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Bericht: Lockruf der Wildnis oder Ferien vom Ich "teilzeitnackt" in Finnland
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  Autor    Thread Dieses Forum ist gesperrt, Du kannst keine Beiträge editieren, schreiben oder beantworten. Dieses Thema ist gesperrt, Du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.
Nackidei



Geschlecht: Geschlecht:männlich


Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 2346
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Bericht: Lockruf der Wildnis oder Ferien vom Ich "teilzeitnackt" in Finnland

So, unser Sommerurlaub steht. Ein Arbeitsurlaub (textil) und ein Erholungsurlaub (mit Nacktanteilen). Beide Male geht es nach Finnland, unserer zweiten Heimat seit 1977. Die erste Reise geht in den Sommerferien einmal wieder für drei Wochen mit einer Kollegin und 11 Kindern und Jugendlichen (zwei davon mit Jugendleiterausbildung) nach Nordkarelien, nahe der russischen Grenze. Uns steht dort ein ehemaliges Bauernhaus, direkt an einem See gelegen, zur Verfügung. Nachbarn: Weit und breit keine. Von daher können wir da so leicht niemanden auf den Wecker gehen. Eine Sauna und zwei Ruderboote stehen uns zur Verfügung. Urlaub ist das eher nicht. Es ist nicht immer leicht, die Kiddies unter Kontrolle und bei guter Laune zu halten.

Dann zweiter und wirklicher Urlaub = Erholungsurlaub, nur meine Frau und ich. Und wiederum geht´s nach Finnland in die Pampa icon_biggrin.gif , genauer: Eine Blockhütte aus Rundstämmen, die wir bereits kennen, direkt an einem Nebenarm des Saimaa See gelegen. Natürlich mit Sauna und Ruderboot und ebenfalls einsam gelegen. Der einzige Nachbar ist der 1,5 km entfernt lebende Vermieter, der uns hoffentlich wieder mal in seine Rauchsauna einlädt. icon_biggrin.gif Morgens mal eben Brötchen holen ist nicht. Einfacher Weg zum Supermarkt: 12 km, davon 10 km Schotterpiste (wird aber jetzt asphaltiert).
FKK: ja, natürlich und ausschließlich. Nein doch nicht ganz. Es gibt Ausnahmen: Die eine: Auch wenn es in der Dämmerung noch so reizen würde, am See frei aller Klamotten zu träumen, in einem Buch zu versinken oder ein Gesellschaftsspiel zu spielen: Die Mücken lassen das nicht ohne weiteres zu. Tagsüber lassen einen die Viecher in Ruhe, sind einfach nicht da (nur im Unterholz). Da sammeln sie Kraft für den Angriff am Abend.
Tja, und man wird es kaum glauben, aber die Finnen haben mit Nacktheit doch gewisse Probleme. Innerhalb der Familie wohl weniger, aber Fremden gegenüber. Wer es noch nicht weiß: Obgleich wohl jeder finnische Haushalt über eine eigene Sauna verfügt gibt es in den Städten auch öffentliche Saunen. Aber da wird getrennt nach Geschlechtern sauniert! Lediglich in den Saunen der Studentenwohnheime geht es lockerer zu. Die Jugend scheint da also etwas offener zu sein.
Man tut gut daran, diese Distanz zur öffentlichen Nacktheit zu respektieren. So trage ich bei Tagesausflügen mit dem Boot auf der schier endlosen Seenlandschaft bei entsprechendem Wetter stets eine Badehose und meine Frau einen Bikini, zumindest dann, wenn wir in Sichtnähe von bewohnten Bereichen oder anderen Booten (Fischern) geraten.

Ich kann jedem Einsamkeitsfanatiker, der im Urlaub wirkliche Ruhe und Erholung sucht und auf einige gewohnte Annehmlichkeiten verzichten kann, einen Mökkiurlaub in Finnland nur empfehlen. Das sind wirklich „Ferien vom ich“. Das Schöne ist, dass man außer Natur wirklich absolut nichts hört. Das gibt es zu Hause nicht. Wenn ich nachts um 2.00 Uhr vor die Haustür trete, höre ich immer noch Geräusche, verursacht von der Zivilisation. Aber dort? An diese Stille muss man sich erst einmal gewöhnen. Wenn da plötzlich nachts nur ein Vogel auf dem Dach herumkratzt, sitzt man senkrecht im Bett.
Ich bin oft gefragt worden, ob solch ein Urlaub nicht langweilig ist, insbesondere für die Kinder. Nein, ist er nicht. Als unsere Kinder uns noch begleiteten, konnten die sich prima selbst beschäftigen und hatten niemals Langeweile, trotz fehlendem Fernseher. Für sie war das immer Abenteuerurlaub. Das Schöne dabei: Während es daheim fast täglich Streit wegen irgendwelcher Nichtigkeiten gab, herrschte in Finnland stets Frieden. Nun ja, sie mussten schließlich miteinander klarkommen, denn es gab keine anderen Spielgefährten (außer uns Eltern).
Nun muss man sich solch einen Mökkiurlaub irgendwo an einem einsamen See nicht so vorstellen, dass man den gesamten Urlaub wie ein Almödi in völliger Abgeschiedenheit und fern der Zivilisation verbringt. Nein, wir haben da schon unser „Programm“. In der Regel handhaben wir das so, dass wir abwechselnd einen Tag am Haus verbringen und dann bis zu einem Tag mit dem PKW unterwegs sind. Schließlich werden ja auch Lebensmittel benötigt.
Was immer Spaß machte sind die Ausflüge mit dem Ruderboot. Der Saimaa-See ist 4400 km² groß. Er besteht aus dem eigentlichen Groß Saimaa-See und mehreren kleinen und großen Seen, die miteinander verbunden sind. Im Grunde ist das ein riesiges Seenlabyrinth mit hunderten Inseln und Inselchen, Kanälen und Buchten. Was uns immer großen Spaß bereitet sind ganztägige Ausflüge mit dem Ruderboot. Schon morgens nach dem Frühstück geht es los. Proviant für den Tag wird natürlich mitgenommen. Mit den heute üblichen flachen Booten aus Kunststoff kommt man auch mit einer ganzen Familie an Bord ohne große Anstrengung rasch voran. Doch Vorsicht: Mitgenommen sollte auf größeren Touren unbedingt eine Generalkarte im Maßstab 1:200.000, auf der die größeren Inseln verzeichnet sind. Da habe ich die zurückgelegte Strecke immer eingezeichnet, die links oder rechts liegenden Inseln stets markiert. Wer hier nachlässig ist riskiert, sich hoffnungslos zu verfahren. Und dann hat man u.U. ein echtes Problem. Bei inselreichen Gewässern hat man ohne Karte nach spätestens einer Stunde oder gar noch früher jede Orientierung verloren. Es sieht einfach alles gleich aus. Ich hatte es selbst schon erlebt. Da kann leicht Panik aufkommen. Aber der moderne Mensch von heute hat ja GPS dabei. Wie unromantisch! icon_sad.gif
Solche Bootstouren bei strahlendem Sonnenschein sind einfach ein Erlebnis. Unterwegs wird einfach an einer schönen Insel Rast gemacht und gepicknickt. Dann noch eine Runde Schwimmen (nackt) und weiter geht’s. Unsere Kinder schwärmen da noch heute von, auch wenn sie derzeit lieber andere Ecken der Welt erkunden.
Auch lohnt es sich, die nähere und weitere Umgebung zu erkunden. Es gibt überall etwas zu sehen. Es gibt viele kleine Fabriken, die man besichtigen kann (Glas, Porzellan, Stahlwaren). Fast immer gibt es einen Fabrikverkauf. Zudem wird in Finnland viel Handarbeit in den Familien betrieben. Da heißt es unterwegs aufgepasst, dass man an den kleinen Hinweisschildern nicht vorbeifährt. Da ist dann von der witzigen Wollmütze für den Winter über tolle Puppenstuben (natürlich alles aus Holz) bis zum Webstuhl alles zu haben. Die Märkte in den Städten sind auch stets interessant.
Auch sollte man nicht an jeder Kirche achtlos vorbeifahren, auch wenn man mit der Kirche vielleicht nicht viel am Hut hat. Insbesondere die alten Holzkirchen haben einen unwahrscheinlichen Charme. Die vielen und meist sehr gepflegten Schnitzereien, Bilder, Wandmalereien, Ikonen der meist evangelisch-lutherischen aber auch orthodoxen Kirchen sind sehenswert. Fast alle Kirchen sind tagsüber für Besucher geöffnet (nicht vergessen: ins Gästebuch eintragen). Und wer zufällig nach Kerimäki kommt, sollte keinesfalls versäumen, sich die größte Holzkirche der Welt anzuschauen. Jawohl, es ist die größte, auch wenn die Stadtväter von Clausthal im Harz behaupten, ihre Holzkirche wäre die größte in Europa. Darüber können die Finnen nur lachen. Während nämlich die Kirche in Clausthal „nur“ 2000 Menschen aufnehmen kann (wobei nicht geklärt ist, ob hier Stehplätze enthalten sind) icon_biggrin.gif, verfügt die Kirche in Kerimäki über 3400 Sitzplätze, verteilt auf fast 1,6 km Kirchenbänke. Insgesamt können sich dort aber 5000 Menschen aufhalten.
Ach ja, und dann das Mechanische Musikmuseum des aus Deutschland stammenden Pawel Kempf in Varkaus. Wer diese riesige kuriose Sammlung mechanischer Musikinstrumente, Orgeln, Konzertmaschinen, Grammophonen und was weiß ich noch alles nicht gesehen und erlebt hat, hat etwas versäumt! Allein die Führung von Herrn Kempf oder seinem Sohn ist Bühnenreif. Sie erfolgt gleichzeitig auf Finnisch, Schwedisch, Englisch und Deutsch. Fragt nicht, wie der das macht. Das geht und ist außerordentlich lustig! Und das Tolle dabei: Wirklich alle auf zwei Etagen ausgestellten historischen Instrumente und Konzertmaschinen sind intakt und werden vorgeführt. Das ist einfach nur ein visueller und akustischer Genuss.
Tja, und was macht man abends, wenn man müde von einer Tour zu seinem Mökki heimgekehrt ist? Richtig, die Sauna wird angeheizt. Nicht etwa wie bei uns üblich auf Knopfdruck. Nein, die wird traditionsgemäß mit Holz beheizt, auch dann, wenn das Haus ans Stromnetz angeschlossen ist. Und wer dann versäumt, die Saunaliege nicht mit Handtüchern achtsam abzudecken macht u.U. Bekanntschaft mit einer 100 Grad heißen Harzgalle auf der Holzpritsche. Das ist vergleichbar mit einem Tropfen Kleber aus der Heißklebepistole am Hintern. icon_biggrin.gif
Danach lässt man den Tag dann am Kamin oder dem Tulikivi-Ofen ausklingen. Alternativ bietet sich an, am Seeufer den 1500 Seiten Roman, den man schon immer mal lesen wollte, sich einzuverleiben. Oder wie wäre es mit dem Kalevala, dem Grundstein der finnischen Literatur und finnisches Nationalepos, mit dem jeder Finne in der Schule aufwächst? Nebenbei: Die Finnen haben ein großes Nationalbewusstsein. Bei uns hätte ein solches Denken wohl gleich einen negativen Beigeschmack.
Man kann aber auch einfach nur so gedankenversunken am Ufer „seines“ Sees sitzen, auf dessen spiegelglatter Oberfläche sich der Mond spiegelt und an gar nichts denken. Das ist die totale Entspannung und eigentlich mit Worten gar nicht zu beschreiben!
Wer gern angelt, kommt hier natürlich auf seine Kosten. Hecht, Lachsforelle…dann gegrillt oder geräuchert… einfach lecker. Mitunter saß ich morgens gegen 04.00 Uhr schon im Boot um am Schilfgürtel zu angeln. Wenn dann die Sonne über den Baumwipfeln aufging und sich in dem noch aalglatten See spiegelte und die Natur langsam erwachte habe ich so manchmal die Angel vergessen und einfach nur die Natur auf mich wirken lassen. Das ist nur einfach unbeschreiblich schön.
Und was gibt es noch? Wandern zum Beispiel. Das geht überall in Finnland. Je nachdem, wo man sich befindet ist es möglich, einen ganzen Tag auf keine Menschenseele zu treffen, nicht nur in Finnisch-Lappland. Ja und dann sind da noch die Beeren und Pilze zu erwähnen. Blaubeeren findet man bereits im Juli massig, Pilze in der Regel später, wenn die Tage schon wieder kürzer werden. Dabei kann es dann schon mal passieren, dass man die Bekanntschaft mit einer Kreuzotter macht. icon_biggrin.gif
Ich könnte noch unendlich weitererzählen. So z.B. von der unverhofften Einladung zu einer Hochzeitsfeier von wildfremden Leuten, bei der ausgerechnet ich als begeisterter Nichttänzer den finnischen Tango kennenlernte (zwangsweise). Da habe ich so einige zarte Damenfüße plattgetreten. icon_biggrin.gif Aber das ist ein anderes Thema.

Die Mökkies, die heute von den verschiedenen Anbietern angeboten werden, sind in der Regel heute nicht mehr so spartanisch eingerichtet wie vor 30 Jahren. Trotzdem, auf Strom muss sehr häufig verzichtet werden (nicht in Ferienhauskomplexen bzw. in Hütten auf Campingplätzen). Gekocht und gekühlt wird mit Flaschengas. Das Plumpsklo ist obligatorisch. Abgetrennte Schlafräume sind auch nicht immer selbstverständlich. Oft schläft man in einem Alkoven oder auf dem so genannten Schlafboden unter dem Dach. Letztlich ist alles vom Preis abhängig. Wer den absoluten Luxus sucht findet auch den, nur ist der eher selten und teuer. Meine Frau und ich brauchen den nicht. Bei den nicht zu Ferienkomplexen oder Campingplätzen gehörenden Mökkies handelt es sich meist um private Hütten, die von ihren Eigentümern individuell eingerichtet sind. Manchmal hängt auch noch ein Foto von Opa oder so an der Wand. icon_biggrin.gif Und wer es dann mal ganz einsam haben will, kann auch das haben: Gemeinsam mit einer befreundeten Familie hatten wir mal eine Hütte allein auf einer ca. 5 ha großen Insel im Suvasvesi-See, 2,5 km vom Anleger am Festland und dem Auto entfernt (35 PS Außenborder am Boot). Aber Vorsicht: Dabei kann die beste Freundschaft auf eine Zerreißprobe gestellt werden!
Auf Wunsch kann ich hier einige finnische Adressen von privaten Ferienhausvermittlern einstellen. Auf keinen Fall würde ich über ein deutsches Reisebüro bzw. bei einem deutschen Ferienhausvermittler ein finnisches Mökki anmieten. Die bedienen sich häufig der Angebote finnischer Anbieter und treten somit als zusätzliche Vermittler auf. Ich habe da bei Preisvergleichen bis zu 100 Prozent Preisunterschied bei ein und demselben Haus gefunden. Das muss nicht sein. Wenn auch die privaten Mökkieigentümer in der Regel kein Wort Deutsch und mitunter kein englisch sprechen; in den Vermittlungsbüros, mitunter sind das die Fremdenverkehrsbüros der Provinzhauptstädte, ist eine Verständigung auf Englisch immer möglich, häufig auch auf Deutsch.
Hotelurlaub ist natürlich auch möglich und nicht nur in den großen Städten. Wir hatten einmal meine Eltern nach Finnland mitgenommen. Da die es sich einmal gutgehen und sich auch ein wenig verwöhnen lassen wollten (Bäder, Wellness, Massage) hatten wir die in einem schönen Hotel in Anttola untergebracht (www.anttolanhovi.fi), während wir 15km entfernt unsere Hütte am See genossen.

Wenn der Bericht zu lang war, lest ihn einfach nicht. icon_biggrin.gif

Beitrag 10 März 2014 16:05 
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ad peter



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Alter:57

Anmeldungsdatum: 30.07.2003
Beiträge: 2005
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Re: Lockruf der Wildnis oder Ferien vom Ich "teilzeitnackt" in Finnland

Nackidei hat folgendes geschrieben::
...
...
...
...
Wenn der Bericht zu lang war, lest ihn einfach nicht. icon_biggrin.gif

*grins* Das liest man erst, wenn man den laaaaanngggeeeennn Bericht gelesen hat. icon_wink.gif icon_nopity.gif

Beitrag 10 März 2014 19:14 
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Nackidei



Geschlecht: Geschlecht:männlich


Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 2346
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Ja nun, ein Reisebericht der etwas aussagen und der eine oder andere Leser sich angesprochen fühlen soll, sollte schon etwas ausfühlich sein. Ein Reisebericht wie: "Der Urlaub war toll, hat uns allen gefallen" sagt mir nichts und reizt mich nicht zum Nachmachen. icon_wink.gif

Beitrag 10 März 2014 19:29 
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Tim007



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Anmeldungsdatum: 29.11.2005
Beiträge: 7783
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Vielen Dank für den tollen Bericht!

Ich habe ihn tatsächlich Zeile für Zeile verschlungen.

Beitrag 10 März 2014 20:12 
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ad peter



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Alter:57

Anmeldungsdatum: 30.07.2003
Beiträge: 2005
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Tim007 hat folgendes geschrieben::
Vielen Dank für den tollen Bericht!

Ich habe ihn tatsächlich Zeile für Zeile verschlungen.

Dem schließe ich mich auch an. So toll geschrieben, dass man darin klebt. Sowas gibs selten. icon_smile.gif

Beitrag 10 März 2014 20:41 
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Nackidei



Geschlecht: Geschlecht:männlich


Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 2346
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Da ich per PN nach Adressen finnischer Ferienhausvermieter gefragt wurde, habe ich hier mal ein paar zusammengestellt. Die drei Erstgenannten dürften über das größte Angebot verfügen. Soweit die Anbieter über eine deutschsprachige Unterseite ihres Webauftritts verfügen, habe ich diese bereits benannt.
Ich hoffe, dass die Angabe der Links nicht gegen Forenregeln verstößt.

Lomarengas:
http://www.lomarengas.fi/en/
Über 3700 Mökkies in ganz Finnland, nach Regionen sortiert, auf Anforderung wird auch ein Katalog zugesandt.

Saimaatours:
http://www.saimaatours.fi/
ca. 200 Mökkies im Bereich Saimaa-See (Lappenranta, Savonlinna, Kuopio, Mikkeli
Auch von dort wird auf Anfrage ein Katalog zugesandt (bisher jedenfalls).

Huvila:
http://www.huvila.net/saksa/etusivu.htm

Mökkinetti:
http://www.mokki.fi/index.php?lang=de

Mökkiavain:
http://www.mokkiavain.fi/de

Levin Mökkivuokraus
http://levinmokkivuokraus.sportum.info/stable/tuotteet.jsp?teema_id=780&vaihe=3

Ålandinseln:
Ålandresor:
https://www.alandsresor.fi/fi/varaukset/mokki/hae/?section=package

Darüber hinaus verfügen die Fremdenverkehrsbüros der „größeren“ Städte (Matkailutoimisto) meist noch über zusätzliche Angebote privater Vermieter, die nicht in den überregionalen Katalogangeboten verzeichnet sind. Die privaten Anbieter müssen für die Einträge nämlich bezahlen. Im Gebiet des Saimaas sind das die Städte Lappeenranta, Savonlinna, Mikkeli, Tampere, Joensuu, Kuopio, Varkaus. Diese können oft noch kurzfristig im Sommer noch etwas vermitteln, wenn die Katalogangebote längst ausgebucht sind. Nur ob dann noch persönliche Wünsche hinsichtlich Lage, Ausstattung und Preis möglicht sind ist fraglich.
Wer echtes Interesse an einem Finnlandaufenthalt im Sommer hat, bucht sein Mökki nach Möglichkeit noch im alten Jahr. Seitdem bei vielen Russen der Wohlstand ausgebrochen ist, haben die auch Finnland als Reiseziel entdeckt. Von daher ist es mit den Mökkis in den letzten Jahres etwas eng geworden. Da heißt es ”Wer zuerst kommt, malt zuerst”. Aber wo ist das nicht so.
Bei Fragen bitte gern melden, nach Möglichkeit hier im Thread; dann haben alle Interessierten etwas davon.

Beitrag 13 März 2014 00:50 
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Blüsenmeister



Geschlecht: Geschlecht:männlich


Anmeldungsdatum: 30.03.2014
Beiträge: 3



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Hallo Nackidei,
vielen Dank für deinen ausführlichen und recht informativen Bericht!
Ich habe mich hier im Forum registriert, weil wir, d.h. meine Frau, unsere zwei Kinder (6 u. 8J.) und ich in den Sommerferien vier Wochen in Finnland verbringen werden. Wir haben eine Hütte mit Sauna und Ruderboot am Orivesi-See gemietet. Was FKK betrifft: Ja, wir „machen“ FKK, allerdings in einem bescheidenen Rahmen. Nackt unter anderen Menschen sind wir in der Sauna (wie auch sonst?) oder im Urlaub, wo uns keiner kennt. icon_biggrin.gif Meine Frau (Lehrerin) hat da ihre Scheu noch nicht gänzlich abgelegt und badet nicht gern nackt am heimischen See weil sie Angst hat, dort von Kollegen oder von Schulkindern und/oder deren Eltern gesichtet zu werden. Mir ist so etwas vollkommen egal. Am einsam gelegenen See in Finnland hoffen wir, allein für uns den ganzen Tag nackt sein zu können, sofern das Wetter mitmacht.
Ich habe inzwischen viel über Finnland gehört und gelesen und wir sind ganz gespannt, was uns erwartet. Über eine Sache machen wir uns jetzt aber noch Gedanken. Du erwähntest in deinem Bericht die Mücken. Meine Frage dazu ist, wie man sich vor ihnen bzw. den Stichen am besten schützt. Lohnt es sich, ein Mückenmittel wie z.B. Autan mitzunehmen oder gibt es in Finnland etwas besseres? Wie sieht es in den Ferienhütten mit der Dichtigkeit aus, bzw. bekommt man die Hütte Mückenfrei? Auch hier ist insbesondere meine Frau empfindlich und die Kinder wohl auch. Nichts wäre schlimmer als wenn ich jeden Tag hören würde, wann wir denn endlich wieder nach Hause fahren.

Beitrag 31 März 2014 00:01 
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Nackidei



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Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 2346
Wohnort: Außerhalb eines FKK-Geheges (Freigänger)


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Hyvää päivää Blüsenmeister,
es freut mich, dass ihr euch für Finnland als Urlaubsziel entschieden habt. Mit der richtigen Einstellung kann das nur ein schöner und unvergessener Urlaub werden. Zu den Mücken bzw. der Mückenabwehr:
Mückenmittel: Verschiedene Tests und eigene Versuche haben gezeigt, dass solche auf der Basis natürlicher ätherischen Ölen nichts bringen. Die sind m.E. reine Geldverschwendung. Mit anderen Worten: Ohne Chemie geht es nicht. Ob du nun ein Mückenmittel in Finnland kaufst (gängig: OFF! Von Johnsson) oder dich damit hier in Deutschland eindeckst ist letztlich egal. Bewährt hat sich Autan, was meiner Meinung nach dem Off! In nichts nachsteht. Allerdings solltet ihr die Sache mit den Mücken nicht überbewerten. Wie ich in meinem Bericht bereits erwähnte, wird man tagsüber am See von den Mücken kaum oder gar nicht belästigt. Im dichten Unterholz beim Blaubeer- oder Pilzesammeln sieht es anders aus. Da sollten sich empfindliche Menschen schon entsprechend schützen. Das gleiche gilt für das abendliche „Schäferstündchen“ am See oder am Grill vor der Hütte. Da starten die Mücken den Angriff. Das ist aber schlimmer, als es sich anhört. Die beste Waffe. Entsprechende Bekleidung. Das heißt: Lange Hose (Jogginghose) mit Bündchen an Beinen und Armen. Was deine Frau betrifft: Hautenge Leggings stellen für Mücken kein Hindernis dar. Da stechen sie durch! Dann ein langärmeliger Pulli und alles ist gut. Zur Sicherheit kann man sich noch den unteren Bereich der Unterschenkel, ggf. Hals und Gesicht mit Autan einreiben. Ich habe in der Regel darauf verzichtet. Noch etwas: Die im Sommer häufig angebotenen Mücken abwehrenden Duftkerzen helfen nur, wenn man an deren Wirkung glaubt. Ich habe nicht daran geglaubt; also haben sie nicht geholfen. icon_biggrin.gif
Was die Hütte betrifft: Türen und Fenster ab Eintritt der Dämmerung geschlossen halten. Als unsere Kinder noch klein waren, hatten wir für sie ein billiges Moskitonetz von Ikea mitgenommen und mit einem kleinen Schraubhaken über dem Bett an der Decke befestigt. Die Kinder fanden das lustig (Zeltatmosphäre). Zudem war es sehr wirksam.
Sofern das Haus mit abgetrennten Schlafräumen ausgestattet ist, sind deren Fenster häufig außen mit einem Fliegengitter versehen. Wenn du gern mit offenem Fenster schläfst und ganz sicher gehen willst, nehme eine Rolle Plastik-Fliegengitter aus dem Baumarkt und eine Packung Reißzwecken mit.
100 Prozent Mückenfrei bekommt man die Hütte nie. Aber welche Wohnung bei uns im Sommer ist das schon? Sofern die Hütte über eigene Schlafräume verfügt sollten deren Türen konsequent geschlossen gehalten werden.
Und abschließend: Seht die Sache mit den Mücken locker. Irgendwann lernt ihr, die Viecher zu ignorieren. Zudem verbringt ihr euren Urlaub nicht im hohen Norden Finnlands (Lappland). Da fliegen ein paar mehr Mücken herum. icon_biggrin.gif

Beitrag 31 März 2014 11:48 
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Blüsenmeister



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Anmeldungsdatum: 30.03.2014
Beiträge: 3



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Vielen Dank Nackidei für deine ausführlichen Infos! Von deinem Tipp mit dem Moskitonetz war meine Frau sehr angetan. Jetzt will sie nicht nur eines für die Kinder, sondern auch eines für sich. Vielleicht sollten wir uns auch noch Tropenhelme besorgen? icon_biggrin.gif Ich selbst bin da ja nicht so empfindlich. Aber ich denke, dass wir da lieber vorsorgen, damit der Urlaub zumindest was die Mücken betrifft, stressfrei verläuft.
Nun, das war es erst einmal. Ich habe sicher noch ein paar mehr Fragen. Da darf ich dich dann vielleicht noch mal nerven? Ach ja, hier ist schon was. Wie ist das denn so mit dem Nacktsein am Haus und am See? Nach der Beschreibung der Hütte liegt diese direkt am See. Der nächste Nachbar ist der Vermieter. Dessen Haus ist 500 Meter entfernt durch den Wald. Also eigentlich sind wir ganz allein für uns. Aber wie ist es, wenn der Vermieter, aus welchem Grund auch immer, mal vorbeischaut und wir tummeln uns gerade nackt am oder im See? Könnte der evtl. komisch reagieren? Nach allem, was ich bisher so über Finnland gelesen habe, scheinen die Finnen recht prüde zu sein. Die kennen ja noch nicht einmal eine gemischte Sauna. icon_question.gif

Beitrag 12 April 2014 18:13 
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Nackidei



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Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 2346
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Ich denke, da machst du dir unnötige Sorgen. Die Finnen saunen auch nackt und springen anschließend nackt in den See. Nur was die Nacktheit in der Öffentlichkeit betrifft, da sind die Finnen doch eher zurückhaltend (z.B. keine gemischte öffentl. Sauna). Was euren Vermieter oder andere Leute betrifft: Die Finnen achten sehr auf ihre Privatsphäre und die ihrer Mitmenschen. Wenn euer Vermieter tatsächlich mal zu eurem Mökki kommen sollte, um vielleicht mal nach dem Rechten zu sehen wird er nicht wie ein Deutscher plötzlich auf der Matte stehen sondern erst mal schauen, ob er mit seinem Erscheinen seine Gäste nicht in Verlegenheit bringt. Wenn beispielsweise der Schornstein über der Sauna qualmt, wird er mit Sicherheit umkehren und ein andermal wiederkommen. Und wenn ihr nun den ganzen Tag und den ganzen Urlaub nackt auf eurer Urlaubsscholle heraumlauft, dann kommt eurem Vermieter doch entgegen: Klopft einfach mal an seine Tür und gibt ihm, sofern er kein Deutsch und kein Englisch spricht zu verstehen, das alles bestens ist. Eine Flasche Alkoholisches kommt dabei übrigens immer gut an. Unser Vermieter mag gern einen lieblichen Rotwein und Eierlikör. icon_biggrin.gif
Aber sag mal, wie bist du denn auf dieses Forum gestoßen? Dein bzw. euer Hauptanliegen scheint ja Finnland als Urlaubsziel zu sein und weniger FKK.

Beitrag 15 April 2014 01:10 
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Blüsenmeister



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Anmeldungsdatum: 30.03.2014
Beiträge: 3



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Hallo Nackidei,
ich habe gerade mal wieder ein wenig im Forum gestöbert und sehe, dass da noch eine Frage von dir offen ist. Du fragst, wie ich auf dieses Forum gekommen bin? Nun, da wir das erste Mal in Finnland unseren Urlaub verbringen werden habe ich in den vergangenen Wochen sehr viel „gegoogelt“, um viel über das Land, die dort lebenden Menschen, Sehenswürdigkeiten usw. zu erfahren. Und so hat mich Google irgendwann, als ich auch als Suchbegriff „FKK“ ins Spiel brachte, direkt zu deinem Beitrag über Finnland verwiesen.
Ich habe auch einige andere Themenbereiche hier im Forum gelesen die ich teils recht interessant finde. Ich halte mich da aber lieber aus den Diskussionen heraus. Mir geht es da ehrlich gesagt zu rechthaberisch zu. Ich habe das Gefühl, dass da einige Leute zu Hause den ganzen Tag vor dem Monitor hocken und darauf warten, andere Foristen mit Halb- bzw. Pseudowissen in die Pfanne zu hauen. Das brauche ich nicht. Aber ich will hier jetzt nicht lästern. Ich gehöre nicht zu diesem internen Zirkel. Für mich ist FKK nicht lebensbestimmend sondern lediglich eine der schönsten Nebensächlichkeiten. icon_biggrin.gif
In knapp fünf Wochen geht es los!

Beitrag 27 Mai 2014 21:41 
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Nackidei



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Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 2346
Wohnort: Außerhalb eines FKK-Geheges (Freigänger)


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Hallo Blüsenmeister,

ja, ja, was Google alles weiß... Was das Forum und seine bestimmenden Platzhirsche betrifft: Die sollten dich nicht hindern, dich hier an Diskussionen zu beteiligen, wenn dir danach ist. Wenn dir Hackenbeißer ans Bein pinkeln oder dir an die Hose wollen, dann darfst du nicht zimperlich sein. Hier wird nun einmal scharf geschossen (sind nun mal FKKler). Man darf sich das nur nicht zu Herzen nehmen. Locker bleiben ist die Devise. icon_biggrin.gif

Beitrag 02 Juni 2014 23:26 
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Hans H.






Anmeldungsdatum: 17.06.2006
Beiträge: 1031



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Lange Texte lese isch ja sonst nicht - aber den habe ich vollständig gelesen!
- Ja, wirklich gut geschrieben und daher flüssig zu lesen, und interessiert hat es mich dazu auch sehr. Unter solchen Rahmenbedingungen mache ich die Ausnahme und lese auch einen langen Text.
@Nackidei: mein Dank für deine Mühe, diesen ausführlichen Beitrag zu schreiben!

Beitrag 08 Juni 2014 15:21 
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Nackidei



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Anmeldungsdatum: 31.07.2009
Beiträge: 2346
Wohnort: Außerhalb eines FKK-Geheges (Freigänger)


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Danke für die Blumen Hans.
Kurzfristig mußten wir unseren Urlaubsplan etwas ändern. Unser Ferienhausvermieter, den wir schon lange kennen, fragte an, ob wir evtl. auch früher als geplant die Hütte in Anspruch nehmen können. Da ein Enkelkind im August heiratet würde er gern Gäste in seinem Mökki unterbringen. Da ich ja, wie bereits berichtet, gleich zu Beginn der Ferien mit einer Jugendgruppe nach Finnland fahre, bleibt da nur der Juni/Juli. Gott sei Dank klappte das, weil keiner der Kollegen und Kolleginnen in dieser Zeit Urlaub angemeldet hat. Also schnell die bereits gebuchte Passage mit der Finnlines umgebucht, was problemlos möglich war. Tja, und somit geht es nun bereits am 24.06. mit dem Schiff ab Travemünde direkt nach Helsinki. Am 22.07. sind wir dann wieder zurück. Danach wird es dann ein wenig stressig, weil es dann, wie in jedem Jahr, mit der Jugendgruppe gut eine Woche später schon wieder nach Finnland geht.
Umgekehrt wäre es mir ja einerseits lieber gewesen. Nach drei Wochen mit Kindern und Jugendlichen auf Ferienfreizeit, das schlaucht schon etwas. Da kann man anschließend Urlaub gut gebrauchen. Andererseits sind meine Frau und ich aber auch froh darüber, dass wir schon im Juni fahren. Ansonsten wären wir ja erst Ende August und in den September hinein gefahren. Die Zeit ist in Finnland zwar für das Wandern gut geeignet, aber weniger für einen Urlaub am See mit viel Faulenzen und Baden im See.
Meiner Frau mußte ich versprechen, meinen Laptop zu Hause zu lassen. Dieses Versprechen konnte ich ihr leichten Herzens geben, da wir am Mökki keinen Handyempfang haben und es somit für uns kein Internet gibt. Evtl. Telefonate müssen mit dem Handy im 12 km entfernt gelegenen Ort geführt werden. Wenn ich dann danach wieder in Finnland bin, sieht es ähnlich aus. Da ist zwar Handynetz vorhanden, aber nur schwach. Das reicht nur zum Telefonieren. Internetkontakte kommen entweder nicht zustande oder brechen laufend ab. Aber das macht weiter nichts. Hauptsache ist, dass das Telefonieren im Notfall klappt. Es kann ja immer mal etwas passieren mit den Bälgern.
Und für das Forum bedeutet dies: Ihr werden eine ganze Weile ohne mich auskommen müssen. Aber darüber ist vielleicht der ein oder andere gar nicht mal so traurig. icon_biggrin.gif

Beitrag 22 Juni 2014 01:12 
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Nackidei



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Achtung: Das Lesen des folgenden Beitrags nimmt ca. drei Minuten wertvoller Lebenszeit in Anspruch und sollte deshalb zuvor gut überlegt sein. Anschließende Beschwerden die Länge des Berichts betreffend werden nicht entgegengenommen!

So, unser vierwöchiger Urlaub in Finnland ist leider vorbei. Nach einer Woche der Akklimatisierung in der Zivilisation geht es dann am Samstag schon wieder nach Finnland, aber diesmal „dienstlich“, d.h. mit 12 Kindern und Jugendlichen (sechs Mädchen und sechs Jungen) im Alter von 14 bis 17 Jahren und außer mir noch einer Kollegin. Zwei der Jugendlichen haben eine Jugendleiterausbildung und fahren als Betreuer mit. Aber das ist ein anderes Thema.
Zurück also zu unserem Urlaub ohne Kinder am Kojavesi-See in der Nähe von Anttola. Der See ist quasi ein Seitenarm des Groß-Saimaa Sees, einem riesigen Seenlabyrint mit hunderten Inseln und Inselchen. Unser Ferienhäuschen (Mökki) und das Umfeld kannten wir bereits von früheren Urlauben, so dass wir uns gleich heimisch fühlten. Unsere Gastgeber begrüßten uns wie immer recht herzlich mit Blaubeerkuchen und Kaffee satt. Natürlich hatten wir den französischen Rotwein und den Eierlikör nicht vergessen, letzteren insbesondere Eino, unser Vermieter, so gerne trinkt.
Nach der Begrüßung ging es dann 1,5km über einen holprigen Weg durch dichten Hochwald zu unserem Mökki und „unserem“ See. Schnell wurden die Klamotten aus dem Auto im Haus verstaut, noch ein Bad im im See genommen (nackt) und dann ab in die Heia. Wir hatten Schlaf nachzuholen. Auf der Ostseefähre hatten wir nur einen Schlafsessel gebucht, in dem an Schlaf nicht zu denken war. Leider konnten es nicht wenige Reisende einfach nicht verstehen, dass es auch Menschen mit einem gewissen Schlafbedürfnis gibt. Ähnlich sah es die folgende Nacht im Helsinkier Hostal Akademika aus, einem in den Sommermonaten zu einem Hostel umfunktionierten Studentenwohnheim. Aber egal, so haben wir gut Geld sparen können. Zudem waren wir am nächsten Morgen fit wie Turnschuhe und legten einen reinen Gammeltag ein. Ich nutzte dabei aber auch die Zeit, meine Angeln, die ich ein Jahr nicht nutzte, für große Fänge vorzubereiten. icon_biggrin.gif
Den nächsten Tag nutzten wir erst einmal, um im 12 km entfernten Anttola einzukaufen (nächste Einkaufsmöglichkeit überhaupt). Von diesem Einkauf kamen wir erst spät nachts zurück, weil wir es uns nicht nehmen ließen, uns in einem Tanzpavillon, von denen es im ländlichen Bereich Finnlands im Sommer viele gibt, uns ein, zwei oder so Biere schmecken ließen. Das Dumme nur: Die Finnen sind verrückt nach Tango. Und noch blöder: Ständig ist Damenwahl angesagt. Und nochmals blöder: Ich bin begeisterter Nichttänzer und nur meine Frau versteht es, meinen trampelden Füßen der Größe 47 geschickt auszuweichen. Ich verzichte an dieser Stelle auf Einzelheiten. Nur so viel: Ich war (einmal wieder) derjenige, der zur Unterhaltung aller sein Bestes gab und die Lacher auf seiner Seite hatte. Ich berichtete ja bereits in meinem Eingangsbeitrag von meinem ersten Tangoerlebnis auf einer Hochzeit in Finnland. Aber warum muss man derartige Missgeschicke nur mit der Handykamera aufnehmen? Ein Gutes haben aber diese Tanzpavillons, die in den Sommermonaten in Finnland allerorten anzutreffen sind: Man kommt mit den ansonsten eher wortkargen Finnen ins Gespräch, selbst, wenn man auf Finnisch nur bis drei zählen kann, die Begrüßungsformeln kennt und sich bedanken kann (Kiitos). Es geht immer irgendwie. Hilfsmittel: Hände und Füße, schulenglisch und Alkohol. Letzteres ist überhaupt ein wahrer Zungenlöser und beste Übersetzungshilfe und ersetzt den Langenscheidt.
Nun gut, zurück zum Mökki wollte unbedingt meine Frau fahren…
Die nächsten Tage vertrieben wir uns dann am See. Das Wetter war für finnische Verhältnisse phantastisch. Wir liefen fast den ganzen Tag nackt herum, badeten oder machten Touren mit dem Ruderboot. Wir hatten diesmal einen 6 PS Außenborder mitgenommen, der zwar absolut nicht zu der vorherrschenden Totenstille passen wollte, uns dafür aber wesentlich größere Touren ermöglichte, als es uns in den Jahren zuvor mit Rudern möglich war. Da es sich bei dem Suzuki-Motor aber um einen Viertakter handelt war der längst nicht so laut wie ein gleichstarker Zweitakter.
Wer nach Finnland fährt muss natürlich auch angeln (können). Unser See ist äußerst fischreich. Und da mir Hecht nun einmal gut schmeckt und man nicht so viel „Kleinkram“ fangen muss um satt zu werden habe ich fast ausschließlich geblinkert, dies meist noch sehr früh morgens, wenn meine Frau noch schlief. Ich will hier jetzt kein Anglerlatein zum Besten geben, aber ich musste mitunter auf die Angelei verzichten, weil wir auch mal Fischfrei speisen wollten. Blöd beim Blinkern in Finnland ist die Tatsache, dass die Uferzonen, in der die Hechte so gern „stehen“ schilfbewachsen sind und der Drilling vom Blinker da so gern hängen bleibt. Zweites Problem: Vielerorts ist der Untergrund felsig, so dass der Blinker sich da leicht irgendwo verkeilt. Will man nicht allzu viele Blinker verlieren heißt es dann ab ins Boot (sofern man nicht vom Boot aus fischt), zum Hänger rudern und den Blinker befreien.
Das schöne am Mökki in Finnland ist die Sauna. Jedes Mökki verfügt darüber. Aber ich will mich da nicht wiederholen. Im Eingangsbeitrag habe ich darüber ja berichtet. Ja, und in den Genuss der Rauchsauna bei unserem Vermieter kamen wir auch wieder, diesmal sogar zweimal.
Wie immer haben wir kleinere und größere Tagestouren unternommen und dabei viel gesehen. Natürlich besuchten wir auch wieder das Mechanische Musikmuseum des Deutschen Pawel Kempf und seiner Frau Liisa in Varkaus (angezogen).
Apropos angezogen: Wir waren meistens ausgezogen! Ansonsten würde ich hier auch nicht über unsere Finnlandurlaube schreiben. Ich hatte es ja bereits im Eingangsbeitrag geschrieben: Sofern das Mökki alleinstehend ist und kein Blickkontakt zum Haus des Vermieters oder anderen Nachbarn besteht, kann man bedenkenlos den ganzen Tag nackt verbringen (nachts nicht wegen der Mücken). Einmal hatten wir 100 Meter entfernt ein Mökki, in denen eine holländische Familie die Ferien verbrachte. Da blieb es nicht aus, dass man sich mal nackig sah (morgens beim Waschen am See oder beim Saunieren). Also mit einer Flasche Wein hin zu den Nachbarn, begrüßt, ein wenig Small Talk und dann die Sache mit nackig geklärt. Ergebnis: Tags darauf liefen unsere Nachbarn auch nackt herum. Es stellte sich nämlich heraus, dass die Familie auch gern FKK „macht“, sich nur eben anfangs nicht so recht traute, weil sie nicht wusste, wie wir darüber denken.
Ein Erlebnis der besonderen Art war diesmal der nächtliche Besuch eines Marderhundes im Mökki. Wir haben bis zum Schluss unsere Urlaubs nicht herausfinden können, wie dieses Tier, welches wir bis dahin gar nicht kannten, ins Haus gekommen ist. Auf alle Fälle machte der einen Mordslärm. Erst dachten wir, es wäre ein Einbrecher im Haus. Dann aber hörten wir so etwas wie wimmernde Geräusche, die uns sagten, dass das ein Tier sein muss. Also wurde aller Mut zusammengenommen und vorsichtig schleichend dem Geräusch nachgegangen. Mein Frau öffnete derweil die Tür und zog es vor, draußen zu warten, bis die Luft rein ist. Ich überraschte das seltsame Tier in der Küchenecke, wo es dabei war, aus einem Zehnerpack Eier Rührei auf den Fußboden zu fabrizieren. Als mich der Marderhund sah, war der zunächst recht unschlüssig, was nun zu tun ist. Einerseits waren da die schmackhaften Eier und andererseits eine panische Angst vor dem blöden Touri. Aber die Angst war größer. Erst verschwand das Tier hinter einem Schrank und dann, nach kurzer Orientierung entwischte es binnen Sekunden aus der offenen Mökkitür vorbei an meiner schreienden Frau in die Freiheit. icon_biggrin.gif
Ach ja, und wenn ich schon dabei bin: Die Bekanntschaft mit zwei Kreuzottern musste natürlich auch mal wieder sein. Einmal tummelte sich eine auf dem Plumpsklo, aber unten neben dem Auffangeimer für die Exkremente, also unerreichbar für meinen nackten Hintern. icon_biggrin.gif Ein andermal fand ich eine (dieselbe?) im neben dem Klo befindlichen Holzschuppen, als ich Brennholz für die Sauna holte. Ich behielt diese Erlebnisse aber während unseres Finnlandaufenthaltes für mich und berichtete meiner Frau erst auf der Rückfahrt davon. Ich wollte ihr doch den Urlaub nicht verderben! icon_biggrin.gif
Wer in Finnlands Wildnis Urlaub macht, muss ohnehin Tierfreund sein. Am besten ist es, wenn man mit den Mücken auf du ist. Dann nimmt man alles andere Getier ganz gelassen. So z.B. die Kauzartigen Vögel, die nachts ihre Geräusche, bekannt aus alten Vampirfilmen, von sich geben. Oder einfach ganz normale Vögel. Wenn so einer mitten in der Nacht auf dem Dach der Hütte herumhüpft oder kratzt sitzt man beim ersten Mal senkrecht im Bett: „Da ist einer auf dem Dach!“
Es ist unglaublich, aber wahr: Unser auf alle möglichen Geräusche der Großstadt gewöhnten Ohren werden in der Natur Finnlands, fernab jeder Straße besonders sensibel. Geräusche der Natur, die bei uns im Alltagslärm untergehen werden plötzlich viel intensiver wahrgenommen. Ich bin nun wirklich kein Großstadtmensch und wohne am Speckgürtel einer Großstadt auf dem Land. Aber seitdem ich das erste Mal in Finnland war weiß ich, dass es wirkliche und absolute Stille bei uns in Deutschland wohl nirgends gibt.
Wer gern Blaubeeren isst kommt in Finnland auf seine Kosten. Im Juli gibt es die dort in Massen! Als Dank für die reichliche Ernte müssen allerdings auch ein paar Mückenstiche in Kauf genommen werden. Wenn man tagsüber andernorts von den Viechern auch nicht belästigt wird, im dichten Unterholz blasen die Viecher auch tagsüber zum Halali. Auch Pilze gibt’s in Finnland reichlich. Nur waren wir wohl noch etwas zu früh dort. Die Ausbeute war nur mager.

So, meine Kollegin ist gerade mit dem zweiten Wagen gekommen. Es kann mit dem Packen für den nächsten Finnlandaufenthalt (diesmal ist es Arbeit) begonnen werden. Mal schauen, vielleicht poste ich noch mal aus dem schönen Nordkarelien. Angeblich soll in der Nähe unserer Unterkunft ein neuer Mobilfunkmast errichtet worden sein, der dann evtl. auch Internetnutzung möglich macht. Bisher war von diesem Standpunkt aus nur mit Mühe telefonieren möglich.

Beitrag 31 Juli 2014 13:48 
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