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Nacktwanderung im Sauerland am Sonntag, den 22. Juni 2008
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natury



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Alter:63

Anmeldungsdatum: 16.08.2007
Beiträge: 168
Wohnort: Beckum


germany.gif
Dank an alle Mitwanderer

Die Wanderung im Sauerland hat 18 Teilnehmern einen spannenden Verlauf beschert, waren sich doch die Wetterfrösche bis zum Schluss uneins, wie denn nun das Wetter wird. So war's: Strahlender Sonnenschein bis 14 Uhr, danach Bewölkungsaufzug, vereinzelte Regentropfen, ab 15 Uhr wieder strahlender Sonnenschein bis Wanderende, weiter so während einige die Nacktbadegelegenheit am Südende der Delecker Brücke nutzten, andere eine Stärkung im Gasthaus bevorzugten. Um 18:30, beim Zahlen im Restaurant begann es dann zu regnen. Der liebe Gott ist eben auch Nacktwanderer - das wissen wir doch schon, und ich glaube, er ist mal wieder mitgewandert!

Auf der Rückfahrt lagen auf der B229 einige Bäume quer über der Straße, und auch andernorts war die Feuerwehr schwer beschäftigt, Keller auszupumpen und Hindernisse zu beseitigen.

Von alledem haben wir nichts gemerkt, ein Laubfrosch, zwei Hirschkühe und ein Sechsender sowie eine Wildsau kreuzten unseren Weg, eine Bachdurchquerung und ein moosig weicher Weg durch hohen Fichtenwald luden zum Barfußwandern ein. Bei der zweiten Rast suchten einige schon den Schatten, weil sie die Kraft der Sonne richtig einschätzten.

Ich danke allen Teilnehmern fürs Mitwandern und freue mich schon aufs nächste Mal. Der Anteil der Westfalen war mit ca. 50% so groß, dass ich sicher bin, dass sich auch hier eine stabile Szene entwickeln kann.

Bis zum nächsten Mal!

natury
_________________

Beitrag 22 Juni 2008 21:09 
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Taz



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Alter:41

Anmeldungsdatum: 26.01.2007
Beiträge: 41
Wohnort: Lippstadt


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natury hat noch vergessen zu erwähnen, dass es die genze Zeit derart warm war, dass selbst Frostbeulen wie ich keinen einzigen Moment gefroren haben. Eine Mitwanderin sagte mir diesbezüglich, es sei das erste Mal, dass sie beim Aussteigen aus dem Auto nicht gefroren hat.
P.S.: Anne, ich grüße dich! icon_biggrin.gif

Die "vereinzelten Regentropfen" sind übrigens wörtlich zu nehmen. Auch wenn ich fand, dass es recht häufig bewölkt war, die Regentropfen waren wirklich vereinzelt und gar nicht unangenehm. Es war die ganze Zeit einfach nur warm.

Unangenehm fand ich nur die Horden von Bremsen. Ich habe bei der Wanderung bestimmt 30 von ihnen erlegt. In allen möglichen Formen, Farben und Größen, vorwiegend Regenbremsen (Standardbremse, grau) aber auch einige bunte in dreieckiger Form. Habe diesbezüglich eine interessante Seite gefunden: http://www.insektenbox.de/zweifl.htm#bremsen
Zum Trost habe ich bisher zum Glück noch keinen einzigen Stich festgestellt icon_wink.gif

Nach der Wanderung habe ich noch 'ne gute Stunde die Sonne am Möhnesee genossen. Bis mächtig böse aussehende Wolken aufzogen... Zuhause angekommen, goss es gerade wie aus Kübeln...

Ich danke den Organisatoren für die schöne Wanderung!

Liebe Grüße
Thomas
_________________
Taz grüßt alle Freunde des Naturismus!

Beitrag 22 Juni 2008 22:23 
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Anne



Geschlecht: Geschlecht:weiblich


Anmeldungsdatum: 05.06.2006
Beiträge: 170
Wohnort: Köln


germany.gif
Bericht: Wanderung im Sauerland – mit Helmut – am 22.06.2008

Das Wetter verspricht für heute, alles zu geben: Sonnenschein, Hitze, Schwüle, Gewitter, Regen, Starkregen, Hagel, Unwetter und Sturmböen. Da bleibt man doch besser gleich zu Hause.

Achtzehn mutige NacktwandererInnen und ein Hund hingegen vertrauen sich den "Wettergöttern" an und hoffen auf einen wunderbaren Tag in der Natur.

Treffpunkt ist ein großes zusammenhängendes Wald- und Naturschutzgebiet mitten im bergigen Sauerland. Helmut, der die Wanderung organisiert hat, kennt sich hier bestens aus, er ist schon häufig in diesem menschenleeren Gebiet gewandert und hat gleich mehrere mögliche Routen für uns zusammengestellt: Einen Kurzspaziergang für eine Notfall-Wetterlage, eine zwölf km Abkürzung auf guten Wanderwegen und eine angemessene Wanderung von achtzehn Kilometern inklusive einem Kilometer Barfuss Pfad. Hierfür verteilt er auch sogleich kopierte Landkarten an alle Teilnehmer, damit jeder einen guten Überblick über die Tour hat. Wir brauchen uns vorab nicht zu entscheiden, denn die Strecken sind so ausgesucht, dass wir unterwegs jederzeit die Länge der Rundwanderung wählen können. Da hat Helmut eine sehr gute Vorarbeit geleistet.

Es ist schon um 10:30 Uhr am Treffpunkt-Parkplatz mitten im Wald so heiß, dass ich zum ersten Mal auf einer Wanderung ohne zu zetern und zu frösteln froh bin, meine Kleidung im Rucksack verstaut zu haben. Darauf scheinen allerdings die "Einheimischen" nur gewartet zu haben: Angefallen von einer Horde Bremsen und Mücken kann ich nur noch um mich schlagen und nach der chemischen Keule rufen. Unser Wanderführer hat tatsächlich an alles gedacht. Bei einer so behandelten Gruppe von 18 Leuten machen die Untiere einen weiten Bogen um uns. Keine Mücke sticht mehr!

Ein kleine Gruppe Mountain-Biker, die sich gerade mit ihren Rädern die steile kurvenreiche Autostraße unweit des Parkplatzes hoch quälen, rufen uns noch ein fröhliches "Hallo" entgegen, sie werden die letzten Menschen sein, die uns auf unserer Wanderung im Sauerland begegnen werden…

Die Wege im Wald sind erstaunlicherweise etwas feucht. Merkwürdig, da ja die Woche zuvor im Rheinland Hitze war. Hoch ragen die dunklen Fichten am Wegrand auf, werfen guten kühlenden Schatten, und versperren uns die die Sicht nach oben auf das, was sich am Himmel über uns zu dem angekündigten Unwetter zusammenbrauen mag. Wir tappen also nahezu "im Dunkeln", was die Vorausschau auf die Wetterlage betrifft. Gut so.

Wir queren barfuss einen Bach. Als Bademöglichkeit ist er gerade so tief, dass er einen liegenden Körper mit seinem kühlen Wasser überspült. Seiner rostroten Farbe nach scheint er sehr eisenhaltig zu sein. Das frischt die natürliche Körperbräune noch zusätzlich optisch auf.

Fichtenwald und gut begehbare Schotterwege. Ab und zu ein paar Buchen und anderes Laubgehölz. Doch hauptsächlich Fichtenwald in Monokultur. Da kommt schon beinahe Erleichterung auf beim Anblick eines Hügels mit ausgedünntem Fichtenwald, der ein wenig Blick freigibt auf sonstige Landschaft. Wir wandern aufwärts an einem Berg mit 420 Meter Höhe. Je höher wir kommen, desto dünner wird der Wald. Der Orkan Kyrill im Januar 2007 hat die Hügelkuppen gelichtet oder zum Teil ganz leergefegt. Mittlerweile säumen tausende von Fichtenstämmen säuberlich aufgestapelt unseren Wegrand. Die Hitze hat die Stämme aufgewärmt, köstlicher Holzduft liegt in der Luft.

Oben am Berg angekommen erklimmt einer von uns einen Holzstapel und beschließt, Mittagspause zu machen. Die Gruppendynamik gewinnt mal wieder Oberhand. Alle machen es ihm nach und packen Brote und Getränke aus. Die Bergkuppe ist grau und sturmzerzaust und wirkt verwüstet und undurchdringlich durch wirr herumliegende abgestorbene Nadelbaumreste von getrockneten Zweigen und abgeholzten oder abgesplitterten Baumstümpfen. In kleinen Nischen dazwischen beginnt die Natur wieder ihr lebendiges farbenfrohes Spiel mit hoch gewachsenem Roten Fingerhut den Platz neu zu beleben. Über uns braut sich ein dickes Wolkengebilde zusammen, das nichts Gutes verheißt…

Eigentlich hatte Helmut eine nahe liegende grüne Lichtung für die Mittagspause vorgesehen, aber das verrät er uns erst später.

Auch der Hündin Saskia ist während der Wanderung heiß. Sie nutzt jede Pfütze am Weg zum Durchgehen und Trinken. In einer Pfütze entdecken wir Kaulquappen und Molche. Wir sind zum Trinken auf unsere mitgenommenen Wasserflaschen angewiesen.

Schuhe aus – der Barfuss Pfad beginnt. Was barfuss gehen betrifft, bin ich ein Sensibelchen. Der Weg ist wunderbar für Empfindungen, die von den Füßen ausgehend durch den ganzen Körper laufen und mein Blick ist fest darauf konzentriert, was sich im nächsten Sekundenbruchteil unter meinen Füßen befindet: fest getrampelte Erde, mal trocken und mal etwas modrig feucht, Gras und Kräuter, Moos, unzählige Nadeln und winzige Zweige vom Fichtenwald, kleine Steinchen und etwas größere. "Autsch", die kleinen Zapfen unter dem Mittelfuß sind weniger angenehm. Sofort ertappe ich mich dabei, wie ich meine Füße nicht mehr beim Gehen abrolle, sondern übervorsichtig und steif auf dem Boden aufsetze. Die Verspannung, die dabei im Körper entsteht ist spürbar bis hinauf in den Kiefer. Da hilft nur tief durchatmen und weitergehen und die Muskeln wieder lockern.

Nach einem Kilometer endet der Barfuss Pfad, meine Füße sind untendrunter schwarz-braun mit Erde und Kleinst-Kieseln bedeckt. Um wieder in meine Sandalen schlüpfen zu können reibe ich die Fußsohlen am anderen Schienbein ab. Das hinterlässt jeweils einen braunen Streifen an den Beinen, dafür sind die Füße kieselfrei. Abends werde ich mich noch darüber wundern, welche Farb- und Klebkraft das ätherische Öl der Fichtennadeln besitzt…

Den Tipp mit dem Barfuss Pfad hatte unser Wanderführer von einem älteren Herrn bekommen, den er einige Tage zuvor hier im Wald kennen gelernt hatte, beim bekleideten "Probewandern".

Die Wolkendecke hat sich inzwischen zu dunkelgrauen dicken Gebilden zusammengeballt. Es fallen die ersten Tropfen, die auf heißer Haut schnell wieder verdampfen. Ich packe meinen Rucksack in seine regendichte Hülle. Ein Mitwanderer wünscht sich einen richtigen Schauer als sensorisches Erlebnis, mir dagegen wäre es lieber, wenn der Schauer ausbleiben würde.

Wir kommen zu einem breiten Bach, den wir eigentlich als Badegelegenheit nutzen wollten, doch da es eh schon von oben tropft, ziehen wir es vor, den Bach barfuss zu queren und weiter zu wandern, denn wir werden sicher noch nass genug werden.

Vorbei an unzähligen Holzstapeln geht unser Weg. Manchmal sind sie sehr kunstvoll gegenläufig geschichtet. Darunter blüht Roter Fingerhut. Ein schönes Fotomotiv. Ein Eichhörnchen huscht am Wegrand entlang, bevor es auf einem Baum verschwindet. Im struppigen Gebüsch flüchtet ein aufgeschreckter Hirsch.

Auf einem Hügel haben wir eine Entscheidung zu treffen: Kürzen wir den Weg auf 12 km ab oder behalten wir die längere Route bei? Einstimmig entscheiden wir uns mit einem Blick nach oben auf den mit Wolken verhangenen Himmel – für die längere Strecke.

Und kurz danach hört es auch schon wieder auf zu tröpfeln. Wir sind noch nicht einmal richtig nass geworden. Eine zweite Rast machen wir auf einer grünen mit Gras bewachsenen Lichtung. Anschließend queren wir noch einmal einen Bach und wandern ein kleines Wegstück zurück, auf dem wir gekommen sind.

Am Parkplatz angekommen, werden sich unsere Wege trennen, denn die einen beschließen, zum nahe gelegenen Badesee zu fahren, um endlich ins Wasser springen zu können, die anderen treibt der Hunger in eine nette Gaststätte im nächsten Ort. Wir schlüpfen in frische Kleidung und fahren zu einem Biergarten, in dem bereits Plätze für uns reserviert sind.

Noch ist Spargelsaison. Der letzte Tag heute. Dazu gibt es Lachs. Und unendliche Mengen von alkoholfreiem Hefe-Weizen oder Spezi gegen den Durst. Wir sitzen zu zehn Leuten im Biergarten und genießen ein leckeres Essen und die letzten Sonnenstrahlen, während sich hinter dem Dach der Gaststätte das Schicksal des Tages zusammenbraut. Als wir gerade beschließen zu bezahlen öffnen sich die "Himmelsschleusen" über uns. Uns und unsere Stuhlkissen können wir gerade noch ins Trockene retten!

Wenn da nicht ein dickes Lob an die "Wettergötter" fällig ist…
_________________
Gruß aus Köln

Anne

Beitrag 28 Juni 2008 20:08 
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natury



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Anmeldungsdatum: 16.08.2007
Beiträge: 168
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Danke: Ein Super Bericht!

Danke, Anne, für deinen Super Bericht, der wieder alle Facetten eines erlebnisreichen Nacktwandertags streift und zusammenfasst!

Wie viel Wetterglück wir hatten, ist angesichts der umgestürzten Bäume, mit denen das Abendunwetter einigen unserer Teilnehmer die Rückreise erschwerte, kaum auszumessen. Aber: der liebe Gott hat eben ein Herz für Nacktwanderer! Ich glaube, dem tut die Vertreibung der Menschen aus dem Paradies auch schon längst leid!

Wie viel Spaß man beim Nacktwandern haben kann, belegen auch deine herrlichen Erinnerungsfotos, an deren Nr. 40 ich meine besonders helle Freude hatte!

Wie wichtig das "Probewandern" ist, musste ich heute erfahren: Im Zielgebiet für die Wanderung am 20. Juli angekommen stellte ich fest, dass mein Garmin die geplante Route nicht gespeichert hatte. Prompt habe ich mich verlaufen - und stand plötzlich und unerwartet auf einem Schützenfestplatz, in den der Wanderweg unvermittelt mündete... Das soll beim "scharfen" Wandern nicht passieren!

Besten Gruß, Helmut
_________________

Beitrag 28 Juni 2008 20:36 
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natury



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Alter:63

Anmeldungsdatum: 16.08.2007
Beiträge: 168
Wohnort: Beckum


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FAZ-Bericht über die Nacktwanderung

Philips Bericht über unsere Nacktwanderung im Sauerland vom 22. Juni ist heute in der heutigen Frankfurter Allgemeinen Sonntags-Zeitung erschienen.

natury
_________________

Beitrag 06 Juli 2008 10:54 
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