündlich ändern, sondern vielmehr vom – hierzulande würde man schreiben - „billig und gerecht denkenden Bürger“ ausgeht. Diese Hilfskonstruktionen ist aus Sicht des Gerichtes nötig, denn sonst könnte nicht nur der „Trupp FKK-Gegner“ Einfluss ausüben, sondern auch eine gegenpolige Gruppe.

Nebenbei : Es wird berichtet, dass inzwischen von der Stadt dort keine Knöllchen mehr ausgestellt werden.


Zitat:
Eine Einzelperson hat damit auch gleich automatisch den Status "verboten", da ein Einzelner logischerweise keine Mehrheit sein kann.

Nein, eine Mehrheit ist dann eine Mehrheit, wenn der Prozentsatz der Teilgruppe an der betreffenden Gruppe über 50 % liegt. Im Falle einer Einzelperson besteht die Teilgruppe aus einer Person, und die betreffende Gruppe ebenfalls aus einer Person. Es ergibt sich somit ein Prozentsatz von 1/1 * 100 % = 100 %. Wie unschwer zu erkennen, liegt das über 50 %. Mithin ist das Mehrheitskriterium erfüllt.

.

Beitrag 19 Juli 2014 19:43 
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regenmacher hat folgendes geschrieben::

Nun mal langsam auf den deutlich zu billigen Zuschauerplätzen.


Das musst Du mal genauer erklären, was Du damit meinst. Es klingt erstmal wie eine Herabwürdigung.


regenmacher hat folgendes geschrieben::
...


Ich will ja hier niemanden seine Illusion nehmen. Dann gilt eben: "Das ist wirklich die beste Entscheidung, die wir in den letzten dreißig Jahren der Gesetzgebung im Bereich des „Clothing optional' hatten.“

Deine Rechnung ist auch interessant. Also ist, wenn ein Nackter auf einen Angezogenen trifft, der Nackte in der Mehrheit. Hatte ich bisher nicht so vermutet. Aber ok!

Beitrag 19 Juli 2014 19:58 
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