Recht auf eigenes Bild ---- Recht in der Öffentlichkeit Fotos zu schießen

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AStone

Recht auf eigenes Bild ---- Recht in der Öffentlichkeit Fotos zu schießen

Beitrag von AStone » 05 Juli 2013 12:18

folgende Situation ich liege am Badesee relativ viel los

meine Frau entdeckt jemanden der die ganze Zeit Fotos von dem See von den Menschen dort und uns macht

wir sprechen ihn darauf an und Fragen was dass soll

er meint es ist sein gutes Recht da es ein Öffentlicher Platz ist und wenn es uns stört sollten wir doch weiter gehen oder uns Anziehen!
Er würde uns ja nicht nur allein drauf haben sondern Gelände und andere Personen auch

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Bummler
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Beitrag von Bummler » 05 Juli 2013 12:53

Da kannst Du ganz einfach testen, ob er die Bilder nur so als Künstler macht oder sie irgendwie verwerten will:

Du haust ihm eine in die Fresse und schmeißt die Kamera in den See.

a) Er ruft die Polizei um Dich anzuzeigen, dann hat er vielleicht doch seriös fotografiert;

b) Er haut ab, dann hat er die Fotos für solche Voyeurseiten gemacht und muss sich jetzt eine neue Kamera kaufen.

Gruß
Bummler

AStone

Beitrag von AStone » 05 Juli 2013 12:56

was ne antwort und dann hab ich selber ne anzeige

ich will ja wissen ob ich rechtlich im recht bin! also das recht habe ihm eine in die fresse zu hauen

Klaus_59
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Beitrag von Klaus_59 » 05 Juli 2013 13:34

Das Thema wurde hier schon vielfach diskutiert. Leider taugt die Forensuche nicht ...
Guck einfach mal bei Wikipedia. Da steht einiges über das Thema und du kannst dann noch genauer nachforschen, weil die entsprechenden §§ genannt werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_am_eigenen_Bild

AStone

Beitrag von AStone » 05 Juli 2013 13:36

das hab ich alles durch darauf werde ich nicht schlau! auf der einen seite gibts das recht am eigenen bild aber auf der anderen seite gibts den öffentlichen raum! jemand erfahrungberichte?

Tim007
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Beitrag von Tim007 » 05 Juli 2013 13:42

Ich finde Bummlers Antwort witzig.

Bisweilen kann es nicht schaden, sein Gesicht durch eine ans Lächeln erinnernde Grimasse zu entstellen.

20°C

Beitrag von 20°C » 05 Juli 2013 14:48

AStone hat geschrieben:ich will ja wissen ob ich rechtlich im recht bin! also das recht habe ihm eine in die fresse zu hauen
das hast du so und so nicht, rechtlich gesehen :wink:

AStone

Beitrag von AStone » 05 Juli 2013 15:53

ja aber tut er denn was illegales oder nicht und ist es nicht eine art verteidigung

PundV
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Beitrag von PundV » 05 Juli 2013 17:12

Wenn einzelne Leute darauf zu erkennen sind, dann braucht er eine Erlaubnis, um sie zu fotografieren.

Eisbär
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Beitrag von Eisbär » 05 Juli 2013 22:35

Zieh dein Handy, mach ein Bild von Ihm und ruf die Polizei.
Die sehen sich seine Kunst sicher gerne an. Er hat kein recht Dich erkennbar zu fotografieren.
In der Regel wirst Du Spanner auf die Weise schnell los.

Gruß und willkommen im Forum,

Thorsten

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 06 Juli 2013 01:03

AStone hat geschrieben:was ne antwort und dann hab ich selber ne anzeige

ich will ja wissen ob ich rechtlich im recht bin! also das recht habe ihm eine in die fresse zu hauen
:D Ich find das - unfreiwillig - etwas komisch.

Menschen, die anderen Menschen "eins in die Fresse hauen", FRAGEN nicht danach, ob dafür eine "Rechtsgrundlage" existiert.

Absolution für eine Gewalttat wirst du nicht von einem Staat kriegen, der sich das Alleinrecht auf Gewalttaten am Bürger ausbedingt.

Der Staat Österreich hat auch kein Recht, ein Flugzeug mit einem Präsidenten eines anderen Staates auf dem Boden zu halten / am Weiterflug zu hindern. Die machen das trotzdem. Weil sie es sich mit einer gewissen anderen Macht (oder eine, die sich des Immer-noch-Status' ihrer Macht vergewissern möchte) nicht verderben wollen.

Hat die "NSA" ein Recht, deine Gedanken abzuzapfen? Nein, sie macht es dennoch.
Hat "Facebook" ein Recht, deine Gedanken ohne deinen Willen (an wen auch immer) weiterzuleiten? Nein. "Facebook" ("Like it" :biggrin: ) macht das dennoch.

Unsere Generation hat in Deutschland noch einen sehr hohen Begriff von "Privatsphäre" und "Persönlichkeitsrecht". Die PRAXIS ist, dass beides unterhöhlt wurde und wird.

Ich formuliere es mal nach MEINEM Empfinden: Wärest du und/oder deine Frau bei "Facebook" oder "Twitter" angemeldet, hättest du sicher KEIN (moralisches) Recht, dem "Fotografeur" eins in die Fresse zu geben. Dann wäre dein Handeln nämlich ein Augenverschließen vor der aktuellen Wirklichkeit.

Jeder, der über ein Adroid-Handy Permanent-Internet-Anschluss hat, hinterlässt "Bewegungsprofile". Die sagen 100-mal MEHR über euch aus als die fotografische Abbildung eurer Genitalien oder Gesichter oder von beidem.


Das in Deutschland formulierte Recht betreffend Persönlichkeitsschutzes wird faktisch von Wirtschaftsinteressen mächtiger Lobbygruppen ad absurdum geführt (wichtigster Zweck geheimdienstlicher Aktivität -> siehe aktuelle Diskussion ist nur VORDERGRÜNDIG "Terror-Bekämpfung". Viel wichtiger ist Industrie-Spionage. Die allerdööfsten Firmen leben dabei in der "Cloud" ANDERER Firmen. Um "mit der Zeit zu gehen" oder "konkurrenzfähig" zu sein.

Das Thema ist sehr viel komplizierter geworden als es mit "eins in die Fresse" möglich wäre.

Hat "Google" ein Recht, meine oder deine Suchanfragen zu Produkten oder Dienstleistungen mit Produktvorschlägen zu quittieren? Hat Google NICHT. Das ist nichts anderes als Kaltaquise. Und die ist nach deutschem Recht VERBOTEN, sofern sie nicht an Firmen gerichtet ist, sondern an "Privatpersonen".
Google macht das DENNOCH. Denn Google verdient damit Geld - und hat seinen Sitz in den USA. Und wenn ein "Freihandelsabkommen" zwischen der "EU" und den USA zustande kommt (TROTZ des dank Snowden aufgedeckten NSA-Skandals), dann wird das noch erheblich aufdringlicher alles kommen (Davon abgesehen, dass wir mit Produkten, die wir in Deutschland DEFINITIV NICHT haben wollen, überschwemmt werden. Wohlgemerkt: OHNE es überprüfen zu können!)


So, und jetzt wolle mer mal gucken, ob die kleine, süße nackte Glaskugelwelt (mit süßem Schüttelschnee innedrinne) von euch "FKK-lern" immer noch so heile, abgeschottet und gemütlich UNPOLITISCH (!) bleibt.
:biggrin:

PS:
Als ich - vor etwa 10 Jahren - noch fest im journalistischen Berufsbereich arbeitete, befasste ich mich sehr intensiv mit dem Thema Persönlichkeitsrechte, Privatsphäre, vor allem mit Bildrechten. Ich kann heute resümieren: Was vor zehn Jahren noch (zumindest offiziell) galt, ist heute: MAKULATUR.
In geschätzt spätestens fünf Jahren wird der ursprünglich militäriche Markt in Sachen "Drohnen" für die Privatverbraucher geschwemmt werden. Das wird ein Fest - für technokratische Kontrollfreaks genauso wie für menschlich nicht minder unsympathische Spanner.

"Wir" WOLLTEN "Big brother" - und haben ihn bekommen. Offiziell lautet die Bezeichnung dafür "Technischer Fortschritt" und "Innovation". :biggrin:

AStone

Beitrag von AStone » 06 Juli 2013 01:33

lange antwort also darf er da seinfach machen :P

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Pan meets Lilith
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Beitrag von Pan meets Lilith » 06 Juli 2013 02:09

AStone hat geschrieben:lange antwort also darf er da seinfach machen :P
;-)
Die KURZE Version wäre gewesen:
Es GIBT keine "Sicherheit". Und wir sind alle sterblich / vergänglich.

Aber ich wollte nicht zu philosophisch und ZU grundsätzlich werden.


Im Hintergrund deiner KONKRETEN Frage steht auch ein Grundsatz-Thema, was wir hier AUCH mal hatten:

Bilderkultur (z.B. Kapitalismus / Anarchie) versus BilderverBOTS-Kultur (z.B. orthodoxer Islam).

Ist die fotografische Abbildung eines Menschen eine Art Stehlen seiner Identität? Falls ja: Was IST Identität? (ferner: Können Kulturentwürfe, die eine menschliche Identität (INDIVIDUALITÄT) LEUGNEN, selbige schlüssig verteidigen? ;-)

Wie alt ist gleich ein Mensch, wenn er zum ersten Mal im Verlauf seiner Ontogenese das Wort "ICH" verwendet? Und warum verbleibt er, betreffs sich SELBST, nicht in der dritten grammatikalischen Person? ;-)

Dein Thema, @astone, ins "Große" übersetzt:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 09669.html



Philosophy, religion ...

Ich mach Musik, in Ordnung? (Keine Lösung, doch Linderung)
Edie Brickell - What I am
http://www.youtube.com/watch?v=uGjh6duUPXc

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Beitrag von Pan meets Lilith » 06 Juli 2013 02:58

AStone hat geschrieben:lange antwort also darf er da seinfach machen :P
PS:
... Hm, ich WEIß nicht, ob er das "DARF" (lt. dt. Recht, ungeachtet der Frage nach dessen Umsetzbarkeit / dessen aktueller Realitätsnähe).

Fakt ist zunächst: Er MACHT es. Und verwendet dabei eine ARGUMENTATION.

"Öffentlicher Ort".

Wäre er "Journalist", stünde weiter die Frage im Raum: öffentliches INTERESSE? (an Berichterstattung), etwa Thema "Menschen suchen am Wasser Linderung von der Sommerhitze") (Welche Hitze? Welcher Sommer? ;-)]

Weiter:
Bist du (bzw. deine Frau) eine "Person des öffentlichen Lebens", ja oder nein?
Auch für DIESE Gruppe von Menschen wurden mögliche "Berichterstattungen" per Gerichtsentscheid eingeschränkt (irgend so jemand wie Claudia Schiffer oder ähnliches Girlie klagte damals gegen irgendwelche Paparazzi-Veröffentlichungen a la Bild)

Weiter:
Findet eine mögliche Veröffentlichung auf einem deutschen Server oder einem ausländischen (etwa einem US-amerikanischen oder niederländischen) statt?

Weiter:
Welche Staaten haben Rechtshilfe-Abkommen miteinander? (Für Deutschland, so las ich jüngst im Zusammenhang mit der NSA-Affäre, soll selbst nach der dt. Wiedervereinigung kein offizieller Friedensvertrag mit den damaligen Alliierten ausgehandelt worden sein. Aus dem Verhalten der amtierenden DDR-Bundesregierung unter Angela Merkel lässt sich schließen, dass keine deutsche Staatssouveränität gegenüber den USA vorhanden ist. Insofern erübrigt sich dann zwar ein Rechtshilfe-Abkommen, da wir als Deutsche offenbar weiterhin Besetzte durch die Siegermacht des II. Weltkrieges, die USA sind (Die "neuen Bundesländer" sind es dann zwar erst ab 1990/91, da sie ja vorher durch die Sowjetunion besetzt waren).

Was gilt nun? Das Recht des Stärkeren?
KLAR KANNST du deinem ungewollten Fotografen eins in die Fresse hauen. Genauso, wie er DICH (bzw. deine Frau) fotografieren KANN.

Rechtfertigt eine Gewalttat (symbolisch -> Abbildung -> "BANNUNG") die nächste (konkret -> "Faust")?

Biologie - oder Zivilisation?
Durchsetzung des Stärkeren - oder Kontraktieren / Rechtsetzen im Dialog?


Ich hörte kürzlich von Jugendlichen, die sich einen Spaß daraus machten, einen (schlafenden) Obdachlosen zu filmen. Nach MEINEM Rechtsverständnis verstoßen diese Jugendlichen gegen die WÜRDE eines anderen Menschen.
KLAR könnten die argumentieren, sie bewegten sich mit ihrem Tun im "öffentlichen Raum" ... Der OBDACHLOSE würde gegenargumentieren, er HABE kein "privates" Zuhause.

Jens-P.

Beitrag von Jens-P. » 06 Juli 2013 11:42

Ich bin der Ansicht, dass er Fotos nach der Gesetzeslage machen darf. Nur die Veröffentlichung der Fotos ist verboten, aber auch nur dann, wenn Personen deutlich erkennbar sind.
Wäre es anders, dürfte niemand auf der Straße fotogragfieren. Ob fotografierte Personen an öffentlichen Orten nackt oder angezogen sind, ist unbedeutend.

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