Galerie    Karte

Haftungsausschluß

Boardregeln

.kmz-file für Google Earth

Chat

Wer ist im Chat?
Offizielle Partnerseite






FKK Forum Foren-Übersicht
  Aktuelles Datum und Uhrzeit: 24 Juli 2017 04:35   

FKK Forum Foren-Übersicht -> FKK Allgemein

Streiflichter Nr..067 vom 13.02.2011

  Autor    Thread Dieses Forum ist gesperrt, Du kannst keine Beiträge editieren, schreiben oder beantworten. Dieses Thema ist gesperrt, Du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.
regenmacher



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Alter:63

Anmeldungsdatum: 04.10.2003
Beiträge: 3770
Wohnort: 53498 Bad Breisig


germany.gif
Streiflichter Nr..067 vom 13.02.2011

(1) Valentinstag

Vor einem Jahr fiel mir ein junges Talent in Chile auf : René Rojas.
Seinerzeit hatte in der Rolle des Förderers der FKK erhebliche Frustrationstoleranz gezeigt. Allerhöchste Zeit, nach den aktuellen Entwicklungen in Chile zu schauen.

Schnell war sichtbar, dass seine enge Bindung an den „Playa Luna“, dem meines Wissens nach bisher einzigen, offiziell anerkannten FKK-Strand Chiles weiterhin besteht.

„Playa Luna“ wurde Ende Januar 11 Jahre alt. Hier ein Bild von der Geburtstagsparty:


http://www.eldinamo.cl/sites/default/files/imagecache/galeria_310x223/pilu_1.jpg
Geburtstagsfeier

Soweit – so gut.

Hier kommt jetzt aber eine neue Idee, die FKK zu fördern. Ich habe keine Ahnung, ob wirklich René Rojas dahinter steckt, aber ich denke, dass es eine gute Idee ist, denn sie hat bereits im Vorfeld positives Pressecho erzeugt. Und preiswert zu realisieren ist sie auch.

Nenne wir es: Die Valentinsidee.

Anlässlich des morgigen Valentinstages ist heute, am 13.02.2011, in den Morgenstunden ein Bus von Santiago de Chile gestartet, um die „Valentinistinnen“ und „Valentinisten“ bei überaus angenehmen, sommerlichen Wetter (leicht bewölkt, etwas über 25 Grad) zum rund 160 km entfernten „Playa Luna“ zu bringen.

Das heißt, der Ziel-Parkplatz liegt nicht direkt am Strand, aber kaum 20 Minuten vom Parkplatz entfernt.

Sozusagen: Nacktbaden für die Liebenden.

Am frühen Abend geht es dann wieder zurück. Das alles für rund 35 Euro pro Paar.

Das passt doch.

Kudos an René Rojas, der gleich mehrfach die Gelegenheit nutzte, das sozialverträgliche Nacktsein zu loben und zu preisen. Die „Asociación Naturista de Chile, (ANACHI)“, die René mit dem „Club Playa Luna“ mit begründet hat, will die Praxis des Naturismus und das natürliche Leben ohne die restriktiven Merkmale einer geschlossenen Gesellschaft fördern.

In diesem Sinne wird Naturismus dort nicht als Ideologie, sondern als Ausdrucksform der freien Entfaltung verstanden.


(2) Rekordjäger brauchen eine Pause

Wie sicherlich hinlänglich bekannt, landeten die amerikanischen Naturisten in der „American Association of Nude Recreation, AANR“ in den letzten beiden vergangenen Jahren eine (bis dato) einmalige Werbeaktion: Die skinny-dip – Rekorde (Nacktbade-Rekorde).

Über 13000 Teilnehmer beteiligten sich vor zweieinhalb Jahren am ersten Rekord im „synchronen Nacktbaden“. Praktisch alle Vereine im AANR und auch zahlreiche, freie FKK-Strände beteiligten sich.

Im folgenden Jahr 2010 konnte der Rekord mit über 14110 Beteiligten überboten werden.

Das war der äußere Rahmen.

Oder wenn man so will: Zwei Steinwürfe, der dann eine Welle von positiver Presse für sozialverträgliche Nacktheit auslösten.

Nicht nur das.

So mancher – der sich eigentlich nur des Rekordes wegen daran beteiligte – konnte erste positive Erfahrungen machen. Solche Erfahrungen ersetzten keine noch so geschickte Erzählung über das sozialverträgliche Nacktsein.

Aber die Aktion hat auch einiges an Aufwand und Geld gekostet. Die verständlichen Bedingungen, die die Redaktion des Guiness-Buches an die Beteiligten stellen muss, damit ein solcher Rekord anerkannt werden kann, lassen sich nur durch erhebliche finanzielle und personelle Mittel erfüllen.

So teilt Susan Weaver, die Präsidentin der AANR, mit neuer Post mit, dass es in diesem Jahr wohl keinen gemeinsamen Rekordversuch im „synchronen Nacktbaden“ geben wird. Das muss natürlich nicht heißen, das derartige Werbeaktionen nicht auch von den jeweiligen Vereinen organisiert werden können.

Unbeschadet dessen wird es – allein schon wegen der erfahrenen, positiven Wirkung – in einiger Zeit einen neuen Rekordversuch der AANR geben. (Vielleicht dann sogar unter Beteiligung der europäischen Verbände. Überlegungen dazu sind aber fast überall noch in einem rudimentären Vorstadium )

So – jetzt kommt noch ein bisschen Vereins- und Verbandsmeierei :

Susan teilt mit, dass – auch aufgrund personeller Veränderungen in der AANR und einiges an psychologischen Wendungen - nun der Weg für eine engere Zusammenarbeit mit der „The Naturist Society“ wieder freier ist. Zwei Verbände in einem Land – das macht auf Dauer ja auch keinen Sinn.

Schluss damit – denn nun gehe ich mit dem Finger auf der Landkarte nur wenige Zentimeter „nach oben“ und lande in Kanada.

Dort wird es juristisch.
Und zur Abwechslung drehen wir wieder einmal am ganz großen Rad:

(3) Verfassungsbeschwerde in Kanada

Bezüglich einfacher Nacktheit sind die kanadischen Gesetze sehr rigoros. Wenn dies auf öffentlichem Bereich oder im vom öffentlichen Bereich einsehbaren privaten Bereich geschieht, dann droht aufgrund eines alten Strafrechtsparagraphen eine Geldstrafe von bis zu 5000 Dollar und/oder 6 Monate Gefängnis.

Ok – seltenst ist es zur Anklage gekommen.

Clayton C. Ruby (Straf-,Verfassungs-,Verwaltungsrecht und Bürgerrechte) von „Ruby und Shiller in Toronto“ erklärt uns die Details:

Um 1930 soll es in Kanada eine Gruppe „Sons of Freedom“ gegeben haben, die nackte und allerdings auch gewalttätige Protestaktionen durchführten. Die Gruppe gibt es schon lange nicht mehr, und keiner konnte mir erläutern, worum es in den damaligen Protesten überhaupt ging. Sie waren aber Anlass für eine Änderung des Strafgesetzes, die einfache Nacktheit (im öffentlichen Raum, oder vom öffentlichen Raum aus einsehbar) unter Strafe stellt. Dies gilt auch heute noch.

Nun hat es Brian Coldin, der sich als Naturist sieht, darauf ankommen lassen. Er weigerte sich eine – wenn auch kleine – Geldstrafe, die gegen ihn im letzten Jahr ergangen war, zu zahlen.

Was war geschehen ?
Brian Coldin war wegen Nacktheit auf eigenem, von außen einsehbaren Grundstück, auf einem öffentlichen Waldweg und in seinem Auto in einem Fast-Food-Drive-Thru angeklagt worden.

Keiner der Zeugen berichtet von sexuellen Handlungen und keiner der Zeugen berichtete von erlittene körperliche oder psychische Schäden. Tatsächlich durchsuchte der Psychologe Dr. Ronald Langevin die psychiatrische Literatur, konnte aber keinen Hinweise auf eine durch die Konfrontation mit einfacher Nacktheit verursachte Schädigung finden. Schäden waren dann zu beobachten, wenn die Nacktheit zusammen mit erlittener Gewalt und/oder öffentlichen sexuellen Handlungen auftrat.

Einige Zeugen berichten, dass sie „geschockt, verlegen, gedemütigt oder bestürzt über die Nacktheit waren“ , aber – so Dr. Langevin -, dass keines dieser Szenarien vernünftigerweise Schäden verursacht.

In einer langen Reihe von richterlichen Entscheidungen wurde festgestellt, dass einfache Nacktheit eine Ausdrucksmöglichkeit und daher als freie Meinungsäußerung unter S.2 der „ Canadian Charter of Rights and Freedoms“, einem Teil der kanadischen Verfassung, garantiert ist. Da zumindest theoretisch Freiheitsstrafe droht, ist auch S.7 berührt.



Verfassungsrechtlich: Der Gesetzgeber kann nicht einfach kriminalisieren, wenn er dabei gegen verfassungsmäßig geschützte Rechte verstößt. Strafrechtliche Verfolgung ist erst dann zulässig, wenn ein Verhalten vorliegt, das Schaden hervorbringen kann. (Beipiel: öffentliche Mastrubation).

Früher war es für eine strafrechtliche Verfolgung hinreichend, wenn die Gesellschaft oder ihre Mitglieder, die mit dem Tatbestand konfrontiert wurden, geschockt waren und es nicht dulden, dass andere eventuell auch damit konfrontiert würden. Dieser Test wurde jedoch im Jahre 2005 durch den Obersten Gerichtshof von Kanada [auch] wegen seiner Subjektivität für den Einsatz im Bereich des Strafrechts abgelehnt.

Jetzt entscheiden die Gerichte daher nicht danach, ob die Gemeinschaft ein bestimmtes Verhalten tollerieren ürde, sondern danach ob diese Verhalten tatsächlich Schaden verursacht oder eine signifikante Gefahr für andere darstellt. Darüber hinaus muss der Schaden so groß sein, dass das Verhalten „nicht mit dem ordnungsmäßigen Funktionieren der Gemeinschaft“ in Einklang zu bringen ist. „Schlechter Geschmack“ und „moralische Vorstellungen“ - selbst dann wenn sie weitestgehend in der Gesellschaft geteilt werden – sind nicht ausreichend.

Zurück zu Brian Coldin.

Dessen Fall liegt derzeit in den Händen von Richter J.J.Douglas in Bracebridge, Ontario.

( http://www.ottawacitizen.com/news/There+harm+nudity/4254964/story.html )


Hier will ich nun einen kleinen Hinweis anfügen:

Die „Ferderation of Canadian Naturist (FCN)“ in der INF beobachtet den Fall sehr genau. Eigentlich hätte der Fall am 25 Januar entscheiden werden sollen. Da aber der Verteidiger Clayton Ruby (in Kanada ziemlich bekannter Strafverteidiger) wegen einer Fahrzeugpanne nicht mehr rechtzeitig zum letzten Verhandlungstag erscheinen konnte, wurde ein neuer Termin festgelegt: 17.Mai.

Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass durch das Verfahren die gesetzliche Stellung zur einfachen Nacktheit (Section 174) in Kanada neu definiert wird. (Nicht mit Section 173 = „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ verwechseln, der von der verfassungsrechtlichen Diskussion nicht betroffen ist)

Die Federation of Canadian Naturists unterstützt die Entkriminalisierung einfacher Nacktheit.

Bleiben wir für einen Moment noch in Kanada.

Dem französischen Kanada.


(4) In Wort und Bild

Es ist eigentlich nur eine kleine Bemerkung, die Bezug nimmt auf ein schon älteres Streiflicht, in dem ich gemeinsame Berührungspunkte der kanadischen Naturisten mit den französischen Naturisten aufzeigte. Berührungspunkte, die zugleich auch eine Brückenfunktion bilden können.

Das hat dann durchaus sehr konkrete Auswirkungen auf Ausrichtung und Themenwahl der Beteiligten.

Hier wird das nun sogar sehr deutlich sichtbar.

Die „Naturistes du Quebec“ haben z.B. ein kleines, als *.pdf kostenlos herunterladbares „Magazin“, dessen erste Ausgabe „Janvier 2011“ hier erreichbar ist:

http://www.ndq-fichiers.com/mag/ndq-mag-1.pdf

Natürlich ist z.B. deren erster Artikel eigentlich nur für Leser aus Quebec und Umgebung interessant. In der noch dünnen Ausgabe gibt es aber auch einen Artikel zu den Aktivitäten der französischen Apnel.

Hier lasse ich das Magazin als Beleg dafür auftauchen, dass zunächst nur abstrakt gebaute Brücken manchmal auch schnell in ganz konkreter Form (hier in Form eines Artikels) sichtbar werden.

Außerdem bin ich so jetzt schon im europäischen Frankreich gelandet.

Das wiederum überaus bequem und praktisch, denn von dort gibt es ja auch wieder Neues zu berichten.


(5) Association naturiste phocéenne

Schon vor vielen Monden berichtet ich hier von der Gründung eines „Nacktwandervereins“:

„Les Randonneurs Nus de Provence“.

Derzeit entsteht ein grob vergleichbarer, neuer Verein für den Bereich Marseille.

Bruno S., der sich innerhalb der Apnel durch vielfältige Arbeiten zum geplanten „Parc National des Calanques“ verdient gemacht hat, und der meines Wissens nach dafür verantwortlich ist, dass in den Statuten zum Naturschutzgebiet der Naturimus in all seinen sozialverträglichen Ausführungen berücksichtigt wird, ist die treibende Kraft. So wie ich es sehe, verspricht er sich durch den Verein eine bessere Verhandlungsposition gegenüber den Behörden, wenn es darum geht, erreichtes abzusichern und weitere Räume zu schaffen.

Bezeichnend ist, dass Bruno auch schon Nacktwanderungen dort organisiert hat. Ich habe hier wurde bereits darüber berichtet.

Trotzdem – wird die „Association naturiste phocéenne“ wohl nicht nur ein Nacktwanderverein (im sportlichen Sinn) sondern auch ein ökologischer Verein sein.

In der kommenden April-Ausgabe des in Kooperation mit der ffn herausgegebenen „Naturisme Magazine“ n°11 wird den französischen Naturisten der Verein näher vorgestellt werden.

Hier bringe ich noch schnell das für den Verein vorgesehene Logo :



Letzten Montag (07.02.2011) war die Gründungssitzung.

Und schon jetzt – die notwendige Veröffentlichung der Präfäktur im Amtsblatt ist noch nicht erfolgt - da wollen die Leute schon die Satzung sehen.

Mir wird ja regelmäßig ein Hang zur Vereinsmeierei nachgesagt, vielleicht stimmt es sogar, aber wenn ich das bei den Franzosen so sehe - dagegen bin ich ein sehr kleines Vereinsmeierlicht.


(6) Volleyball in Neuseeland

Manche Dinge haben eine Wiederkehr. Sie wiederholen sich immer wieder aufs neue.

So ist das z.B. mit dem Volleyballspiel im „The Pineglades naturist club“ in Canterbury, einem neuseeländischen FKK-Verein in der „New Zealand Naturist Federation“ in der INF.

Im Grunde ist es ein ganz normales, sommerliches Volleyballspiel.

Nur das hier – einer alten Tradition folgend - gegen die örtliche Polizei / örtliche Feuerwehr gespielt wird. Erst letztes Wochenende war es – inzwischen schreiben wir das 31. Jahr - wieder soweit.

Ok - ich gebe es zu. Die Chancen „Nackte gegen Polizisten“ waren auch dieses mal nicht gleich verteilt. Jedenfalls nicht wirklich.

Denn die Naturisten durften nackt spielen, während die Feuerwehr und Polizei – wenngleich auch in etwas erleichterter Uniform spielen mussten. Die Armen.

Ich will nicht schreiben, wie das Spiel ausgegangen ist, denn das ist hier nicht wichtig.

Wichtig ist aber etwas anderes:

Nach dem Spiel entledigten sich einige die Bekleideten schnell ihrer hinderlichen Kleidung und sprangen zur Erfrischung ins kühle Nass.

( http://www.newstalkzb.co.nz/newsdetail1.asp?storyID=190317 )

Alle Grüße
michael regenmacher / strothjohann

Etwas verpasst ??
Macht nichts.
Hier geht es zu den vorherigen Streiflichtern:
http://www.fkk-freun.de/viewtopic.php?t=22448
.

Beitrag 13 Februar 2011 23:26 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
 
Füge Benutzer zur Ignorierungs-Liste hinzu  Antworten mit Zitat  
Bummler



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Alter:61

Anmeldungsdatum: 05.12.2005
Beiträge: 2367
Wohnort: Lübben


germany.gif
Re: Streiflichter Nr..067 vom 13.02.2011

regenmacher hat folgendes geschrieben::


Strafrechtliche Verfolgung ist erst dann zulässig, wenn ein Verhalten vorliegt, das Schaden hervorbringen kann. (Beipiel: öffentliche Masturbation).



DAS verstehe ich jetzt nicht. icon_eek.gif

Beim googeln kommt immer, das "Masturbation keine Schäden" hervorruft.

Ist vielleicht in Kanada anders.

Gruß
Bummler

Beitrag 14 Februar 2011 09:38 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
 
Füge Benutzer zur Ignorierungs-Liste hinzu  Antworten mit Zitat  
neptun2005
Ehemaliger User










Re: Streiflichter Nr..067 vom 13.02.2011

Bummler hat folgendes geschrieben::

Beim googeln kommt immer, das "Masturbation keine Schäden" hervorruft.


Wenn es sich um eine stark frequentierte Örtlichkeit handelt, können evtl. Schäden hevorgeruft werden. icon_wink.gif





*s c n r*


LG
neptun2005

Beitrag 14 Februar 2011 11:19 
 
 
  Antworten mit Zitat  
Puistola



Geschlecht: Geschlecht:männlich


Anmeldungsdatum: 16.10.2007
Beiträge: 5271
Wohnort: Nicht weit vom Alpstein


switzerland.gif
Verfassungswidriges Verbot der Nacktheit, auch in Kanada

Bummler hat folgendes geschrieben::
regenmacher hat folgendes geschrieben::


Strafrechtliche Verfolgung ist erst dann zulässig, wenn ein Verhalten vorliegt, das Schaden hervorbringen kann (Beipiel: öffentliche Masturbation).



DAS verstehe ich jetzt nicht.

Ist vielleicht in Kanada anders.


Ob Masturbation vor (unfreiwilligen) Zuschauern schädlich sei, braucht hier kein Thema zu sein:
Der von Ruby zitierte Psychologe bejaht dies aufgrund der Literatur.
Man kann anderer Meinung sein, aber bleiben wir doch für einen ersten Schritt beim Thema dieses Forums, der Nacktheit an sich:
Dann wird klar, um was es in Kanada geht:

Clayton Ruby in 'Ottawa Citizen Special' hat folgendes geschrieben::
Canada also punishes indecent acts, corrupting children, and exposing genital organs to a person under the age of 16.
All these are sexual acts or have been proven to cause harm.
But mere nudity, common harmless nudity, is equally criminal.

Kanada bestraft auch sexuelle Handlungen, Übergriffe auf Kinder und das Entblössen der Genitalorgane vor Personen unter 16 Jahren.
All dies sind sexuellen Handlungen oder es ist bewiesen, dass sie Schaden verursachen.
Aber blosse Nacktheit und gemeinsame, unverfängliche Nacktheit sind (in Kanada) ebenso kriminell.



Die Strafbarkeit der blossen Nacktheit wurde einst eingeführt, um diese wilden Russen zu bändigen:

Zitat:

Duchoborzen marschieren nackt in Langham (Saskatchewan), Kanada.

Das Foto wurde 1914 in der Zeitschrift Alienist and Neurologist (Vol. 35) veröffentlicht mit der Bildbeschreibung:
„Duchoborzen halten Ausschau nach Christus in Kanada im Winter“
(http://en.wikipedia.org/wiki/Doukhobor)


Diese Duchoborzen verweigerten sich einst in Russland jeglicher Autorität, anerkannten die Kirche nicht, die Bibel nicht, die Göttlichkeit Jesu nicht,
aber sie glaubten, dass das Göttliche im inneren der Menschen sei - Pantheisten also.
Ihnen wurde die Alternative Knast oder Exil angeboten, worauf ihnen geistesverwandte Quäker die Überfahrt nach Kanada bezahlten,
wo sie im heutigen Saskatchewan siedelten. Der harte Kern liess sich nicht vom kapitalistisch-individualistischen System vereinnahmen
und spaltete sich als "Söhne der Freiheit" von den Duchoborzen ab. Nacktheit war für sie weniger Lebens- als Protestform,
wogegen dann das Bundesparlament in seiner Hilflosigkeit die reichlich drakonische Strafbarkeit der Nacktheit einführte.
Die Konflikte zwischen den Freedomites und der Kanadischen berittenen Polizei (Bundespolizei) flauten erst in den Siebzigern ab.

Geblieben ist das ex tunc verfassungswidrige Nacktheitsverbot.
So wie es einst unabhängig vom Sexualstrafrecht in das Strafrecht geschrieben wurde, ist es nun auch unabhängig vom Sexualstrafrecht zu bekämpfen.

Das sind zwei verschiedene Baustellen, ganz wie hier in Appenzell, wo es zwar keiner widerborstigen Immigrantengruppe bedurfte,
um ein verfassungswidriges Nacktheitsverbot zu legiferieren, sondern lediglich fünf nackter Wanderer, inklusive meiner Wenigkeit.

Der Rechtsstreit in Kanada ist aber sehr verwandt mit dem hiesigen, in dem das Obergericht immer noch um die
Begründung für den eigentlich nicht begründbaren Schuldspruch ringt icon_wink.gif


Blutti Grüess
Puistola



PS: Der Bericht von Ruby ist auch lesenswert, weil er eine saubere Begründung des Naturismus enthält, für all jene, die um solches ringen.





-

Beitrag 14 Februar 2011 12:15 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
 
Füge Benutzer zur Ignorierungs-Liste hinzu  Antworten mit Zitat  
Bummler



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Alter:61

Anmeldungsdatum: 05.12.2005
Beiträge: 2367
Wohnort: Lübben


germany.gif
Re: Verfassungswidriges Verbot der Nacktheit, auch in Kanada

Puistola hat folgendes geschrieben::



PS: Der Bericht von Ruby ist auch lesenswert, weil er eine saubere Begründung des Naturismus enthält, für all jene, die um solches ringen.



Lesenswert sind auch die Kommentare zu dem Zeitungsartikel. icon_cry.gif

Ich glaube nicht, das ich mal nach Kanada fahre.

http://mymuskoka.blogspot.com/2011/02/watch-yourself-at-drivethrough.html

Zitat:
....Yes, I may have gymnophobia, but it is tied more to my fear of sex and violence....


Da ist es schon gut, wenn jemand versucht "einfache Nacktheit" als verfassungsmäßiges Recht durchzusetzen.

Vor allem weil es den Wiedersachern um die Gleichsetzung von Nacktheit mit Sexualität und dieser mit Gewalt geht.
Genauso, wie Nacktheit (fast) nichts mit Sexualität zu tun hat, hat Sexualität nichts mit Gewalt zu tun. Wenn einer öffentlich masturbiert, dann schädigt das die mehr oder weniger Beteiligten doch genauso, als wenn einer popelt.

Und das ist mir aufgestoßen, das öffentliche Sexualität Schaden anrichten können soll.
Jedenfalls habe ich per Googel keine beweisenden Berichte gefunden.

Schade das mein Englisch so saumäßig ist. Ich hätte ganz gern auch einen Kommentar abgegeben.

Gruß
Bummler

Beitrag 14 Februar 2011 14:53 
 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
 
Füge Benutzer zur Ignorierungs-Liste hinzu  Antworten mit Zitat  


  Beiträge vom vorherigen Thema anzeigen:      
Dieses Forum ist gesperrt, Du kannst keine Beiträge editieren, schreiben oder beantworten. Dieses Thema ist gesperrt, Du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.

Gehe zu:  


Letztes Thema | Nächstes Thema  >

Forum Rules:
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst Deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

 


 Impressum 

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group phpBB Group

This theme is to be used only for the promotion of Windows(TM) XP and its associated products. Read the full disclaimer
I, the developer, take no responsibility for use of this theme against the wishes of Microsoft(R).
phpXP2 Theme for phpBB2 created by Nick Mahon.

www.fkk-freun.de
Top 50 FKK