Bericht Karlsruher Nackt-Radtour
Samstag, 9.00 Uhr die Frisur sitzt nicht. Egal, weil ich ja heute sowieso noch einiges an Fahrtwind abbekommen werde. Mehr oder weniger pünktlich versammeln sich die Teilnehmer der diesjährigen Nackt-Radtour in Karlsruhe zwischen 9.30 Uhr und 11.30 Uhr am Treffpunkt. Ich radle nun schon das dritte Mal mit und kenne so schon einige der Teilnehmer, lerne aber auch Neue kennen, Zeit genug ist am Startpunkt ja. Mit der absoluten Rekordzahl von 30 Teilnehmern inkl. 5 Frauen gehts dann um 12.00 Uhr los zum sog. Ausziehpunkt. Dieser wurde wegen Schaulustigen aus dem letzten Jahr etwas verlegt, was ich gut fand. Ohne großes Aufsehen konnten wir uns nun endlich alle ausziehen, denn wie immer auf der Radtour war es mal wieder gut warm.
Dann ging es los direkt durch den Wald, normalerweise eine Strecke ohne Begegnungen zum eingewöhnen für Premieren-Radler. Durch eine falsche Abzweigung mußten wir aber bereits wenige Meter nach dem Start über eine Landstrasse. Dieser Exkurs erfolgte jedoch ohne Probleme. Danach ging es über eine Autobahnbrücke, was die Autofahrer mit viel Gehupe honorierten. Danach konnten wir unsere Fahrt durch den Wald fortsetzen.
Eine schöne Strecke, sehr ruhig, eben. Herrliche Waldluft, Sonne/Schatten Mix, einfach genial. Man hat während der Fahrt Gelegenheit sich zu unterhalten oder einfach nur zu genießen. Begegnungen gab es auf diesem Teilstück keine.
Bei der Ankunft am Rastplatz war noch eine Gruppe Kinder mit Vätern anwesend. Diese wollten jedoch sowieso grade gehen und so gehörte der gesamte Platz wie immer uns alleine. Dort gab es ausreichend Gelegenheit, sich zu stärken, spielen, sporteln, relaxen und diskutieren.
Nach dieser ersten Rast ging es weiter Richtung Epplesee, auf diesem Weg radeln wir das erste Mal offiziell an einer Hauptstrasse entlang, dort sind auch andere Radler und Fußgänger unterwegs. Auch hier alles ohne nennenswerte Zwischenfälle (Hupen, Beifall, Ignoranz).
Über eine Art Feldweg ging es nun ein Stück am See entlang bis wir am dortigen Kiosk mit Bademöglichkeit angekommen waren. Obwohl FKK dort Usus ist und wir nun schon öfter dort Halt machten, gibt es immer wieder ungläubige Blicke, wenn so viele dort bereits nackt ankommen. Nun machten wir Mittagspause mit ordentlich essen, baden, klönen, gruppenfotografieren, etc. Die Pause dauerte so an die 2 Stunden.
Vom See weg mußten wir durch einen Ort. Durch die große Gruppe muß man immer wieder an der einen oder anderen Ampel warten, was den Autofahrern Gelegenheit gibt festzustellen, daß das auch wirklich Nackte sind und daß kein Fernsehteam in der Nähe ist. Im Ort selber merkt kaum jemand, daß grade 30 Nackte durchradeln, Reaktionen gibt es keine. Wir sind einfach zu schnell oder vielleicht sind es die Bewohner des Ortes auch bereits gewohnt
.
Zuvor wurde beschlossen, einen Abstecher zum Rhein zu machen, ein Novum auf der Tour. Es ging über den Damm, kerzengrade, links und rechts 5 Meter runter, spannend. Vor allem wenns 30 gegen 2 oder so geht
. Am Rhein angekommen gingen auch einige ins Wasser, vorbeikommende Schiffe winkten uns zu (also die Leute auf den Schiffen
). Plötzlich kam ein Auto, wir dachten, es wäre eine Behörde. Aber nach einer Weile verschwand der Wagen wieder. Wer oder was es war klärte sich nicht auf. Wo Wasser sind auch Mücken, diese schickten sich an, und aufzufressen, was uns dann nach einer Weile zum Rückzug veranlasste. Im Wald zurück gab es einen Stop, weil bei einem Radler ein technischer defekt Vorlag. Man konnte aber nicht anhalten, da es im Wald mit den Mücken noch schlimmer war als am Rhein, so mußte man weiterradeln, dadurch zeriss die Gruppe kurzfristig etwas. Am Ausgang vom Wald waren aber alle wieder komplett.
Nun kamen wir durch eine Kleingartensiedlung (holpriger Weg, ätzend) wieder nach Karlsruhe, es ging wirklich mitten durch die Stadt. Man merkte seine Nacktheit aber gar nicht mehr, und so war auch dieser Teil gut zu bewältigen. Man kam in den Park(?) dort war gerade ein Fußballspiel im Gange, das gab großes Hallo. Aber auf dem Rad ist man immer so schnell wieder weg, daß man kaum Reaktionen aufnehmen kann.
Weiter durch den Park an einem Fluß entlang, ein Teilstück daß mir gut gefällt. Hier gibts viele Begegnungen. An diesem Tag ist ein großes Fest in dem Park, so daß wir viele Zuschauer haben. Alle finden es cool. Am Ende ist man am Anziehpunkt und der Nackte Teil ist vorbei. 36 Kilometer liegen hinter uns.
Eine wunderschöne Tour, ein tolles Naturerlebnis, so gut keine negativen Reaktionen, keine Behörden. Ein guter Tag für die (wilden) Nackten. Ich kann es nur jedem empfehlen.
Am Abend gab es noch geselliges Beisammensein in einem Bistro in Pforzheim, auch dieses fand selbstverständlich nackt statt.
Ich würde diesen Beitrag gerne noch mit ein paar Bildern garnieren, wer welche hat möge sie mir schicken.
Fragen und Kommentare willkommen.
Euer
Admin