Kein FKK wegen Angst vor Fotografieren?

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tommy08
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Kein FKK wegen Angst vor Fotografieren?

Beitrag von tommy08 » 04 September 2014 20:51

Im Verwandtenkreis wurde neulich über FKK gesprochen. Dabei waren auch 2 junge Damen (16 und 18 J.). Diese sagten sinngemäß: "Eigentlich würden wir auch FKK mitmachen, weil wir nicht prüde sind - und viele junge Leute denken genau so. Weil aber dort so viele Leute ihr Smartphone/Fotohandy in der Hand haben, kommt das für uns nicht in Frage. Wir haben keine Lust, im Internet aufzutauchen mit entsprechenden Fotos. Jetzt gibt es sogar Sonnenbrillen, die eine Mini-Kamera integriert haben - diese Brillen sehen aus wie ganz normale Sonnenbrillen."

Macht die moderne Technik FKK für junge Leute unmöglich?

Ingo28857
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Beitrag von Ingo28857 » 04 September 2014 21:00

Die moderne Technik fördert FKK für junge Leute nicht unbedingt. Mich persönlich stört es nicht, wenn Bilder gemacht werden. Sollten Nacktbilder von mir im Internet auftauchen, ist es eben so. Nacktsein ist doch etwas ganz natürliches und nichts unanständiges. Es handelt sich bei den dann gemachten Fotos doch um Aktbilder und nicht um Pornografie. Ich glaube, das sollte man den jungen Leuten einfach klar machen.

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Nackidei
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Beitrag von Nackidei » 04 September 2014 22:20

Heimlich aus dem Hinterhalt aufgenommene Nacktfotos sind keine Aktbilder. Zudem kann ich die Angst der beiden Frauen durchaus verstehen. Ich möchte auch nicht mit Bild ungefragt auf irgendeiner Internetseite erscheinen, auch nicht angezogen!

ostfriesen--paar
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Beitrag von ostfriesen--paar » 04 September 2014 22:31

Was ist schon dabei, nackt oder bekleidet auf irgendwelchen Internetseiten zu erscheinen?
Wenn man dazu steht so zu sein , wie man ist, dann ist das doch völlig egal.

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Nackidei
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Beitrag von Nackidei » 04 September 2014 22:47

Nun ja, wenn einem der Datenschutz und die Intimssphäre gar nichts mehr wert sind...
Dir ist schon bewußt, dass es strafrechtlich relevant ist, wenn jemand heimlich einen anderen Menschen fotografiert (egal ob bekleidet oder unbekleidet)? Jedenfalls dann, wenn der abgelichtete Mensch das Hauptmotiv des Fotos darstellt und darauf zu identifizieren ist.
Zudem glaube ich nicht, dass es dir völlig egal ist, wenn von dir ein Foto veröffentlicht wird, welches dich in einer äußerst peinlichen Situation zeigt. Aber vielleicht ist dir ja gar nichts peinlich... :roll:
Zuletzt geändert von Nackidei am 04 September 2014 22:58, insgesamt 1-mal geändert.

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guenni
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Beitrag von guenni » 04 September 2014 22:54

also ich finde hier einige antworten/ansichten erschreckend naiv! :twisted:

noch hat jeder das recht zu bestimmen, wie er fotografiert wird und wo diese fotos erscheinen.
und es kann sehr wohl für die betroffenen von großem nachteil sein, wenn
z.b. ein potentieller arbeitgeber sie sieht. dass diese im internet gezielt auf die suche gehen ist ja wohl bekannt.

Eule
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Beitrag von Eule » 04 September 2014 22:57

Solange es uns nicht gelingt, die Nacktheit als einen natürlichen Zustand zu vermitteln, solange wird die Sorge, wie diese von den beiden jungen Damen geäußert wurden, bestehen bleiben. Es hilft nichts, wenn wir jetzt über Datenschutz und Technik uns auslassen. Wir müssen den Boden für eine Veränderung des öffentlichen Bewusstseins bereiten.

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Beitrag von ostfriesen--paar » 04 September 2014 23:05

Datenschutz ist mir in der Tat völlig egal.
Ich habe nichts zu verbergen, wenn ich mich auf öffenlichem Terrain bewege.
Somit kann ein Foto, welches mich in einer peinlichen Situatuation zeigt auch gar nicht erst entstehen und folglich auch nicht veröffentlicht werden.
Wenn man zu dem steht, was man macht oder wie man sich öffentlich verhält bzw. darstellt, kann doch nichts passieren.

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Nackidei
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Beitrag von Nackidei » 04 September 2014 23:09

Du kannst das eine nicht vom anderen trennen. Viele Menschen wollen auch angezogen nicht heimlich fotografiert werden. Ich mache das Problem überhaupt nicht an Nacktheit fest. Das heimliche Fotografieren mit dem Smartphone ist zu einer Pest geworden. Was glaubst du, was da bei den Jugendlichen abgeht. Ich bin da beruflich noch mittendrin. Da werden Lehrer heimlich im Unterricht gefilmt, Aufnahmen in der Toilette gemacht, beim Umkleiden vor bzw. nach dem Sportunterricht. Die Fotos gehen dann im gesamten Bekannten- und Freundeskreis herum. Das geht so weit, dass Schüler infolge dieser Form des Stalkens nicht mehr zur schule gehen wollen.
Ich kann die zwei jungen Frauen durchaus verstehen.

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Nackidei
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Beitrag von Nackidei » 04 September 2014 23:22

ostfriesen--paar hat geschrieben: Somit kann ein Foto, welches mich in einer peinlichen Situatuation zeigt auch gar nicht erst entstehen und folglich auch nicht veröffentlicht werden.
Sag mal, wie naiv bist du denn? Peinliche Situationen entstehen ja nicht gewollt. Es handelt sich dabei um unbeabsichtigte Situationen oder Handlungen, die jedem mal widerfahren. Und davon bist du mit Sicherheit nicht frei.
Ein Beispiel: Bei uns wurde mal ein Fall vor Gericht verhandelt, da hatte ein Mann heimlich eine Spaziergängerin im Wald fotografiert, als diese gerade mit herabgelassener Hose in der Hocke pinkelte. Der Spanner wiederum wurde bei seiner fotografischen Betätigung von einem Mann dabei erwischt. Der hielt den Mann fest und rief über Handy die Polizei.
Ist es dir egal, wenn du die betroffene Frau wärst und das Foto auf jedem PC deiner Arbeitskollegen/Kolleginnen oder sonstwo landet?

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Beitrag von ostfriesen--paar » 04 September 2014 23:39

Aufnahmen aus Toiletten oder Umkleiden kann man aber nicht mit Bilden von FKK Stränden oder ähnlichem vergleichen.

Erstere sind natürlich illegal und können durchaus peinlich sein, aber dort, wo man nackig sein kann, darf oder möchte fotografiert zu werden ist meines Erachtens nicht anrüchig oder peinlich.

Wenn diese Damen dann auch dazu stehen, sich so zu geben, wie sie gerne möchten, könnte der FKK Gedanke vielleicht ja auch in deren Generation wieder weiter verbreitet werden.

Eule
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Beitrag von Eule » 04 September 2014 23:51

@ Nackidei
So wie du in deiner Jugend unkritisch gegen das Etablisment protestierte, versuchst du jetzt genauso unkritisch die Position des Etablisment, so wie du glaubst, dass diese so bestehe, zu verteidigen. Da du, wie du sagst, ein Sozialpädagoge bist und in der Jugendarbeit tätig, sollte es dir auch möglich sein, dich in die Gefühlslage dieser beiden jungen Damen zu versetzen. Es geht denen nicht über die rechtliche Lage, sondern um ein Gefühl der Bedrohung. Stelle dich doch mal auf diese emotionale Frage ein!

ostfriesen--paar
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Beitrag von ostfriesen--paar » 04 September 2014 23:52

Nackidei hat geschrieben:
ostfriesen--paar hat geschrieben: Somit kann ein Foto, welches mich in einer peinlichen Situatuation zeigt auch gar nicht erst entstehen und folglich auch nicht veröffentlicht werden.
Sag mal, wie naiv bist du denn? Peinliche Situationen entstehen ja nicht gewollt. Es handelt sich dabei um unbeabsichtigte Situationen oder Handlungen, die jedem mal widerfahren. Und davon bist du mit Sicherheit nicht frei.
Ein Beispiel: Bei uns wurde mal ein Fall vor Gericht verhandelt, da hatte ein Mann heimlich eine Spaziergängerin im Wald fotografiert, als diese gerade mit herabgelassener Hose in der Hocke pinkelte. Der Spanner wiederum wurde bei seiner fotografischen Betätigung von einem Mann dabei erwischt. Der hielt den Mann fest und rief über Handy die Polizei.
Ist es dir egal, wenn du die betroffene Frau wärst und das Foto auf jedem PC deiner Arbeitskollegen/Kolleginnen oder sonstndet?
A
Das ist ja irgendwie sehr weit hergeholt.
Also, mein Frau pinkelt im Wald. Irgend Jemand filmt diese Aktion. Dann wird das Ganze im Internet veröffentlicht. Zufällig sieht das ein/e Arbeitskollege/in --- na und ... Meine Frau geht halt ihren natürlichen Bedürfnissen nach und pinkelt im Wald.

Klaus_59
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Beitrag von Klaus_59 » 05 September 2014 00:16

Das allgegenwärtige Fotografieren und das sogenannte Teilen der Fotos mit Freunden und Bekannten ist zum Teil unserer Gesellschaft geworden. Das wird sich in absehbarer Zeit eher noch verstärken, als dass es verschwinden würde. Aber es wird auch wieder rückläufig werden, und zwar dann, wenn jeder alles schon hundertmal gesehen hat, also auch, wie jemand im Wald hockt und pinkelt. Dann wird das nämlich uninteressant und es will niemand mehr sehen. Bis es so weit ist, wird immer weiter Fotografiert werden, trotz der Rechtslage.
Vielleicht wäre es besser, in diesem Zusammenhang etwas gelassener zu werden. Das würde die Lage entspannen und das Fotografieren weniger interessant machen. Will sagen, zeigt jemand ein Nacktfoto von dir rum, gib ihm noch eins und sage, darauf gefällst du dir besser, er möge doch bitte dieses rumzeigen. Damit machst du ihn zu deinem Handlanger. Er wird zum Verlierer, du zum Gewinner. Machst du einen Affen, bist du immer der Verlierer und die anderen lachen über dich.
Macht das vermeintlich Sensationelle zur Normalität, dann interessiert es niemanden mehr.

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natourist
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Beitrag von natourist » 05 September 2014 00:51

Die Befürchtungen der Betroffenen kann ich nachvollziehen und die "Ist-mir-egal-Mentalität kann man sich nur in privilegierten Lebenssituationen erlauben, d.h., wenn einem keine gravierenden existenzbetreffenden Nachteile drohen.
Dieses Risiko betrifft mich nicht, aber ich kann es nachvollziehen. Gerade die jüngere Generation steht wohl dauerhaft im Handyfotoshootingfire. Da hilft auch kein Recht auf das eigene Bild mehr.
FKK ist damit besonders für die Jugend ein Risiko. Schade!
Vielleicht beantwortet das aber auch viele Fragen in diesem Forum.
Angst statt Prüderie - ein Tribut an die neuen Medien?

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