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Bringdienst

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ThomasBS
Ehemaliger User










Bringdienst

Hallo alle,

ich will Euch einfach mal von einem netten Erlebnis von gestern berichten.

Gestern abend haben wir uns Essen von einem Bringdienst bestellt. Als der Bote klingelte, habe ich ihm nackt (das ist hier ja fast selbstverständlich icon_wink.gif die Tür geöffnet. Aus dem Hintergrund kam dann noch mein Freund - ebenfalls nackt (was bei ihm eher selten ist, meistens hat er ein T-Shirt o.ä. an). Mein Freund nahm das Essen und ich stand an der Tür mit dem Boten und wollte bezahlen. Der Bote war sprachlos, ich mußte meinen Freund zurückrufen, daß er vom Kassenbon den Betrag abliest.

Zumindest ein "Danke" für das Trinkgeld hat der Bote dann aber doch noch rausgebracht, bevor er wieder ging.

Gefreut hat mich, daß mein Freund erstmals auch den Mut hatte, einem Fremden an der Tür nackt gegenüber zu treten.

Und ich muß zugeben, daß wir uns hinterher über die Reaktion des Boten auf unser nacktes Auftreten an der Wohnungstür ziemlich amüsiert haben icon_smile.gif. Überraschung wäre ja verständlich, aber sein Gesicht zeigte eher Verwirrung und Angst. Vielleicht auch etwas unfair diesem Menschen gegenüber, aber andererseits lassen wir uns in der eigenen Wohnung keine Vorschriften zur (nicht-)Bekleidung machen

Nackte Grüße, Thomas (und Jörg)

Beitrag 05 Januar 2003 23:57 
 
 
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Peter & Karin
Ehemaliger User










Die Lust an der Provokation ...

... ist das, was wir aus Euren Zeilen lesen. Provokationen können bis zu einem gewissen Grad und in gewisser Richtung etwas sehr positives und anregendes sein.

Wir haben auch schonmal davon berichtet, auf Teneriffa einen halben Strand durch unser Vorbild nackt gemacht zu haben.

Das war mit Sicherheit auch eine Provokation. Sie fand aber an einem Ort statt, an dem Nacktsein nicht nur inzwischen üblich ist - am Strand - sondern auch an dem speziellen Strand sogar behördlich zugelassen.

Mitten im Wintersaukalten Deutschland erwartet man indessen keine Nacktheit, wenn man an einer Wohnungstüre klingelt. Im Gegenteil - man wird überrascht und in Verlegenheit gesetzt. Nacktheit unter solchen Umständen wird ausserdem regelmässig sexuell assoziiert.

Auch und gerade weil wir beiden Nacktheit eigentlich immer auch zumindest ein klein bischen durch die erotische Brille sehen, fragen wir uns, ob diese Form provokativer Nacktheit einen durchnittlichen Döner-China-Pizza-Boten nicht ziemlich überfordern kann.

Für uns wäre es in vergleichbarer Situation selbstverständlich gewesen, uns zum Emfpang des Pizza-Boten einen Bademantel oder Morgenmantel umzuziehen - schlicht als Akt der Höflichkeit. icon_confused.gif

Wir denken dabei auch daran, daß provokative Nacktheit oder Entblössung auch ein archaischer Akt der Herabwürdigung oder Herablassung gegenüber dem anderen ist. Bei Naturvölkern haben das die Ethnologen schön beobachten können, wie die Tabuisierte Schamzone als Ausdruck der Verachtung entblösst wird. Auch in unserem Kulturkreis findet man diese archaische Geste noch bei spielenden Kindern und in "kindischen" Spielen besoffener Männer (das "Blankziehen" dies Arsches etc.). Der abstrahierte Ausdruck solcher Entblössungen lautet: "Du da Gegenüber bist so minderwertig, daß sich die Einhaltung eines ansonsten strikt beachteten Tabu's Dir gegenüber nicht lohnt."

Wir befürchten, daß die Gegenüber solch provokativer Nacktheit auf diese Weise arg vor den Kopf gestoßen werden. Der Eindruck von Nacktheit, den sie aus einer solchen Begegnung mitnehmen, ist mit Sicherheit kein positiver.

Wir können uns in etwa ausmalen, wie jener Pizza-Bote in seinem Betrieb, in seiner Stammkneipe oder unter seinen Freunden von jener Begebenheit erzählen wird, und wir fragen uns, ob solche Provokationen einer allgemeineren Akzeptanz von Nacktheit (und offenem Umgang mit Sexualität) wirklich förderlich sind. icon_rolleyes.gif

Auch wir bewegen uns zuhause öfters nackt - allerdings eher in der warmen Jahreszeit, und wir haben auch Freunde, die uns gelegentlich über ein Wochenende besuchen, und dann auch bei uns über weite Strecken des Tages und des Abends nackt sind. Unsere Nachbarn gegenüber, die übrigens ebensowenig Gardinen an den Fenstern haben, wie wir selbst, kriegen das schon mit, aber das ist etwas anderes. Schließlich sehen sie in unsere und wir in ihre Wohnung hinein. Von der Möglichkeit, uns "Blickdicht" abzuschirmen machen normalerweise weder sie noch wir Gebrauch. Wer in eine Wohnung in den räumlichen Intimbereich von anderen hineinsieht, nimmt dementsprechend in Kauf, auch intime Dinge (hier nicht im sexuellen Sinne gemeint) oder nackte Bewohner zu sehen - manchmal will er das ja auch geradezu. Bei ein paar Gelegenheiten kam es auch zu einem freundschaftlichen Winken von Wohnung zu Wohnung, als sich unsere Blicke begegneten. Auch unsere Nachbarn, so haben wir den Eindruck, bewegen sich inzwischen ein wenig ungenierter. icon_cool.gif

Ganz anders ist es an der Wohnungstür. Diese ist das Verbindungsglied zwischen dem intimen Bereich und der Öffentlichkeit (im weiteren Sinne). An dieser wortwörtlichen Schwelle meinen wir, sollte man Höflichkeitshalber nicht nackt erscheinen, wenn man nicht sicher weiß, das der, der vor der Tür steht, davon nicht "überfallen" oder gestört wird.

Dies meinen mal und stellen zur Diskussion

mit lieben Grüssen nach Braunschweig

Karin & Peter

(die beide übrigens nicht homo- aber doch bisexuell sind) icon_lol.gif

Beitrag 06 Januar 2003 18:05 
 
 
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Werner



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Alter:69

Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beiträge: 4290
Wohnort: Broome


australia.gif

Zunächst, ihr zwei beiden:

Ich finde es immer wieder angenehm, wie zurückhaltend ihr eure Auffassung formuliert: Zwar klar und deutlich, aber immer für den anderen die Option offenhaltend, anderer Meinung zu sein, ohne in Streit zu geraten.
Dies ist eine Fähigkeit, die mir selbst viel zu oft abgeht.

Aber zum Thema "Nackt an der Tür":

Ich verstehe sowohl eure Haltung als auch die von Thomas. Wobei ich vom Naturell her eher Thomas zugeneigt bin. Warum?
Ich bemühe mich, die Nacktheit als die "Normalität" anzusehen und jede Bekleidung als Zweck bzw. auch als Dekoration; aber das ist ja auch ein Zweck.

Darum hat es (oh, ich weiß wohl, wie theoretisch ich jetzt hier schwadroniere) erst einmal egal zu sein, in welcher Situation ich nackt zu sein gedenke. Ob ich es im speziellen Fall mag oder nicht, ist eine Sache, die allein mir zu überlassen sein hat. Bis dahin haben wir das ja an anderer Stelle bereits ausgiebig dikutiert.

Jetzt kommt aber der andere ins Spiel, von dem ich überhaupt nicht wissen kann, mit welcher Prägung er in meinen nackten Dunstkreis tritt.
Klar, wenn ich da eine wandelnde katholische Weihrauchkerze an der Tür empfange, hat das eine andere Qualität, als wenn dort ein Althippie aus den Siebzigern erscheint.

Nur: Wer im Lieferdienst (ich war selbst jahrelang in verschiedenen Lieferdiensten in Berlin unterwegs) unterwegs iat, der hat gefälligst so schnell von nichts verschreckt zu sein. Was man da antrifft... da ist der Anblick eines nackten Menschen wirklich absolut nebensächlich. Und davon, daß ein Lieferant volljährig ist, darf man doch wohl getrost ausgehen.
Was, bitteschön, sollte ihn erschrecken oder gar beleidigen? Daß Leute zuhause (und nicht nur da) nackt sind, sollte sich doch langsam heumgesprochen haben. Und was können Thomas und sein Freund höchstens angerichtet haben?
Doch höchstens, daß der Typ in der Firma erzählt: "Stellt euch mal vor, da waren zwei Spinner, die haben mir nackt die Tür aufgemacht!". Und daß dann mindestens drei viertel der Kollegen sagen: "Na und?"

An unserem FKK-Gedanken ist da nichts, aber überhaupt nichts in Mißkredit geraten. Vielleicht war die Begegnung ja auch ein Auslöser für den Mann, daß er sich fragt, warum er es nicht auch mal probieren soll.
Wer von uns ist nicht schon mal mit Ungewohntem konfrontiert worden und hat sich anschließend gefragt: "Warum eigentlich nicht?"

Natürlich zwinkert aus dem Bericht von Tjomas aus allen Ecken die lustvolle Provokation. Aber mal ehrlich: Ist's denn nicht eine reizvolle Vorstellung? Für mich schon.

Auch wenn ich es vorzöge, daß es (erst mal nur für mich) "normal" wäre, nackt die Tür öffnen zu können, ohne gleich für Sensation oder Verlegenheit zu sorgen.

Vielleicht kommen ja auch mal nackte Boten... icon_biggrin.gif

Liebe Grüße

Werner

Beitrag 06 Januar 2003 19:40 
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ThomasBS
Ehemaliger User










Re. Bringdienst

Hallo Werner, hallo Karin und Peter (da bin ich altmodisch und begrüße die Dame zuerst)!

Werner hat folgendes geschrieben::
Ich finde es immer wieder angenehm, wie zurückhaltend ihr eure Auffassung formuliert: Zwar klar und deutlich, aber immer für den anderen die Option offenhaltend, anderer Meinung zu sein, ohne in Streit zu geraten.


Dem kann ich mich nur anschließen, diesen Diskussionsstil finde ich auch sehr angenehm: klar auf den Punkt gebracht aber nie verletzend oder polemisch icon_smile.gif

Werner hat folgendes geschrieben::
Ich verstehe sowohl eure Haltung als auch die von Thomas.


Ich verstehe durchaus auch beide Haltungen und habe für mich meine Entscheidung getroffen, die der von Werner sehr entspricht.

Werner hat folgendes geschrieben::
Natürlich zwinkert aus dem Bericht von Tjomas aus allen Ecken die lustvolle Provokation.


Ja klar, wir geben ja auch zu, daß es aus der Sichtweise Spaß gemacht hat, die Reaktionen zu beobachten. Aber es war wirklich nicht als Provokation gedacht, wir haben es einfach getan, weil wir in dem Moment halt nackt waren und keine Lust hatten, uns was anzuziehen.

Daß so ein Auftritt für den Einen oder Anderen eine Provokation darstellen kann, ist klar, aber unser Anliegen war nur, unser Essen geliefert zu bekommen. Wir können nicht jeder möglichen Provokation vorbeugen. Ein Moslem vom türkischen Bringdienst mag ein Kruzifix im Flur als Provokation empfinden, ein Design-Student vom Pizza-Taxi vielleicht die Kombination aus weißer Rauhfaser und lila Teppichboden.

Sowas kann ich nicht zu meinem Problem machen, und dann auch nicht, daß der kleine Chinese etwas sprachlos war, als er hier an zwei nackte Kerle ausliefern mußte.

Werner hat folgendes geschrieben::
Vielleicht kommen ja auch mal nackte Boten... icon_biggrin.gif


Wenn ich dran denke, wie ich mich an manchen Sommertagen im Taxi gefühlt habe, hat der Gedanke was icon_smile.gif


Nackte Grüße, Thomas ( + Jörg, der schon schläft)

Beitrag 07 Januar 2003 01:17 
 
 
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wiesel
Ehemaliger User










Erstmal Hallo !
(mein erste Beitrag hier *froi*)

Ich selbst habe das Nacktsein als wohltuendes Gefühl erst vor zwei Jahren für mich entdeckt und praktiziere es eigentlich nur im Sommer an gewissen Seen.
Ja, ich hätte nichts dagegen es auch mal zu Hause zu versuchen, oder würde mir am liebsten wünschen, dass alle Welt für immer nackt ist.

Warum ich es nicht mache ?

Weil die Gesellschaft es einfach nicht akzeptiert.
Zumindest nicht zu 99% von dort wo ich herkomme. (das 1 % bin ich)
Ich muss damit leben, dass soetwas in meinem "Revier" als einfach schmuddelig und anstößig aufgenommen wird.
Und ich bin oft im Zweifeln, ob wirklich alle ausser mir so verklemmt sind, oder doch mir einfach da eine Schwelle der "Tugend" fehlt, dass ich nicht fähig bin, Nacktheit als anstößig anzusehen, als etwas was man nur unter sich macht maximal beim Duschen und Umziehen.
Freilich, letzter Satz war nicht ganz so gemeint, in Wahrheit kommt mir das Kotzen (und auch eine Träne) über die gesellschaftliche Verklemmtheit, jedoch habe ich das zu akzeptieren und ich bin mir leider bewusst geworden, dass ich daran weder durch gutes Zureden noch durch Provokation jemals etwas ändern kann.

Ich verurteile solche Nacktzeigaktionen wie von ThomasB keineswegs, ehrlich gesagt füllt es mich mit Schadenfreude hier eventuell einen so "verklemmten" Menschen ordentlich vor den Kopf gestoßen zu sein, aber ich denke dennoch, dass es nicht richtig ist, wenn man eine Lebenseinstellung anderen Menschen aufzudrängen beabsichtigt.
(was ich Thomas ja nicht unterstelle, is eher allgemein bezogen)

Sicher, geschadet hat es dem Dienstburschen sicher nicht, aber es hat wohl auch nichts gebracht. Ich bin sonst eher der kämpferische sture Typ, aber im Fall von Akzeptanz des nackten menschlichen Körpers habe ich nun vollends resigniert, denn ich weiss, dass ich niemals einen von meinen Kumpls zum zb Nacktbaden überreden werde können.
Und so sehe ich auch jden Versuch etwas an dieser lage zu ändern als Zeitverschwendung an.

Beitrag 10 Januar 2003 18:12 
 
 
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ThomasBS
Ehemaliger User










Hallo wiesel,

herzlich willkommen hier mit dem ersten Beitrag.

wiesel hat folgendes geschrieben::
Warum ich es nicht mache ?

Weil die Gesellschaft es einfach nicht akzeptiert.


Das würde ich von unserer Umgebung grundsätzlich auch sagen, es kümmert mich aber nicht. Natürlich kenne ich Deine konkrete Situation nicht.

Wir wohnen in einer Großstadt, was zwar sicher etwas anonymer ist, als in einem Dorf, was aber nicht heißt, daß unter Nachbarn nicht auch rumgelästert wird. Aber wir haben bisher zumindest nichts negatives erfahren, seit wir hier leben (ca. 15 Monate in dieser Wohnung), obwohl wir fast immer nackt sind, im Sommer auch auf dem Balkon und drinnen wie draussen durchaus von anderen einsehbar. Etwas überrascht geschaut hat schon mal jemand, aber uns darauf anzusprechen, dafür fehlt Ihnen wohl selber der Mut.

Außerdem sind wir natürlich als offen schwules Paar für eineige Leute sowieso schon jenseits von Gut und Böse icon_wink.gif

wiesel hat folgendes geschrieben::
ob wirklich alle ausser mir so verklemmt sind,


Von sich aus wohl nicht, Verklemmungen sind fast immer von außen diktiert.

wiesel hat folgendes geschrieben::
Freilich, letzter Satz war nicht ganz so gemeint, in Wahrheit kommt mir das Kotzen (und auch eine Träne) über die gesellschaftliche Verklemmtheit, jedoch habe ich das zu akzeptieren und ich bin mir leider bewusst geworden, dass ich daran weder durch gutes Zureden noch durch Provokation jemals etwas ändern kann.


Das sehe ich ein wenig anders. Ich bin nicht bereit mich diesen Zwängen zu beugen. Auch wenn ich nichts ändern kann, so kann ich doch wenigstens für mich frei leben, auch auf die Gefahr hin, bei anderen Anstoß zu erregen. Sollen sie mich halt verachten, ich habe ihre Anerkennung nicht nötig.

wiesel hat folgendes geschrieben::
dass es nicht richtig ist, wenn man eine Lebenseinstellung anderen Menschen aufzudrängen beabsichtigt.
(was ich Thomas ja nicht unterstelle, is eher allgemein bezogen)


Richtig, ich will beileibe niemandem etwas aufdrängen, aber ich will mir umgekehrt auch nichts aufdrängen lassen (z.B. "An der Wohnunsgtür muß Du angezogen sein").

wiesel hat folgendes geschrieben::
Sicher, geschadet hat es dem Dienstburschen sicher nicht, aber es hat wohl auch nichts gebracht.


Bestimmt nicht (außer vielleicht ein paar Lachern mit seinen Kollegen). Es sollte auch nichts bringen, es war nie als kämpferische Aktion gedacht. Es ist einfach passiert, weil wir so leben und es gewagt haben (und etwas Mut gehört schon dazu) und über Konventionen hinwegzusetzen.

wiesel hat folgendes geschrieben::
Und so sehe ich auch jden Versuch etwas an dieser lage zu ändern als Zeitverschwendung an.


Ich unternehme auch keine kämpferischen Versuche, etwas zu ändern. Ich lebe einfach, wie ich das will (nämlich so viel nackt wie es geht - natürlich auch in Grenzen, aber die setze in der eigenen Wohnung z.B. nur ich selber). Und wenn sich jemand davon gestört fühlt, soll er woanders hinschauen oder es sagen - bisher war keiner da icon_wink.gif

Nackte Grüße, Thomas

Beitrag 11 Januar 2003 01:08 
 
 
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wiesel
Ehemaliger User










ThomasBS hat folgendes geschrieben::

Das sehe ich ein wenig anders. Ich bin nicht bereit mich diesen Zwängen zu beugen. Auch wenn ich nichts ändern kann, so kann ich doch wenigstens für mich frei leben, auch auf die Gefahr hin, bei anderen Anstoß zu erregen. Sollen sie mich halt verachten, ich habe ihre Anerkennung nicht nötig.


Nunja, wenn man gesellschaftlich schon integriert ist (gefestigt passt wohl besser) und jemanden oder einige Menschen hat in der Umgebung die diese Einstellung (des Nacktseins) teilen (wie in deine Fall zumindest dein Freund), dann sieht die Sache schon anders aus.
Wenn ich mich in diesem Fall gegen die Gesellschaftliche Norm entscheide, dann bin ich eben komplett alleine. Das ist leider nicht wirklich eine für mich anzustrebende Situation, die ich aber jedes mal zu spüren bekomme, wenn ich alleine am fkk see bin und alle anderen eben auf einem anderen See.

Beitrag 11 Januar 2003 09:51 
 
 
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Werner



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Alter:69

Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beiträge: 4290
Wohnort: Broome


australia.gif

Das Ding ist doch:
Wenn du in einer Stadt nennenswerter Größe lebst, können dich Nachbarn schneiden, soviel sie wollen. Du hast und findest immer jemanden, der keine Probleme mit dir hat.

Wenn du auf dem Dorf oder in einer sehr überschaubaren Kleinstadt wohnst, bist du ganz, ganz schnell ein Aussätziger für JEDEN!
Da geht jeder auf die andere Straßenseite, wenn du ihm begegnest.
Und zwar nicht nur, weil er selbst ein Problem mit dir hätte, sondern weil es einfach dazugehört.
Der Gemeinschaftsdruck ist dort immens. Wer normalen Umgang mit einem "Spinner" pflegt, gehört sofort selbst nicht mehr dazu.

Und es ist selbst für robuste Naturen auf Dauer nicht einfach, wenn beim Bäcker sofort alle Gespräche verstummen, sobald man den Laden betritt.

Dazu kommt natürlich noch die meist strengere "moralische" und religiöse Prägung und - das sollte man nicht vergessen - die Überschaubarkeit. In einer kleineren Gemeinschaft lohnt es sich noch, einen Außenseiter zu "behandeln"; in der Stadt hätte man viel zu tun.

Ich kenne das Problem sehr wohl. Ich habe schon mal geschrieben: Wenn ich in dem Dorf, aus dem meine Frau stammt, ein einziges mal nackt zu sehen wäre - die Feuerwehrspritze würd das Kaff anschließend mit Weihwasser reinigen.

Selbst hier in der "großen Kreisstadt" ist man noch ganz schnell unten durch, wenn man iregendeine Konvention verletzt.

Natürlich nackt

Werner

Beitrag 11 Januar 2003 10:23 
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naturist_kai
Ehemaliger User










Mich schockt nichts

Einerseits habe ich mit dem Beruf des Schwimmmeistergehilfen angefangen und dabei schon so einiges erlebt. Sowie auch bei meinem jetzigen Beruf als Post Paketzusteller, kann ich da so einiges erleben.
Ehrlich gesagt, mir ist da ein Nackter lieber, als einer in langen weißen Bpi Unterhosen.

In einem Freibad kam immer eine ältere etwas korpulentere Dame. Die zog sich zwar nicht direkt am Becken um, doch auch nicht weit davon weg, dazwischen lag nur ein großes Nichtschwimmerbecken. Es soll noch erwähnt werden das sich keiner daran störte.

Also schocken? Na das ist wohl nur bei Prüden Moralisten möglich oder wie einer in einem anderen Forum sagte:"...und was ist mit den Frauen mit den Kopftüchern?"
Ja da ist schon so eine Sache, wie weit darf man gehen in einem Multikulturellen Land, wie es Deutschland ja ist. Bis man einen anderen in seiner religeösen Weltanschauung schwer und tief verletzt.

Ob das bei dem Pizzaboten der Fall war, wer weiß.

Da fällt mir eben noch eine Sache ein, die eigentlich allen hier bekannt sein dürfte. Da hat ein Fotograf ein Pärchen im Kölnerdom abgelichtet, wo bei das Pärchen gänzlich nackt war. Was daraus geworden ist weiß ich nicht. Es ging auf jedenfall groß durch die Presse und wurde auch in der Aktuellen Stunde im WDR gezeigt, auch jene Szene im Dom.
Der Dom mußte daraufhin auf jeden Fall neu geweiht werden.
Doch mit sicherheit hat man hier einige Christen auch schwer in ihrem religeösen Gefühlen verletzt.

Also wo sind die Grenzen oder sind grenzen Egal?
Ich für meinen Teil bin da eher für gewisse Grenzen, ganz im Sinne des §1 des Grundgesetzes.

Kai

Beitrag 20 Januar 2003 21:10 
 
 
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Johannes
Ehemaliger User










Hallo Peter, hallo Karin,

Zitat:
Wir denken dabei auch daran, daß provokative Nacktheit oder Entblössung auch ein archaischer Akt der Herabwürdigung oder Herablassung gegenüber dem anderen ist. Bei Naturvölkern haben das die Ethnologen schön beobachten können, wie die Tabuisierte Schamzone als Ausdruck der Verachtung entblösst wird. Auch in unserem Kulturkreis findet man diese archaische Geste noch bei spielenden Kindern und in "kindischen" Spielen besoffener Männer (das "Blankziehen" dies Arsches etc.). Der abstrahierte Ausdruck solcher Entblössungen lautet: "Du da Gegenüber bist so minderwertig, daß sich die Einhaltung eines ansonsten strikt beachteten Tabu's Dir gegenüber nicht lohnt."


Ich denke, daß der eindruck der herabwürdigung oder verachtung eigentlich nur entstehen kann, wenn er duch andere dinge unterstützt wird oder zumindest durch nichts anderes widerlegt wird. Vielleicht waren ThomasBS und sein freund etwas unsicher/ängstlich beim öffnen der tür etc. für den pizzaboten, so daß eindrücke, die gegen das signal der herabwürdigung/verachtung sprechen, einfach gefehlt hatten (ich kenne den Thomas ja nicht und kann deshalb nicht beurteilen, ob sowas möglich ist). Wenn jedenfalls von der nackten person genügend andere signale ausgehen (u.a. durch sicheres, lockeres auftreten gepaart mit höflichkeit und guter laune), schätze ich, daß dann summa summarung nicht mehr ein gesamteindruck von herabwürdigung oder verachtung entsteht.

Ich hatte einmal im spätherbst nackt handwerkern geöffnet. Es war in der frühe, wo es eigentlich recht normal ist, daß man ins bad geht, um sich für den tag fertig zu machen. Das bad hatte ich dann allerdings mit einem bigshirt bekleidet verlassen. Das war nach meiner einschätzung aber nicht nötig, denn die handwerker hatten sich eigentlich ganz normal verhalten und waren sogar recht freundlich. Ich hatte allerdings gesagt, daß ich nicht gut beieinander wäre, und hatte vor allem deshalb es vorgezogen, mir was überzuziehen, weil ich dachte, das wäre glaubhafter, wenn man nicht ganz gesund ist - war aber, glaube ich unnötig. Daß ich nicht ganz gut beieinander war, war nicht einmal gelogen, ich war allerdings nicht erkältet (sondern hatte gerade so halbwegs einen schweren darmkatarrh überstanden), es war also nichts, wo tatsächlich warme verpackung sinnvoll/naheliegend wäre.

Die handwerker waren allerdings deutsche, bei südländern oder türken hatte das wahrscheinlich anders ausgesehen.

Johannes

Beitrag 27 Februar 2003 14:07 
 
 
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ThomasBS
Ehemaliger User










Unsicherheit und Herabwürdigung

Hi Johannes,

Zitat:
Vielleicht waren ThomasBS und sein freund etwas unsicher/ängstlich beim öffnen der tür etc. für den pizzaboten, so daß eindrücke, die gegen das signal der herabwürdigung/verachtung sprechen, einfach gefehlt hatten (ich kenne den Thomas ja nicht und kann deshalb nicht beurteilen, ob sowas möglich ist). Wenn jedenfalls von der nackten person genügend andere signale ausgehen (u.a. durch sicheres, lockeres auftreten gepaart mit höflichkeit und guter laune), schätze ich, daß dann summa summarung nicht mehr ein gesamteindruck von herabwürdigung oder verachtung entsteht.


Ich glaube nicht, daß wir den Eindruck hinterlassen haben, den Boten herabwürdigen zu wollen. Ich habe ihm geöffnet, das Essen entgegengenommen und dann mein Portemonnaie genommen, um zu bezahlen. Mein Freund kam aus dem Hintergrund, hat mir die Tüte mit dem Essen abgenommen und im Wohnzimmer ausgepackt. Alles ganz locker, natürlich und freundlich.

Inzwischen (der Anfang des Threads ist ja schon ein paar Tage her) haben wir mal wieder bei einem Bringdienst was bestellt und uns genauso verhalten. Der Bote (vermutlich Türke) nahm dankend das Geld entgegen und meinte dann breit grinsend: "Ist schön, so ohne Klamotten!" icon_smile.gif

Nackte Grüße, Thomas

Beitrag 28 Februar 2003 01:00 
 
 
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