Bundespräsident Köhler tritt zurück

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neptun2005

Bundespräsident Köhler tritt zurück

Beitrag von neptun2005 » 31 Mai 2010 14:54

spiegel.de hat geschrieben:Das hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie gegeben: Bundespräsident Horst Köhler ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Als Grund nannte er die Kritik an seinen Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz - er vermisse den Respekt vor seinem Amt. ...


http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 81,00.html

Trotz der Kritik über seine Äußerungen über die Bundeswehr in Verbindung mit dem Afganistaneinsatz, war er ein guter Bundespräsident. Schade. :(

Viele Grüße
neptun2005

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SaarUwe
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Beitrag von SaarUwe » 31 Mai 2010 15:05

Hmm, in meinen Augen war und ist er ein provinzieller Sparkassen-Filialleiter - in seiner Rolle als Direktor des IWF als auch als Bundespräsident...

Immerhin ist sein Rücktritt seine erste Tat, die von Rückgrat zeugt. Fairerweise muss gesagt werden, dass Deutschland schon immer einen Hang zu mittelmäßigen Bundespräsidenten hatte - Weizsäcker war da eine Ausnahme und Herzog hat mich damals angenehm überrascht.

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 31 Mai 2010 15:23

Vielleicht erhofft der sich ja dadurch einen ähnlichen Respekt- und Polularitätszuwachs, wie bei Margot Käßmann :wink:

Suspect
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Beitrag von Suspect » 31 Mai 2010 15:37

Ralf-abc hat geschrieben:Vielleicht erhofft der sich ja dadurch einen ähnlichen Respekt- und Polularitätszuwachs, wie bei Margot Käßmann :wink:

Ist er denn auch Rotweintrinker? 8)

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SaarUwe
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Beitrag von SaarUwe » 31 Mai 2010 15:40

Keine Ahnung, aber über ihn wir in zehn Jahren auch keiner mehr reden...

Ralf-abc

Beitrag von Ralf-abc » 31 Mai 2010 15:42

Suspect hat geschrieben:
Ralf-abc hat geschrieben:Vielleicht erhofft der sich ja dadurch einen ähnlichen Respekt- und Polularitätszuwachs, wie bei Margot Käßmann :wink:

Ist er denn auch Rotweintrinker? 8)



Das wäre zumindest eine plausible Erklärung, für die umstrittene Afghanistan-Äußerung :lol:

(Nicht, dass die Äußerung inhaltlich falsch war, aber so etwas darf man doch nicht öffentlich sagen)
Zuletzt geändert von Ralf-abc am 31 Mai 2010 15:43, insgesamt 1-mal geändert.

Suspect
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Beitrag von Suspect » 31 Mai 2010 15:43

Ich habe zum Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler ein gemischtes Verhältnis. Einerseits waren seine Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz wegen ihrer unglücklichen Formulierung dazu "geeignet" mißverstanden zu werden. Andererseits gibt es keine mißverständliche Äußerung eines Politikers, die nicht durch eine Nach- oder Verständnisfrage hinterfragt werden könnte.
Es ist sowhl durch fast sämtliche Politiker, als auch durch beinahe alle Medien unterlassen worden, diese Verständnisfragen zu stellen. Im Sinne: "Herr Bundespräsident, haben wir es richtig verstanden, daß...?" Oder: Herr Bundespräsident, wir haben Ihre Äußerungen so verstanden....Haben wir das somit richtig verstanden..."? Stattdessen ging die Hetze auf Köhler los. Auch durch andere Politiker.

Was mich sehr irritiert:
Bundespräsident Köhler hat es in seiner Rücktrittsmitteilung unterlassen, mitzuteilen, welchen Anteil, ER SELBST(!) hat, daß seine Äußerungen mißverstanden wurden.
Wer sich zu seinem eigenen Verschulden nicht äußert, muß sich die Frage gefallen lassen, welche Schuld er selbst hat!

Erschwerend kommt hinzu, daß es innerhalb seines Hauses Kommunikationsprobleme verschiedenster Art gegeben hat. Der Bundespräsident hatte ja daher mehrere ranghohe Beamten des Bundespräsidialamts den Laufpaß gegeben. Außerdem trägt Bundeskanzlerin Merkel eine nicht unerhebliche Mitschuld an seinem Rücktritt, weil er (Köhler) sich und sein Amt zunehmend von der Bundeskanzlerin und der CDU/CSU/FDP-Koalition nicht mit dem nötigen Respekt behandelt sah.

Tim007
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Beitrag von Tim007 » 31 Mai 2010 15:45

Ich bedauere seine Rücktritt sehr, da er normal geblieben ist.

Insofern hob er sich wohltuend von den glatten Berufspolitikern ab. Allerdings war er nicht der Liebling der Medien, wie etwa v. Weizsäcker.

Schade.

Tim

riedfritz
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Erfolgswelle

Beitrag von riedfritz » 31 Mai 2010 19:20

Vielleicht sollte man mal über Stefan Raab als Nachfolger nachdenken, den kennt man jetzt in ganz Europa, und auch noch bis zur Neuwahl in 30 Tagen, weil er mit Lena auf einer Erfolgswelle schwimmt :D

Viele Grüße,

Fritz

Momme

@Tim007

Beitrag von Momme » 31 Mai 2010 20:15

Ganz deiner Meinung!

Er hat seinen Job sehr gut gemacht! Sogar die Banken hat er in der Krise zurecht gewiesen!

Aber das haben die meisten User die hier so abwerten gar nicht mit bekommen.

Ganz beschäment der Kommentar von fetten Gabriel "er war ein unbequemer Bundespräsident". Pfui sag ich da! Der weiß gar nicht, welche Aufgabe ein Bundespräsident hat.

An den abwertenden Kommentaren sieht man die Gesellschaft in der man sich befindet. Respektlos-ic hglaube echt >Deutschland hat fertig<

Die Macht der Medien!

Ralf-abc

Re: @Tim007

Beitrag von Ralf-abc » 31 Mai 2010 20:26

Momme hat geschrieben:Ganz beschäment der Kommentar von fetten Gabriel "er war ein unbequemer Bundespräsident". !


Wieso? Die Formulierung finde ich eher positiv. Ein Bundespräsident muss unbequem sein - er muss sich einmischen und die Parteien zurechtweisen. Einen bequemen Bundespräsidenten, der nur ein besserer Grüßonkel des Staates ist, den brauchen wir nun wirklich nicht.

Momme

Re: @Tim007

Beitrag von Momme » 31 Mai 2010 20:32

Ralf-abc hat geschrieben:
Momme hat geschrieben:Ganz beschäment der Kommentar von fetten Gabriel "er war ein unbequemer Bundespräsident". !


Wieso? Die Formulierung finde ich eher positiv. Ein Bundespräsident muss unbequem sein - er muss sich einmischen und die Parteien zurechtweisen. Einen bequemen Bundespräsidenten, der nur ein besserer Grüßonkel des Staates ist, den brauchen wir nun wirklich nicht.


Kannst mal sehen, so kann man es auch auslegen. Jeder so wie er will.

neptun2005

Beitrag von neptun2005 » 31 Mai 2010 20:55

SaarUwe hat geschrieben:Keine Ahnung, aber über ihn wir in zehn Jahren auch keiner mehr reden...


Doch, man wird über ihn reden. Er hat quasi Geschichte geschrieben, er ist nämlich der erste Bundespräsident der zurückgetreten ist.

Viele Grüße
neptun2005

Momme

@SaarTube

Beitrag von Momme » 31 Mai 2010 21:51

Doch, man wird über ihn reden. Er hat quasi Geschichte geschrieben, er ist nämlich der erste Bundespräsident der zurückgetreten ist.


Das zeigt Größe!

tattoos
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Beitrag von tattoos » 31 Mai 2010 21:53

Diesen Rücktritt verstehe ich nicht. Der Bundespräsident sagt seine ehrliche Meinung (was ein Politiker nicht tut - aber ein Bundespräsident kann) und er wird dafür kritisert. Das muss man doch aushalten, das ist doch noch kein Grund für einen Rücktritt. Muss man das nicht aushalten wenn man in der Öffentlichkeit steht?
Außerdem hat sich der Wirbelsturm im Wasserglas schon wieder gelegt. (Und Lena lenkt doch jetzt eh von allem ab.)
Ich bedauere, dass Deutschland einen großen, kantigen Präsidenten verloren hat!

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