Nacktwander-Saison 2009 eröffnet
Bei herrlichem Frühlingswetter fanden sich am Sonntag 12 Naturistinnen und Naturisten im Balver Wald ein, um die Nacktwandersaison 2009 zu eröffnen. Zum Wanderstart um 11 Uhr zeigte das Quecksilber zwar nur 15° Lufttemperatur, aber die Sonne schien durch die aufgelockerte Bewölkung und wärmte mit ihren Strahlen die noch winterblasse Haut der Wanderer.
Trotzdem wurde der erste Kilometer in wärmenden Pullovern zurückgelegt, da der Weg zunächst im Schatten der Bäume entlang führte. Zum Aufwärmen wählte man jedoch einen steilen Anstieg, so dass die Kletterer schnell warm wurden und nach rund einem Kilometer bei Erreichen einer sonnenübertrahlten Lichtung zu ihrem "Ausziehpunkt" gelangten: Hier wurde die Kleidung im Rucksack verstaut und ab jetzt die Natur pur genossen.
Was ist so schön am Nacktwandern? "Ich wurde Teil meiner Umgebung, und die Umgebung wurde Teil von mir. Den Wind am ganzen Körper spüren. Die Wärme des Bodens, das Streicheln oder Kratzen der Büsche. Mein Atem..." schrieb ein Teilnehmer nach seiner ersten Nacktwanderung. Und weiter: "In mir wuchs eine Ahnung, dann eine Gewissheit, was wir Menschen verloren haben, als wir anfingen, nur noch bekleidet herumzulaufen..."
Die Sonne wärmte die Luft im Laufe das Tages noch auf knapp 20° auf, so dass es richtig angenehm wurde. Trotzdem fragten viele entgegenkommende, textiltragende Wanderer, ob es denn nicht zu kühl sei. Aber auch das ist eine Erfahrung, die man erleben muss: Der nackte Körper kann mit seinem Regelmechanismus ein viel breiteres Temperaturband abdecken ohne sich unwohl zu fühlen, als man vermutet.
In vier Wochen findet die nächste Nacktwanderung im Sauerland statt, dann ein wenig südlicher und hoffentlich wieder bei so schönem Wetter.
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