Nackt im Garten

In diesem Forum werden Rechtsfragen bezüglich der FKK diskutiert. Bitte beachtet, daß dies absolut unverbindlich ist.
Weell
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Beitrag von Weell » 06 April 2014 09:27

Amtsgericht Merzig, Az.23C 1282/04
"Eine Mieterin lag bei Sonnenschein mehrfach nackt im Garten.
Ihr Vermieter, der ebenfalls im Haus lebte, kündigte daraufhin den Mietvertrag-sie würde den Hausfrieden stören.

Urteil:
" Die Kündigung ist nicht rechtens ! " :)

Aus " Bild der Frau " vom 4. April 2014

BeateZ
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Beitrag von BeateZ » 06 April 2014 11:13

Weell hat geschrieben:Eine Mieterin lag bei Sonnenschein mehrfach nackt im Garten.
Das ginge ja vielleicht noch durch. Sie räkelte(!) sich aber auch – das ging der Dorfgemeinschaft entschieden zu weit. Friedensstörendes Räkeln!

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Zett
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Beitrag von Zett » 06 April 2014 14:06

Ja, irgendwann kommt das Sexuelle mit ins Spiel, spätestens beim eindeutigen Masturbieren. Dann wird es für die meisten Richter wohl schluss mit lustig sein. Wo da nun ganz genau die Grenze ist? Sieht sicher jeder Richter anders.

Kantianer
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Beitrag von Kantianer » 06 April 2014 14:13

BeateZ hat geschrieben
Das ginge ja vielleicht noch durch. Sie räkelte(!) sich aber auch – das ging der Dorfgemeinschaft entschieden zu weit. Friedensstörendes Räkeln!
Das war auch nicht das, dass der Richter entscheiden musste und konnte. Der Vermieter wollte das Verhalten der Mieterin, in Bezug auf die dörfliche Meinung nicht hinnehmen. Nun machte der Vermieter die Störung des Hausfriedens geltend. Diese Anspruchgrundlage gibt des im BGB. Deren Sinn ist aber, einen Störenfried, der andere Mitmieter belästigt, Mitbewohner zur Wohnungsaufgabe nötig und in der Folge dem Vermieter unnötig Kosen aufbürdet, entfernen zu dürfen.

Nun gab es aber außer dem Vermieter keine weiteren Bewohner. Die öffentliche Meinung hat eben keinen Mietvertrag für dieses Haus.

Zurecht wird in den vielen Urteilserwähnungen und -kommentaren darauf hingewiesen, dass eine Anzeige und eine Zurechtweisung nach § 118 OwiG möglich war.

Mangels Kenntnis des Rechts wird hier im Forum vielfach nur die Halbwahrheit verbreitet. Auch in der Hoffnung, Leuten mit gesundem Rechtsempfinden, ein Schnippchen zu schlagen.

Nach dem Motto; Nackt is doch überall erlaubt.

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Zett
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Beitrag von Zett » 06 April 2014 19:01

Das möchte ich mal bezweifeln, ob es rechtlich so eindeutig ist, dass das Sonnen im Garten grober Unfug ist. "Grober Unfug" ist ja nach wie vor (auch wenn der § inzwischen »Belästigung der Allgemeinheit heißt«) das, was mit dem §118 unterbunden werden soll.

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guenni
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Beitrag von guenni » 06 April 2014 20:22

Zett hat geschrieben:Ja, irgendwann kommt das Sexuelle mit ins Spiel, spätestens beim eindeutigen Masturbieren. Dann wird es für die meisten Richter wohl schluss mit lustig sein. Wo da nun ganz genau die Grenze ist? Sieht sicher jeder Richter anders.
selten so einen scheiß gelesen!

bei dir kommt das sexuelle nie ins spiel, bei allen anderen schon?

räkeln = masturbieren?

die kündigung war nicht rechtens, also war nicht schluss mit lustig!

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regenmacher
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Beitrag von regenmacher » 06 April 2014 22:19

Zurecht wird in den vielen Urteilserwähnungen und -kommentaren darauf hingewiesen, dass eine Anzeige und eine Zurechtweisung nach § 118 OwiG möglich war.
Nein.

Begründung :
Mehrere Beteiligte:

(1)
Sich im Garten nackt sonnende Person A

(2)
Nachbarn (Plural), also z.B. Nachbar C, Nachbar D und Nachbar E.

(3)
Allgemeinheit = Dorf, mit den Dorfbewohnern F bis Z.

Unzweifelhaft ist, dass der Hausfrieden durch die sich sonnende A (i.S. des Mietrechts) nicht gestört werden kann.

Unzweifelhaft ist aber AUCH, dass hier §118 OwiG nicht angewendet werden kann.

Begründung:
Die Nachbarnparteien C, D, und E, deren Blicke eventuell die sich sonnende A getroffen haben, stellen keine Allgemeinheit im Sinne des §118 OwiG dar. Dabei kommt es nicht darauf an, ob C-E im gleichen Haus wie A oder in benachbarten Häusern wohnen.

Die interessante Frage, ob nun durch die Erzählungen der Nachbarn C-E eine „Veröffentlichung“ (Klatsch und Tratsch im Dorf) dergestalt entsteht, dass nunmehr „Allgemeinheit“ im Sinne des §118 OwiG entsteht, und somit dessen Anwendung nicht mehr mit der Begründung „fehlender Allgemeinheit“ ausgeschlossen werden kann, ist hier zu verneinen.

Warum ?

Weil §118 OwiG Unmittelbarkeit fordert.

Was heißt das ?

Eine Sache, welche nicht für sich schon gegen §118 OwiG verstößt (hier: das Nacktsonnen von A, das von den Nachbarn B-D, welche noch keine Allgemeinheit bilden, gesehen werden kann), wird durch ihre Veröffentlichung nicht zu einem Verstoß gegen §118 OwiG. Entscheiden ist hier, dass das Dorf (=die Allgemeinheit) erst durch die Nachbarn B-D von der sich sonnenden A erfahren hat.

Insgesamt ist die Anwendung des §118 OwiG also (neben anderen Dingen) schon allein deshalb hier nicht möglich, weil die Allgemeinheit nicht unmittelbar - sondern allenfalls mittelbar - betroffen ist.
.

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Zett
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Beitrag von Zett » 07 April 2014 00:35

guenni hat geschrieben:
Zett hat geschrieben:Ja, irgendwann kommt das Sexuelle mit ins Spiel, spätestens beim eindeutigen Masturbieren. Dann wird es für die meisten Richter wohl schluss mit lustig sein. Wo da nun ganz genau die Grenze ist? Sieht sicher jeder Richter anders.
selten so einen scheiß gelesen!

bei dir kommt das sexuelle nie ins spiel, bei allen anderen schon?

räkeln = masturbieren?

die kündigung war nicht rechtens, also war nicht schluss mit lustig!
Übrigens: lesen. Du solltest Dich nochmal in einer Grundschule anmelden. Dort kannst Du dann vielleicht das Lesen lernen!?

norbert
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Beitrag von norbert » 07 April 2014 08:18

Hallo Zett, ich verstehe jetzt auch nicht, wie Du von räkeln auf sexuelle Handlungen schließt.
Kannst Du das näher erläutern?
Warst Du bei der Verhandlung dabei oder kennst Du die Frau?

grüße

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Zett
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Beitrag von Zett » 21 April 2014 20:09

@norbert

Ich weiß nicht, wo man da etwas nicht verstehen kann. Aber mal ganz kleingekocht:

Einfach in der Sonne liegen = keine sexuelle Handlung

Mastubieren = sexuelle Handlung

Räkeln = nicht fest definiert oder vom Vorschreiber erläutert, was "Räkeln" in der Sonne sein soll. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist es mehr als nur still in der Sonne liegen und weniger als mastubieren bzw. hat mit mastubieren gar nichts zu tun.

Die entscheidende Frage der jutistischen Praxis dürfte aber doch sein, wo Richter den Beginn einer sexuellen Handlung erkennt. Und das wird - je nach Richter - schon sehr nah am "unschuldigen" "Räkeln" sein.

Und: Ich habe weder "von räkeln auf sexuelle Handlung geschlossen", noch habe ich irgend eine Beziehung zu der Verhandlung oder zu der Frau.
Für meine geschilderten Gedankengänge war dies auch nicht erforderlich.

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Werner
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Beitrag von Werner » 21 April 2014 20:21

Zett hat geschrieben:Ich weiß nicht, wo man da etwas nicht verstehen kann.
Nun, das gilt ganz offensichtlich auch für dich.

Erstens war NIRGENDS von sexuellen Handlungen (genauer: vom Masturbieren) die Rede. Der einzige, dem das aus der Hirnkalotte gepurzelt ist, bist du. Und du bist wohl auch der einzige, der weiß, wie es da hineingeraten ist.

Zweitens ist - selbst aufreizendes - Räkeln (so wir denn mal drüber reden wollen, obwohl es ja eindeutig kein Thema ist) NIEMALS eine sexuelle Handlung. Nicht mal, wenn die Dame sich im vollendeten Spagat sonnen würde.

Das KÖNNTE unter großen Mühen allenfalls als Exhibitionismus ausgelegt werden, aber hier würde auch das selbst bei maximaler Dehnung der Gesetze nicht greifen, weil es einen weiblichen Exhibitionismus qua Gesetz nicht gibt.

Ich zitiere dich gern noch einmal:
Zett hat geschrieben:Ich weiß nicht, wo man da etwas nicht verstehen kann.
Grüße

Werner

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Zett
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Beitrag von Zett » 22 April 2014 16:16

Werner hat geschrieben:
Zett hat geschrieben:Ich weiß nicht, wo man da etwas nicht verstehen kann.
Nun, das gilt ganz offensichtlich auch für dich.
Oder doch auch für Dich!
Wenn jemand in Badeklamotten auf einer Liege sonnt, stört das ja höchstwahrscheinlich eher wenige.

In dem Beispiel ging es aber um nacktes Sonnen + "Räkeln". Man braucht wohl nicht allzuviel Lebenserfahrung, um zu erkennen, dass damit das Moralverständnis einiger angegriffen wurde, weil sie darin etwas Unsittliches sahen. Unsittlich ist in diesem Sinne wohl nicht, dass sich jemand bewegt, sondern dass jemand nackt für den Zuschauer als lustbetont empfundene Bewegungen macht.


Damit sollte Dir vielleicht nun endlich, nach langem mit der Nase drauf drücken klar werden, dass es sehr wohl darum geht, dass es als sexuelle Handlung gesehen wurde (was ja nicht heißt, dass es juristisch tatsächliche eine ist)
Werner hat geschrieben:Erstens war NIRGENDS von sexuellen Handlungen (genauer: vom Masturbieren) die Rede. Der einzige, dem das aus der Hirnkalotte gepurzelt ist, bist du. Und du bist wohl auch der einzige, der weiß, wie es da hineingeraten ist.
Es scheint, Du lebst in Deiner persönlichen Welt Deines privaten Rechtsverständnisses. In der realen Welt gibt es aber neben den Gesetzen auch noch Menschen - darunter auch Richter -, die einiges anders sehen als Du, als ich und auch sicher anders als es der Gesetzgeber sehen möchte.
Es ist keine tolle Lösung, dies einfach zu ignorieren!

Entsprechend ist das nachfolgend von Dir geschilderte am realen Leben vorbei:
Werner hat geschrieben:Zweitens ist - selbst aufreizendes - Räkeln (so wir denn mal drüber reden wollen, obwohl es ja eindeutig kein Thema ist) NIEMALS eine sexuelle Handlung. Nicht mal, wenn die Dame sich im vollendeten Spagat sonnen würde.

Das KÖNNTE unter großen Mühen allenfalls als Exhibitionismus ausgelegt werden, aber hier würde auch das selbst bei maximaler Dehnung der Gesetze nicht greifen, weil es einen weiblichen Exhibitionismus qua Gesetz nicht gibt.
Deshalb zitiere auch ich besonders gern noch einmal:
Zett hat geschrieben:Ich weiß nicht, wo man da etwas nicht verstehen kann.

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Werner
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Beitrag von Werner » 22 April 2014 16:41

Altersstarrsinn?

Von allen möglichen Seiten ist dir nun bescheinigt worden, dass du einen Scheiß schreibst.

Mittlerweile fällst du geradezu von einem Exkrement ins andere.

Angefangen hast du mit "Räkeln" als sexuelle Handlung. Ein Brüller.

Dann hast du Masturbation unterstellt. Woher du das genommen hast, wird ewig ein Rätsel bleiben.

Mittlerweile bist du bei Richtern angekommen, die sich ihre eigenen Gesetze schmieden.

So, jetzt stampf noch mal mit dem Füßchen auf:

"Das hat dir der Teufel gesagt, das hat dir der Teufel gesagt",
schrie das Rumpelstilzchen, und stieß vor Zorn mit dem rechten Fuß so tief in die Erde dass es bis an den Leib hineinfuhr. Dann packte es in seiner Wut den linken Fuß mit beiden Händen und riss sich selbst mitten durch. Und damit ist das Märchen aus."

Bussi

Werner

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Beitrag von Zett » 23 April 2014 20:17

Hab schon bessere Kritiken von Dir gelesen. Scheint nicht Altersstarrsinn, sondern Altersschwachsinn zu sein.

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Räkeln - was ist das denn??

Beitrag von Rechtsfinder » 18 Mai 2014 01:08

Ich habe das Wort natürlich schon gehört - alleine mir fehlt die Vorstellung dazu! Aber das Räkeln hat nicht Z sondern Beate eingeführt - woher die das nun weiß ist sieb uns schuldig geblieben! R. :arrow:

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